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Alexander Powetkin hat bisher jeden seiner 22 Profi-Kämpfe gewonnen © getty

Der Coach packt Powetkin bei der Ehre - der zieht den Kopf aus der Schlinge. Sein Manager dämpft Hoffnungen auf die Klitschkos.

Erfurt - Ein möglicher Kampf gegen Super-Champion Wladimir Klitschko - das war das bestimmende Thema nach dem klaren Punktsieg (116:112, 117:113, 117:113) Alexander Powetkins gegen Ruslan Chagaev. (BERICHT: Powetkin neuer Weltmeister)

Doch ausgerechnet Powetkins Management trübte die Aussichten des frisch gekürten WBA-Champions im Schwergewicht.

"Ich glaube nicht, dass uns die Klitschkos ein Angebot machen, das wir akzeptieren können. Sie sind für Knebelverträge bekannt", sagte Sauerland-Geschäftsführer Christian Meyer unmittelbar nach dem Kampf.

In den zwölf Runden zuvor hatte der Olympiasieger von 2004 Werbung in eigener Sache gemacht.

Nach Chagaev-Hammer vor dem K.o.

Vor 4300 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Erfurter Messehalle beherrschte der "Weiße Tiger" über weite Strecken das Geschehen.

"Ich war heute einfach der Bessere", sagte Powetkin. Dabei stand der 31 Jahre alte Linksausleger vor den Augen von Ex-Weltmeister Evander Holyfield zwischenzeitlich kurz vor dem Knockout. (NEWS: Holyfield will Klitschko-Kampf )

Als Chagaev in der sechsten Runde seinen gefürchteten linken Hammer auspackte, taumelte Powetkin durch den Ring. Mit hochrotem Kopf und weit aufgerissenem Mund rettete sich der Russe in die Ringpause.

"Der Kampf stand am Rande des Abbruchs", urteilte TV-Experte Henry Maske.

"Heute war Alexander-Tag"

Erst ein Griff in die Trickkiste sorgte für die Wende. Powetkin-Coach Teddy Atlas packte seinen Schützling bei der Ehre. "Kämpfe für deinen verstorbenen Vater", sagte Atlas. "Ich bin erfahren. Ich weiß, was ein Boxer braucht", kommentierte Atlas seine ungewöhnliche Methode.

Ruslan Chagaev erkannte die Überlegenheit des Gegners an: "Heute war Alexander-Tag. So ist Sport. Das Leben geht weiter."

Ob es für den 32-Jährigen eine Box-Zukunft geben wird, darf bezweifelt werden. Der Mann, der 2007 noch den als unbesiegbar geltenden Riesen Nikolaj Walujew verprügelt hatte, wird sich wohl von der großen Bühne des Schwergewichts-Boxens verabschieden.

Timm sauer auf passiven Chagaev

Entsprechend angefressen war sein Trainer. "Wenn es mit dem Boxen nicht läuft, muss man wenigstens kämpfen", sagte Michael Timm im Hinblick auf die ungewohnte Passivität des Usbeken.

Für Powetkin, der seine weiße Weste bei 22 Siegen in 22 Kämpfen behielt, beginnt jetzt erst einmal die Zeit des Wartens. Wunschgegner Klitschko wird vor 2013 nicht zu realisieren sein.

Eher kommt da schon ein Kampf mit Box-Opa Evander Holyfield in Betracht. "Mein Ziel ist es, noch einmal Weltmeister zu werden", sagte der 48-Jährige Ex-Champion. "Powetkin ist eine Option."

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