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Im Oktober gewann Vitali Klitschko (r.) den WBC-Titel gegen Samuel Peter © getty

Vitali Klitschko darf Provokateur David Haye "bestrafen": Im Juni 2009 steigt der Kampf wohl in einem Londoner Fußballstadion.

London - Der Auftrag wurde familienintern vergeben:

Profi-Boxweltmeister Vitali Klitschko aus der Ukraine kämpft im Juni 2009 voraussichtlich in London gegen den britischen Newcomer und Provokateur David Haye.

"Wir haben uns über die wesentlichen Punkte geeinigt. Es muss zwar noch alles in Vertragsform gegossen werden, aber wir erwarten keinerlei Probleme mehr", erklärte Klitschkos Manager Bernd Bönte am Montag dem "Sport-Informations-Dienst".

Zuvor hatte Haye selbst im englischen "BBC"-Radiosender "Five" live die Einigung mit dem Lager des WBC-Champions verkündet.

Gomez beansprucht WM-Kampf

Ob es sich bei dem Duell um einen Titelkampf handeln wird, ist noch unklar. Vitali Klitschko müsste nach seinem geglückten Comeback im vergangenen Oktober gegen Samuel Peter seinen WBC-Titel eigentlich gegen Pflicht-Herausforderer Juan Carlos Gomez (Kuba) verteidigen.

Doch an einem solchen Kampf hatte Klitschko kein großes Interesse gezeigt. Gomez unterdessen meldete sich nach der Kampf-Einigung zwischen Klitschko und Haye zu Wort.

Er erklärte in Richtung des Briten: "David, ich habe einen Rat an dich: Lass deine Finger von Vitali, der gehört mir. Nimm Du dir lieber Wladimir vor. Da wirst du leichtes Spiel haben. Vitali ist noch eine Nummer zu groß für dich." ("Wladimir boxt wie ein Mädchen")

Stamford-Bridge idealer Austragungsort

Bernd Bönte erklärte, dass die Stamford-Bridge-Arena des englischen Fußball-Spitzenklubs FC Chelsea das favorisierte Stadion für den Schwergewichtskampf gegen den 28 Jahre alten Herausforderer Haye sei: "Das Stadion ist wegen seiner Enge beinahe ideal für das Boxen."

Wir waren schon mehrere Male dort. Aber in London kommen auch noch weitere Stadien in Betracht", sagte Bönte.

Seiner Darstellung zufolge hätten der 37 Jahre alte Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir familienintern geklärt, wer gegen Haye antritt.

Haye provoziert Klitschkos

Der Brite hatte sich am vergangenen Sanmstag in Mannheim wenige Stunden vor dem Sieg von Doppel-Weltmeister Wladimir gegen Hasim Rahman (Rahman für Klitschko kein Gegner) durch einen provokanten Auftritt im Hotel der Klitschkos als Gegner ins Gespräch gebracht.

Dabei hatte Haye Vitali Klitschko beim Essen ein Magazin mit einer Fotomontage gezeigt, die Haye mit Wladimirs abgeschnittenem Kopf zeigte. Damit zog er sich den Zorn des älteren Klitschko-Champions zu. "Er wird dafür persönlich von mir bestraft", hatte Vitali erklärt.

Sachliche Verhandlungen

Nach dem Kampf in Mannheim herrschte allerdings laut Bönte und Haye, der bis März drei WM-Titel im Cruisergewicht hielt und danach ins Schwergewicht wechselte, in den Verhandlungen über einen Kampf nüchterne Sachlichkeit vor.

"Wir haben uns zusammengesetzt und in der Nacht zum Sonntag alles klar gemacht. Es ist alles erledigt und in trockenen Tüchern. Es fehlen nur noch die i-Punkte. Es ging nicht um Box-Politik, alles war klar und einfach. So, wie Boxen sein sollte", schilderte Haye die Gespräche in Mannheim aus seiner Sicht.

"Ein ungeheuer attraktiver Kampf"

Haye hat nach seinem Aufstieg ins Schwergewicht erst einen Profi-Kampf bestritten. Im November siegte der Brite gegen Monte Barrett in der fünften Runde durch K.o., nachdem er seinen Kontrahenten schon zuvor viermal zu Boden geschlagen hatte.

"Seine geringe Erfahrung wird durch seine Stärke ausgeglichen. Das wird ein ungeheuer attraktiver Kampf", sagte Bönte. Vitali Klitschko weist einen Rekord von 36 Siegen in 38 Kämpfen auf.

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