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David Haye gewann den WBA-Weltmeistertitel am 7. November 2009 gegen Nikolai Walujew © getty

Der Brite vergleicht sich mit dem Franzosen und denkt nach einem Sieg ans Ende. Wladimir Klitschko droht ein Maulwurf-Problem.

Von Jakob Gajdzik

München - David Haye hält sich nicht nur selbst für den Größten, auch bei den Vergleichen mit Anderen, bedient sich der Brite nur im Delikatessen-Regal.

"Man muss abtreten, wenn die Fans mehr wollen. Ich will es wie Eric Cantona machen und auf dem Höhepunkt aufhören", sagte der "Hayemaker" der britischen "Sun".

Der französische Ex-Star von Manchester United beendete seine Karriere 1997 im Alter von 30 Jahren, als er seiner Meinung nach seine Karriere-Ziele erreicht hatte.

Der damals 16-jährige Haye beschloss fortan, es seinem Idol nachzumachen.

"Ich liebe Leute, die es auf ihre Weise machen"

"Cantona trat ab, wie er es wollte. Ich liebe Leute, die es auf ihre Weise machen und nicht, weil Ärzte oder Manager ihnen sagen, es geht nicht mehr weiter."

Vielleicht gefällt Haye aber auch die Art des Franzosen, der ebenfalls nicht nur einmal mit Skandalen aufgefallen ist.

Besonders in Erinnerung ist sein Kung-Fu-Tritt gegen einen Fan am 25. Januar 1995, als er im Trikot von Manchester United einen gegnerischen Anhänger von Crystal Palace niederstreckte.

Der WBA-Weltmeister, der am 2. Juli in der Hamburger Imtech-Arena auf Wladimir Klitscho trifft, wird am 31. Oktober diesen Jahres 31. Bis dahin will er sich auch verabschieden.

"Cantona hat alles, was er wollte erreicht, als er 30 war. Genauso wie ich, wenn ich Klitschko geschlagen habe."

"Der perfekte Weg, um aufzuhören"

Auch Lennox Lewis nennt Haye als passendes Vorbild: "Lennox hat sich verabschiedet, nachdem er einen Klitschko geschlagen hat. Das wäre auch der perfekte Weg für mich, um aufzuhören." (SPORT1 Tipp-König: jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen)

[kaltura id="0_lnypz1yx" class="full_size" title="Haye verweigert Handschlag"]

Möglicher Kampf gegen Vitali vom Tisch?

Auf die Frage, ob er denn nicht noch mit Vitali gegen den älteren der Box-Brüder kämpfen wollte, sagte er:"Es gibt immer einen nächsten Kampf. Auch um Lewis gab es immer viele Comeback-Gerüchte, doch er hat sich verabschiedet, nachdem er Vitalis Gesicht auseinander genommen hat."

Erst zuletzt fiel Haye in der unendlichen Geschichte an Provokationen erneut auf, als er sein neues iPhone-Spiel " David Haye's Knockout" vorstellte, auf dessen Cover er einem Boxer den Kopf abschlägt, der verdächtig nach Klitschko aussieht. (Bericht: Nächste Kopf-ab-Provokation von Haye)

Fettnäpfchen von Klitschko

"Dr. Steelhammer" bereitet sich dagegen im österreichischen Going auf den Fight vor und könnte dabei in ein Fettnäpfchen getreten sein.

Der jüngere der Box-Brüder hat sich mit zwölf Sparringspartnern ein breites Spektrum an ähnlichen Box-Typen ausgesucht, um auf den Stil des "Hayemaker" optimal gerüstet zu sein.

Bis auf eine Ausnahme sind alle aus dem Cruisergewicht, damit sich der 35-Jährige auf den flinken Stil von Haye einstellen kann. Auch der Brite boxte bis 2008 in dieser Gewichtsklasse, bevor er ins Schwergewicht wechselte.

Sein aktueller Trainingspartner könnte sich für Klitschko allerdings auch als Bumerang erweisen.

Sparringspartner im Haye-Boxstall

Steve Cunningham, IBF-Weltmeister im Cruisergewicht, ist Haye nicht nur von der Statur ähnlich, er boxt auch beim gleichen Boxstall Sauerland Event.

Befürchtet Klitschko nicht, dass Cunningham wertvolle Informationen an den Gegner ausplaudern könnte?

Ersten Spott gibt es bereits.

"Das hätte es bei mir nie gegeben. Aber besser geht's ja nicht. So kriegt Haye ja alle Infos, die er vor dem Kampf noch braucht, aus erster Hand" sagte Box-Trainer Ulli Wegner via "Bild", der auf der anderen Seite im Traingslager des Gegners mit seinem finnischen Schützling Robert Helenius im Sparring war.

"Wenn Haye will, kann er sich an den Ring setzen"

Bernd Bönte sieht die ganze Sache allerdings gelassen.

"Wenn Haye will, kann er sich beim Stangl-Wirt in Going auch an den Ring setzen und Wladimir live zuschauen. Das macht Wladimir nichts aus", so der Klitschko-Manager.

Seltsam allerdings, dass Wladimir Klitschko bei jedem Training extra einen Security in der Halle hat, der Video-Aufnahmen verhindern soll. Bei dieser Vorgehensweise könnte er sich dessen Gehalt beinahe sparen.

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