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Nikolay Walujew besiegt Evander Holyfield mit 114:114, 116:112, 115:114 © getty

Nach der Titelverteidigung Nikolai Walujews im Schwergewicht gegen Evander Holyfield deutet vieles auf ein Re-Match hin.

Zürich - Über eine Stunde nach Mitternacht nahm Promoter Wilfried Sauerland das Zauberwort in den Mund: "Re-Match!". 12.500 Zuschauer im Hallenstadion in Zürich hatten den WM-Kampf im Schwergewicht zwischen Titelverteidiger Nikolai Walujew und der Box-Legende Evander Holyfield bejubelt.

Der Kampf war ein Erfolg für alle Beteiligten, alles spricht dafür, ihn noch einmal zu machen. Walujew - Holyfield II ist schon in der Planung.

Holyfield fühlt sich als Sieger

Walujew verteidigte seinen WBA-Titel knapp nach Punkten (114:114, 116:112, 115:114), Herausforderer Holyfield bot eine Leistung, die dem 46-Jährigen kaum noch jemand zugetraut hatte und fühlte sich natürlich als Sieger.

Der US-Amerikaner scheiterte zwar bei dem Versuch, zum ältesten Schwergewichtschamp aller Zeiten zu werden und als erster fünfmal einen WM-Gürtel zu gewinnen, er bot aber eine für sein Alter beeindruckende Vorstellung. "Ich habe mehr getroffen, ich habe den Kampf gewonnen", sagte Holyfield, "mein Ziel bleibt, wieder Weltmeister zu werden."

Pfiffe und Buh-Rufe

Als das Urteil von Ringsprecher Michael Buffer verlesen wurde, brachen in der Halle ohrenbetäubend laute Pfiffe und Buh-Rufe aus.

Schon vor dem Kampf musste sich Walujew bei der Vorstellung Pfiffe anhören, Holyfield wurde bejubelt und während des Fights immer wieder mit Sprechchören angefeuert.

Wie Rumpelstilzchen hüpfte der alte Mann aus Atlanta um den unbeweglichen 141 Kilo schweren Champion herum, traf mit Kontern und war dann wieder verschwunden. Der 2,13 m lange Russe kam dagegen zunächst kaum einmal an den 24 Zentimeter kleineren und knapp 44 Kilo leichteren Herausforderer heran.

Erst als Holyfield in der zweiten Kampfhälfte etwas die Luft ausging, übernahm der Champion das Kommando. Die Wertung des Kampfgerichts ist absolut nachvollziehbar.

Stolzer Walujew

"Holyfield muss als Herausforderer mehr tun als nur zu versuchen, Schläge zu vermeiden", sagte Sauerland, "er hat die erste Hälfte des Kampfes gewonnen, Niko die zweite." Walujew gab zu: "Es war ein schwerer Kampf, Holyfield war unglaublich schnell und ich bin stolz, dass ich gegen ihn antreten durfte."

Holyfield wiederum lobte den Russen, alle Aussagen klangen bereits nach einer Bewerbung für die zweite Auflage: "Er hat schnellere Hände als man denkt. Ich bin nicht enttäuscht, sondern mit meiner Leistung zufrieden. Es war mein bester Kampf seit zehn Jahren."

Chagaev das Zünglein an der Waage

Ob ein erneutes Match zwischen den beiden tatsächlich zustande kommen kann, hängt wesentlich von Ruslan Chagaev ab. Der Usbeke, der als bislang einziger Kämpfer Walujew bezwingen konnte, wird durch seine Verletzungsauszeit als "Champion im Ruhestand" geführt und hat das erste Herausfordererrecht.

Sollte er wieder alte Form erreichen, geht er als Favorit in die Begegnung, Chagaev ist ebenso beweglich wie Holyfield, kann die Rein-Treffer-Raus-Strategie aber über die volle Distanz durchhalten.

Wiedersehen in Zürich?

Bis 30. Juni muss der Fight über die Bühne gehen. Chagaev will deshalb am 7. Februar gegen den unbekannten Amerikaner Carl Davis Drummond einen Aufbaukampf bestreiten, den sein Promoter Universum als WM-Kampf verkauft.

"Gegen den Kampf haben wir Einspruch erhoben, den WM-Gürtel hat Nikolai", sagt Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer, "Walujew ist etwa im März bereit zum Fight gegen Chagaev. Und danach machen wir wieder Holyfield in Zürich."

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