Der harmlose WM-Kampf zwischen Wladimir Klitschko und Hasim Rahman macht eines deutlich: Den Brüdern fehlen ernsthafte Gegner

Man kann den Klitschkos und ihrem übertragenden Haussender nicht einmal einen Vorwurf machen.

Die beiden Brüder Wladimir und Vitali, ihre Agentur K2 und die TV-Anstalt unternahmen vor der samstäglichen Fäustelei des jüngeren Klitschko gegen den wenig furchteinflößenden Hasim "The Rock" Rahman alles, um der Auseinandersetzung einen Hauch von Bedeutung zu verleihen.

Und sogar während des Kampfes gab sich Klitschko sichtlich Mühe, den tapsigen US-Amerikaner ja nicht zu früh zu Fall zu bringen. Immerhin, sieben Runden hielt sich Rahman auf den Beinen - aber auch nur weil sein Gegner es so wollte.

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Das Urteil kann nach den sieben Runden von Mannheim nur eindeutig ausfallen: Das war zu wenig. Eines WM-Kampfes war Klitschkos medial hochgejazzter Kampf gegen Rahman gewiss nicht würdig.

Klitschko hatte es - wieder einmal - mit einem harmlosen, ausgebrannten alternden Boxer zu tun, der einem nur aus einem Grund Respekt abnötigte: Weil er sich furchtlos und ohne Rücksicht auf Leib und Leben der Schlagwucht von "Dr. Steelhammer" aussetzte.

Und es gab - wieder einmal - nur eine Frage von Belang, die man sich während des Trauerspiel in der SAP-Arena stellte: Was wäre, wenn dem Ukrainer einmal nur ein ernsthafter Gegner gegenüber stünde?

Doch der ist weit und breit nicht in Sicht, und nicht einmal dafür können die beiden ukrainischen Schwergewichte etwas. Denn: Boxer von wahrem Schrot und Korn hat das Schwergewicht derzeit nicht zu bieten. Und der kümmerliche Rest wird von den beiden K-Brüdern mit Urgewalt zertrümmert.

Welcher von den Namen, die jetzt gehandelt werden, sollte den beiden Brüdern wirklich das Wasser reichen können?

Der einzige, dem man dies zugetraut hätte, der frühere Champion Lennox Lewis, wird nicht aus dem Ruhestand zurückkehren, das hat dieser in Mannheim kundgetan.

Also geht es in dem Stil weiter, wie es das Kampfmotto der Klitschko-Brüder am Samstagabend versprochen hatte: Der Nächste bitte.

Für die Fans ist das keine gute Nachricht.

Denn auch beim kommenden Klitschko-Kampf wird eines bereits von vornherein feststehen: Der Name des Siegers.

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