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Muhammad Ali wurde 1999 vom IOC zum "Sportler des Jahrhunderts" gewählt © getty

Neben Ali verblassen für Trainer-Legende Angelo Dundee alle Schwergewichte. Die Klitschkos seien "zu langsam und zu statisch".

Berlin - Ali, Ali und noch einmal Ali - für Trainer-Legende Angelo Dundee gibt es keinen Zweifel, wer der größte Boxer aller Zeiten ist.

"Bitte verwenden Sie im Zusammenhang mit Boxen nie das Wort groß, größer oder Größter. Weil dieses Attribut nur einem zusteht: Muhammad Ali", sagte der Erfolgscoach in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

Am Dienstag wird Angelo Dundee 90 Jahre alt, aber immer noch trainiert der Italo-Amerikaner junge Talente.

"Was kann es Schöneres geben, als jungen Menschen das Boxen zu lehren", sagte Dundee.

WM-Titel mit 14 Boxern

Neben Muhammad Ali, den er von 1960 bis zum Karriereende 1980 trainiert hatte, führte Angelo Dundee 14 weitere Boxer zum WM-Titel, darunter Stars wie Sugar Ray Leonard und George Foreman.

Sein Herz aber schlägt besonders für Ali.

"Muhammad war der kompletteste Fighter, er konnte einfach alles. Zudem war er extrem willensstark und selbstbewusst. Er war der Erste im Gym und ging als Letzter. Er war einfach unglaublich, auch als Mensch. Er ist so herzensgut wie kein Zweiter", sagte er über seinen einstigen Zögling.

"Wir sind Freunde fürs Leben"

Noch immer habe er regelmäßigen Kontakt zu Ali, dieser habe ihn erst ein paar Tage zuvor angerufen. "Wir sind Freunde fürs Leben", so Dundee.

Nur schwer verkraften könne er es, dass Muhammad Ali von der Parkinson-Krankheit so schwer gezeichnet ist. "Es tut wahnsinnig weh, es bricht mir das Herz. Ich könnte heulen, weil ich ihm auch nicht helfen kann", sagte Dundee.

Von den beiden Klitschko-Brüdern Witali und Wladimir hält Angelo Dundee nicht so viel.

Klitschkos zu langsam

Sie seien aufgrund ihrer Größe "zu langsam und zu statisch. Irgendwie tun sie mir auch leid. Denn echte Herausforderer gibt es für sie nicht", so Dundee.

Klar ist für ihn, dass die beiden Weltmeister aus der Ukraine Ali keine Probleme bereitet hätten. "Er würde mit ihnen spielen, sie austanzen. Auch Larry Holmes, Joe Frazier oder George Foreman würden die Klitschko-Brüder schlagen", meinte Dundee.

Sie seien alle viel schneller und beweglicher gewesen, hätten einen starken Jab und ein großes Herz besessen.

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