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Marco Huck wurde in Bosnien als Muamer Hukic geboren © getty

Die Hochzeit steht an - doch vorher will Marco Huck seinen WM-Gürtel verteidigen. Der Respekt vor dem Gegner ist groß.

München - Marco Huck ist nervös. Aufgeregt trippelt der Box-Weltmeister im Cruisergewicht von einem Bein aufs andere.

Was den 26-jährigen WBO-Champion derart aus dem Konzept bringt, ist allerdings nicht seine Titelverteidigung gegen den Argentinier Hugo Hernan Garay am Samstag im Münchner Olympia-Eisstadion.

Am 30. Juli will Huck seiner Verlobten Arminia das Ja-Wort geben und sagt deshalb: "Ich will um jeden Preis als Weltmeister heiraten."

Doch auch bei einer Niederlage in seinem achten WM-Kampf in der Klasse bis 91,7 Kilogramm wird Huck das Fest kaum platzen lassen.

Immerhin hat er seinem Vater die Organisation und Planung überlassen, um sich ganz auf den Kampf zu konzentrieren: "Er ist bei uns in der Familie der Boss."

"Huck ist eine Schildkröte"

Wer der Chef im Ring ist, daran lässt Huck allerdings schon im Vorfeld des Kampfes keinen Zweifel. Die großen Worte überlässt der Bielefelder allerdings seinem südamerikanischen Kontrahenten.

Und der begibt sich großspurig auf die Fährte von David Haye, der nach einem Sprüche-Marathon den Kampf um die Krone im Schwergewicht gegen Wladimir Klitschko deutlich verloren hatte.

"Ich werde ihn töten", tönte der 30-jährige Garay (Garay: Werde Huck töten) und pöbelte auf der offiziellen Pressekonferenz in München weiter: "Huck ist eine Schildkröte!"

Beim Fototermin versuchte Garay, der in 34 Profi-Kämpfen fünf Niederlagen kassiert hat, gar seinen Gegner zu küssen (Kuss: Garay provoziert Huck).

Huck reagierte besonnen und gab sich betont gelassen: "Noch lacht er, aber am Samstag wird er weinen. Sein Verhalten ist unglaublich."

"Das macht mich stolz"

Nachdem Arthur Abraham und Sebastian Sylvester ihre WM-Gürtel im Supermittel- und Mittelgewicht verloren haben, ist Huck, der in seiner Profi-Karriere bislang erst einmal verloren hat und seine Gegner 23 Mal K.o. zu Boden schickte, der einzige deutsche Weltmeister im Sauerland-Boxstall.

"Den Druck verspüre ich schon", gibt der ehemalige Kickboxer zu: "Aber für mich ist das gleichzeitig auch eine große Motivation. Es macht mich stolz, das Aushängeschild eines so bedeutenden Boxstalls zu sein."

Garay ist "ein typischer Argentinier"

Damit das so bleibt, darf der offensivstarke Huck gegen Garay nicht ins offene Messer laufen. Der Argentinier hatte vor zweieinhalb Jahren bereits den Halbschwergewichts-Champion Jürgen Brähmer geschlagen.

"Natürlich habe ich den Kampf damals gesehen", sagt Huck und analysiert: "Garay hat Brähmer sehr schlecht aussehen lassen. Er ist eben ein typischer Argentinier - er ist kampfstark, schlägt viel und hat Mut."

"Ich bin viel vernünftiger"

Da auch Huck als ungestümer Kämpfer mit unbändigem Vorwärtsdrang bekannt ist, dürfen sich die Zuschauer im Olympia-Eisstadion auf eine abwechslungsreiche Schlacht gefasst machen - auch wenn Huck einschränkt: "Ich bin viel vernünftiger geworden als früher. Das wirkt sich auch auf den Sport aus."

Ruhe und Kraft gibt ihm seine Verlobte Arminia, die bei seiner siebten Titelverteidigung erstmals am Ring sitzen wird.

"Das beeinflusst mich nicht", sagt Huck, der allerdings zugibt, dass ihm vor der Hochzeit "viele Sachen durch den Kopf gehen".

Der Gang vor den Traualtar scheint für den amtierenden Champion eine größere Herausforderung als die Titelverteidigung gegen Garay zu sein.

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