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Kräftemessen am Samstag in Zürich: Evander Holyfield (l.) und Nikolai Walujew. © getty

Seine Ringschlachten haben Boxgeschichte geschrieben. Am Samstag kämpft Evander Holyfield in Zürich gegen Nikolai Walujew.

München - Evander Holyfield ist eine Legende. Einer der größten Schwergewichtsboxer aller Zeiten.

Seine Ringschlachten gegen Mike Tyson, Riddick Bowe und Lennox Lewis haben Boxgeschichte geschrieben.

Fans und Sportler verneigen sich gleichermaßen vor dem Amerikaner, der es als einziger geschafft hat, viermal einen WM-Gürtel in der Königsklasse zu gewinnen. Er sollte längst in der Hall of Fame verewigt sein - seine große Zeit liegt schließlich mindestens neun Jahre zurück.

Am Samstag kämpft "The Real Deal" in Zürich gegen Nikolai Walujew. 46 Jahre alt, immer noch Preisboxer, ein Quastenflosser im Ring - wie der Urfisch ein überlebendes Fossil aus längst vergangenen Zeiten.

"Mein Traum ist es, als Weltmeister abzutreten"

Handverlesen als Gegner des 2,13 m langen russischen Riesen für den WM-Kampf um den WBA-Titel. Ein Champion, der zum Journeyman geworden ist.

"Mein Traum ist es, als Weltmeister abzutreten", sagt der Amerikaner. Die Chance hat er gehabt, nachdem er 2000 gegen John Ruiz gewinnen konnte.

Die Masche zieht - in Europa

Schon damals nicht mehr überzeugend. Jetzt vermarktet er nur noch seinen Namen. Die Masche zieht - in Europa.

"Evander ist ein Riesenname, ein Riesenboxer, eine Riesengeschichte", schwärmte Geschäftsführer Chris Meyer von Walujews Promoter Sauerland Event.

In Amerika, wo er in einigen Staaten keine Box-Lizenz mehr besitzt, will Holyfield niemand mehr sehen. 750.000 Dollar kassiert der gläubige Christ für das ungleiche Duell mit dem elf Jahre jüngeren, 39 Kilo schwereren und 24 Zentimeter größeren Russen.

"Das ist ein Schlag ins Gesicht gegenüber dem, was ich gewohnt war", sagt Holyfield selbst.

Bisswunde am Ohr

40 Millionen Dollar hat er einst für einen Kampf gegen Tyson bekommen, gegen den er 1997 eine Bisswunde am Ohr davongetragen hat.

Aber die Kosten - Holyfield hat elf Kinder von fünf Frauen, die ihn jährlich 500.000 Dollar Unterhalt kosten. Er hat zwei teure Scheidungen hinter sich und er leistet sich immer noch den Unterhalt einer 20-Millionen-Villa mit 109 Zimmern nahe Atlanta.

"Ich habe harte Jahre hinter mir", räumt Holyfield ein, "aber jeder wird getestet in seinem Leben."

Den Körper wie von einem Bildhauer

Sein Körper sieht immer noch wie das Werk eines Bildhauers aus. Für sein Lebensalter erstaunlich. Vor zwei Jahren tauchte sein Name im Zusammenhang mit einem Dopingskandal im US-Sport auf.

Aber natürlich war es ein ganz anderer, der 2004 bei einer Internetapotheke Wachstums- und Sexualhormone bestellt hatte.

Ein Evan Fields nämlich, gleiches Geburtsdatum, gleiche Telefonnummer, ganz ähnliche Adresse. "Ich nehme keine Steroide und habe nie welche genommen", sagt Holyfield. Das Gegenteil wurde nie bewiesen.

Legenden zweifeln nicht

Samstag also steigt er wieder in den Ring. Sollte er siegen, wäre er der älteste Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten.

George Foreman war bei seinem Sensationserfolg 1994 über Michael Moorer "erst" 45 Jahre alt. "Es ist noch etwas zu erledigen für mich", sagt Evander Holyfield, "ich bin mir sicher, dass ich gewinne."

Legenden zweifeln nicht.

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