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Arthur Abraham brauchte im WM-Kampf gegen Raul Marquez nur sechs Runden © getty

Arthur Abraham spricht im Interview mit Sport1.de über Felix Sturm. Er liebäugelt mit einer neuen Gewichtsklasse.

Von Jürgen Blöhs

München - Die Box-Fans in Deutschland sehnen den Kampf zwischen IBF-Weltmeister Arthur Abraham und WBA-Weltmeister Felix Sturm herbei.

Abraham befürchtet allerdings, dass Universum dem Kampf niemals zustimmen wird, obwohl sein Sauerland-Stall das ursprüngliche Angebot für Sturm von 1,5 auf 2,5 Millionen Euro erhöht hat.

Auch an die Verwirklichung seines Traums vom Super-Champ, der Vereinigung seines Weltergewichts-Titels gegen WBC- und WBO-Champion Kelly Pavlik aus den USA glaubt der 28-Jährige nicht.

Abraham-Sturm-Duell in zehn Jahren?

Bleibt die Hoffnung, dass sich Sturm oder Pavlik im Rahmen einer Pflichtverteidigung dem in 28 Kämpfen unbesiegten Abraham stellen, bevor es den gebürtigen Armenier in eine höhere Gewichtsklasse zieht.

Denn "es fällt immer schwerer, vor den Kämpfen sechs bis acht Kilo abspecken zu müssen", sagte er im Gespräch mit Sport1.de.

Den Fans bleibt die Hoffnung, dass es Abraham und Sturm auf dem Altenteil zu langweilig wird, und sie in einigen Jahren in einem Comeback-Kampf aufeinandertreffen.

Sturm nicht zu sprechen

"Sag' niemals nie", will Abraham das nicht ausschließen. Sein potenzieller Gegner wollte sich nicht äußern. Sport1.de hat bei der Universum Box-Promotion wiederholt um eine Stellungnahme von Sturm gebeten. Ein Kontakt kam nicht zustande - Gründe wurden nicht genannt.

Sport1.de: Herr Abraham, ganz Deutschland wartet auf den Kampf gegen Felix Sturm. Warum kommt der Fight nicht zustande?

Arthur Abraham: Ich weiß es nicht. Wir haben zuletzt 2,5 Millionen Euro geboten, aber von Universum gibt es keine Reaktion. Die haben Angst.

Sport1.de:Sie hatten sogar angeboten, auf Ihre Börse zu verzichten?

Abraham: Da bin ich unvollständig zitiert worden. Ich habe angeboten, ohne Gage zu boxen, aber mit einer Rückkampf-Garantie ? und das mit dem Doppelten der eigentlichen Börse.

Sport1.de: Glauben Sie, dass es zu dem Duell kommen wird?

Abraham: Das liegt bei den Promotern. Ich glaube nicht. Da spielen zu viele finanzielle Interessen rein, angefangen bei den Fernseh-Geldern.

Sport1.de: Dann also der Vereinigungs-Kampf mit WBC- und WBO-Weltmeister Kelly Pavlik?

Abraham: Auch daran glaube ich nicht. Die Verhandlungen waren schon viel weiter und wurden dann von deren Seite abgebrochen. Aber Sauerland-Event bleibt dran.

Sport1.de: Wie geht es dann weiter, wenn kein namhafter Kämpfer gegen Sie antreten will?

Abraham: Am 10. März mit einer freiwilligen Titelverteidigung. Ein Gegner wird noch gesucht.

Sport1.de: Und dann? Müssen Sie mangels Gegner eventuell eine Gewichtsklasse aufsteigen?

Abraham: Ich hoffe immer noch, dass ich über Pflichtherausforderung Super-Champ werde. Danach will ich dann auf jeden Fall aufsteigen. Es fällt immer schwerer, vor den Kämpfen sechs bis acht Kilo abspecken zu müssen. Dafür esse ich zu gern eine ordentliche Portion Bratkartoffeln, übrigens das, worauf ich mich nach Kämpfen am meisten freue.

Sport1.de: Was halten Sie davon, dass Lennox Lewis gegen Vitali Klitschko in den Ring zurückkehren will?

Abraham: Ich war sehr erstaunt. Aber es war damals ein interessanter Kampf und ist es heute auch noch. Beide haben Herz.

Sport1.de: Das heißt, in zehn Jahren sehen wir endlich den Kampf Abraham gegen Sturm, weil die dann ihre Comebacks feiern?

Abraham: Ich habe eine Rückkehr nach dem Rücktritt bisher immer ausgeschlossen. Aber wie heißt es so schön: Man soll niemals nie sagen.

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