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Felix Sturm will gegen Matthew Macklin (r.) seinen 36. Profi-Sieg erringen © getty

Felix Sturm will gegen Matthew Macklin den Titel verteidigen. Der Champion zeigt sich selbstbewusst, sein Gegner unbeeindruckt.

Köln - Unwetter-Warnung für Köln: Sturm trifft auf Tornado.

Entsprechend hart hat Box-Weltmeister Felix Sturm in letzter Zeit mit seinem Fitnesstrainer Clive Salz geschuftet, um am Samstagabend in der Kölnarena nicht verwüstet zu werden.

"Bei dem Tempo, das wir mittlerweile im Training gehen, vergesse ich schon mal, was genau wir alles machen", sagt der WBA-Mittelgewichts-Champion vor seiner Titelverteidigung gegen Europameister Matthew Macklin, dem "Tipperary Tornado".

"Ich bin jedes Mal froh, wenn eine Trainingsrunde vorbei ist. Das ist eine schweinemäßige Quälerei."

"The Knife" soll nicht stechen

An einzelne Trainingsinhalte kann sich Sturm also nicht genau erinnern, der Effekte ist sich der 32-Jährige aber mehr als gewiss. Was er verbessert habe? "Alles", lautet die präzise Antwort des Leverkuseners: "Power, Schlagkraft, Kondition. Alles."

Auch neue Kombinationen habe er trainiert, sagte Sturm, und wagte eine für einen Boxer an sich merkwürdige Aussage: "Wer stehen bleibt, verliert."

Stehen bleiben ist aber natürlich trotzdem Sturms Ziel gegen den 29 Jahre alten Macklin. In 30 Kämpfen bringt es der im englischen Birmingham geborene Ire auf 28 Siege, darunter 19 Knockouts.

Sturm aber will sich nicht umhauen lassen, die Trümpfe von "Mack the Knife", so Macklins zweiter Spitzname, sollen nicht stechen.

"15 Runden auch kein Problem"

Stehen bleiben, aber dennoch vorwärtskommen, lautet Sturms Devise.

"Man muss sich jedes Mal was Neues einfallen lassen", sagte der in 38 Profi-Kämpfen zweimal besiegte Weltmeister (35 Siege, ein Unentschieden): "Wir sind bestens vorbereitet. Wir haben in allen Belangen noch was drauf gepackt. Ich bin auf zwölf Runden eingestellt, 15 sind aber auch kein Problem."

14 Kilo in neun Wochen habe Sturm abtrainiert, sagte sein Manager Roland Bebak. Trainer Fritz Sdunek, für den es seit Sturms Abschied vom Hamburger Universum-Stall die dritte gemeinsame Titelverteidigung ist, spricht von einer "optimalen Vorbereitung".

Macklin sei zwar ein sehr kampfstarker und ehrgeiziger Kontrahent, aber "es kann keinen anderen Weltmeister geben. Felix wird es bleiben", sagte der Erfolgstrainer.

"Felix ist eine Legende"

Überraschenderweise zeigt sich auch der Gegner über Sturms gründliche Vorbereitung erfreut: "Es ist schön zu hören, dass Felix alles verbessert hat", sagte Macklins Trainer Joe Gallagher gönnerhaft. Der Haken an der Sache: "Wir wollen den besten Felix Sturm sehen. So hat er am Sonntag keine Ausreden parat. Wir wollen Euch den Titel entreißen."

Ob er das wirklich ernst meint, oder ob es nur das übliche Geplänkel ist, ist schwer zu sagen.

Gallagher und Macklin, der auf der Pressekonferenz mit seinen guten Deutschkenntnissen punktete, geben sich im Vorfeld des Kampfes als äußerst sympathische Gäste. "Felix ist eine Legende, ein kompletter Boxer mit einem fantastischen Kampfstil", lobte etwa Gallagher.

"Es wird einen neuen Weltmeister geben"

Und "Mack, the Knife" bedankt sich erst artig für die "tolle Chance", seinen ersten WM-Kampf absolvieren zu dürfen, nur um dann doch ein wenig zu sticheln: "Es ist mein erster WM-Kampf, aber ich habe zweimal die Europameisterschaft gewonnen. Ich bin bereit. Am Samstag wird es einen neuen Weltmeister geben."

Ob Sturm oder Tornado, die voraussichtlich 19.000 Zuschauer in der Kölnarena werden einen turbulenten Boxabend erwarten.

Einem Unheil ging Sturm übrigens vorsichtshalber lieber ganz aus dem Weg. Ursprünglich war sein Kampf für den 2. Juli geplant. Doch weil an diesem Abend Wladimir Klitschko gegen David Haye kämpft, wich Sturm auf den 25. Juni aus.

Einen derartigen Rückzieher kann sich der Champion am Samstag gegen Macklin allerdings nicht erlauben.

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