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Wladimir Klitschko hat den Kampfnamen "Dr. Steelhammer" © getty

Der Schwergewichts-Champ hat die Provokationen von David Haye nicht vergessen und will ihn für die Geschmacklosigkeiten "bestrafen".

Going - Wladimir Klitschko geht in die Offensvie.

Die teils geschmacklosen Provokationen seines kommenden Gegners David Haye in den letzten beiden Jahren haben bei ihm und seinem Bruder deutliche Spuren hinterlassen.

"Das hat uns persönlich getroffen und auch meine Eltern", sagte der Box-Weltmeister der Verbände IBF und WBO bei einem Pressegespräch im Trainingslager im österreichischen Going. (SPORT1 Tipp-König: jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen)

Für den Schwergewichtskampf am 2. Juli in Hamburg kündigte Klitschko eine Abrechnung an: "Für diese Aktion werde ich ihn bestrafen." Bereits jetzt freut er sich auf die Pressekonferenz nach dem Duell. "Da werde ich noch einiges sagen. Das Thema wird dort ein fetter Punkt sein".

"Welche Eltern wollen Kinder so sehen?"

Haye hatte besonders mit einem T-Shirt, das die abgeschnittenen Köpfe der Klitschko-Brüder zeigte, für Verärgerung gesorgt. "Welche Eltern wollen die eigenen Kinder so sehen. Ich glaube nicht, dass seine Eltern das sehen möchten", sagte der 35-Jährige.

Klitschko ist der Ansicht, dass Haye inzwischen bedauert, was er getan hat. "Er sagt zwar, das ist nicht so. Aber tief in seinem Inneren bedauert er es doch. Er weiß, dass es ein Riesenfehler war". Wenn nicht, dann solle Haye bei der nächsten Pressekonferenz wieder mit dem T-Shirt auflaufen.

Haye in der Endlosschleife

Den Briten sieht er derzeit jeden Tag. Er studiert ihn, er beobachtet ihn, er hat ihn immer im Blick, er analysiert jede seiner Bewegungen.

Auf drei Bildschirmen rund um den Trainingsring des Schwergewichts-Weltmeisters der Box-Verbände IBF und WBO flimmern ununterbrochen die Kämpfe des WBA-Champions David Haye.

"Ich kann den Kampf kaum erwarten", sagte er im Trainingslager am Wilden Kaiser.

K.o.-Jubiläum vor Augen

Dabei hat er auch sein goldenes K.o.-Jubiläum hat Klitschko dabei im Kopf. "Er soll die Nummer 50 auf meiner Liste werden. In der zwölften Runde will ich ihn ausknocken", sagt der Ukrainer.

Entsprechend akribisch geht er vor. Vier Sparringspartner hat Klitschko ausgewählt, alle entsprechen Haye in Stil und Statur.

Trainer spuckt große Töne

In dreieinhalb Wochen steigt die Show in der Hamburger WM-Arena, rund 40.000 Zuschauer werden dabei sein. Und Klitschko-Trainer Emanuel Steward schlägt bereits große Töne an.

"Das wird der beste Fight seit Mike Tyson gegen Lennox Lewis", sagt der US-Amerikaner. Tyson und Lewis hatten sich vor neun Jahren, am 8. Juni 2002, im amerikanischen Memphis gegenübergestanden. Lewis siegte damals durch Knockout in der achten Runde.

"Größter Kampf"

Für Klitschko werde das Aufeinandertreffen mit Haye die Herausforderung schlechthin, so Steward: "Das ist der größte Kampf seiner Karriere, und ich sehe danach auch keinen herausragenden Gegner mehr für ihn."

Der Ukrainer möchte Haye dessen Titel abnehmen. Dann hätten Wladimir und sein Bruder Vitali, der den WBC-Titel trägt, alle WM-Gürtel in der Familie vereint und ihren großen Traum realisiert.

[kaltura id="0_lnypz1yx" class="full_size" title="Haye verweigert Handschlag"]

Dritter Versuch

Zweifel daran, dass der Kampf diesmal wirklich zustande kommt, hat keiner mehr. Die Vertragsverhandlungen sind längst abgeschlossen, und alle sind sicher, dass sich Haye stellt. "Ich glaube nicht, dass er nicht kommt", meinte Klitschko. "Es ist unvorstellbar nach dem ganzen Tamtam."

Zweimal hatte er vorher ein Duell platzen lassen. Einmal wegen einer Verletzung und einmal, weil er mit Vertragskonditionen nicht einverstanden war. "Haye ist unter Zugzwang, er muss jetzt kämpfen", sagt Steward.

Bruder-Präferenzen

Die britischen Journalisten vor Ort sehen indes Wladimir als den besseren Gegner für Haye an. Sein Bruder Vitali würde dem 30-Jährigen weniger liegen, sagen sie. Die ständigen Provokationen des "Hayemakers" sollen Wladimir aus der Reserve locken, damit dieser am Kampfabend seinen Plan verlasse.

Das würde dem Konterboxer Haye entgegenkommen, dann sähe er seine Chance.

Coolness gefordert

Wohl auch deshalb müsse Klitschko eiskalt bleiben im Ring, sagt sein Manager Bernd Bönte: "Mit heißem Herz reinzugehen und den Verstand auszuschalten, bringt nichts."

Seit nunmehr drei Wochen ist der Klitschko-Clan schon in Going. Bis zum Sonntag vor dem Kampf werden sie dort bleiben. Dann läuft der Countdown, und was Haye dann bevorsteht, machte Wladimir in einem britischen TV-Interview deutlich.

"Schau dir diese Hand an", sagte Klitschko in Richtung seines Gegners und hielt seine rechte Pranke dicht vor die Kamera: "Die wird dir ganz, ganz nahe kommen."

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