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David Haye hat bei seinen bisher 26 Profikämpfen nur eine Niederlage erlitten © getty

David Haye lässt vor dem ersehnten WM-Fight gegen Wladimir Klitschko nicht locker. Lennox Lewis traut seinem Landsmann viel zu.

Köln - David Haye hat seinen Ruf als derber Lautsprecher wieder eindrucksvoll untermauert.

Der WBA-Weltmeister attackierte seinen Gegner Wladimir Klitschko vor dem WM-Fight am kommenden Wochenende erneut mit rüden Worten.

"Hayemaker" sagte dem Nachrichtenmagazin "Spiegel": "Ich werde Wladimir am Kinn treffen. An den Armen. Den Schultern. Im Nacken."

Voller Geschmacklosigkeit ergänzte der Champion: "Wladimir ist kein geborener Fighter wie ich. Wenn wir beide Tiere wären, dann wäre ich ein Leopard und er ein beschissener Esel."

Haye heizt Kampf an

Haye gab zu, dass er mit seinen Provokationen den Kampf anheizen wolle.

"Ich überlege mir, wie ich aus einem Kampf ein Drama machen, wie ich Schlagzeilen produzieren kann. Die Leute sollen denken: Wer ist dieser Kerl? Und dann gucken sie sich den Kampf an, weil sie wissen wollen, ob ich was kann. Oder weil sie hoffen, dass ich verprügelt werde", so der 30-Jährige.

In den vergangenen Wochen hatte Haye die Klitschkos immer wieder mit Provokationen unter der Gürtellinie attackiert.

Besonders mit seinem blutrünstigen iphone-Spiel - den Gegnern wird dabei der Kof abgeschlagen - überschritt er erneut jegliche moralischen Grenzen (Bericht).

[kaltura id="0_lnypz1yx" class="full_size" title="Haye verweigert Handschlag"]

Lewis verurteilt Hayes Provokation

Dass ein gewisses Säbelrasseln vor einem so großen Kampf dazu gehört, weiß auch Lennox Lewis. Trotzdem geht auch dem Ex-Champion, der als TV-Experte in Hamburg vor Ort sein wird, die eine oder andere Aktion Hayes zu weit.

"Wie David versucht hat Klitschko zu reizen, kann ich auch nicht gutheißen, aber er hat das Gleiche erreicht wie Mike Tyson damals (2002 hatte Tyson vor dem Fight gegen Lewis behauptet, er würde dessen Kinder fressen, Anm. der Red.): Sein Kampf ist in aller Munde", sagte Lewis der "Welt am Sonntag".

Ex-Champ kritisiert Klitschkos

Der letzte unumstrittene Champion der Gewichtsklasse freut sich auf das Duell: "Endlich erleben wir wieder einen Schwergewichtskampf, den es sich lohnt anzuschauen."

Für den gesunkenen Stellenwert des Schwergewichts macht der 45-Jährige vor allem die Klitschkos verantwortlich.

"Seit die Klitschkos dominieren, ist das Schwergewicht langweilig geworden. Mit ihren Kämpfen haben sie die Zuschauer ermüdet. Sie kämpfen nur gegen übergewichtige Gegner. Außerdem scheuen die Klitschkos das Risiko im Kampf", meinte Lewis.

"Es reicht ein Schlag"

Seinem Landsmann traut er zu, den acht Zentimeter größeren Ukrainer Wladimir in Schwierigkeiten zu bringen.

"David ist entschlossen, die Boxwelt aus den Angeln zu heben. Auch wenn er körperlich nicht so robust ist wie Wladimir, so kann er das mit seiner Schnelligkeit und Explosivität ausgleichen. Es reicht ein richtiger Schlag. Un den besitzt David mit seinem Hayemaker, dem rechten Punch, der vernichtend ist", betonte Lewis.

"Er soll mich hassen"

Die psychologische Kriegsführung hat für Haye dabei nicht das Ziel, Klitschko aus dem Konzept zu bringen.

Wie der Brite erklärte, wolle er mit seinen Äußerungen vielmehr eine Reaktion bei seinem Gegner hervorrufen: "Er soll wütend auf mich sein. Er soll mich hassen."

Obwohl Klitschko sieben Zentimeter größer und zwölf Kilo schwerer ist, glaubt Haye an seine Siegchance: "Wladimir ist der beste Boxer, gegen den ich je im Ring stand. Aber er kämpft wie ein Roboter ..."

Haye hat von bisher 26 Profikämpfen 25 gewonnen. Am Samstag (2. Juli) will er sich mit einem Sieg über Klitschko neben seiner WBA-Krone die WM-Gürtel der Verbände IBF und WBO holen.

"Vitali ist der bessere von beiden"

Klitschkos Trainer Emanuel Steward sagt dennoch einen Haye-K.o. in spätestens vier Runden voraus. Sein ehemaliger Schützling Lewis ist anderer Meinung: "Wenn er sich da mal nicht irrt. David kann die Boxwelt auf den Kopf stellen."

Selbst wenn Waldimir triumphieren sollte, werden weder er noch Bruder Vitali laut Lewis je seine Größe erreichen.

"Bei ihnen bleibt immer offen, wer nun der beste Schwergewichtler ihrer Zeit ist. Deshalb werden sie auch nicht in meine Fußstapfen treten können, da sie ja niemals gegeneinander kämpfen. Für mich ist Vitali der bessere von beiden", betonte der Olympiasieger von 1988.

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