Nach dem Tod von "Smokin' Joe" erinnert SPORT1-Redakteur Wolfgang Kleine an den ersten Fight zwischen Frazier und Ali.

Um Box-WM-Kämpfe live vor dem Fernseher zu verfolgen, nehmen Fans sogar ein schweres Unglück in Kauf. So ein Mann in Indonesien.

Weil er einen Fight in den USA nicht empfangen konnte, kletterte er aufs Dach seines Hauses und dreht an der Satellitenschüssel herum. Dabei verlor er den Halt und stürzte zu Tode.

Der Sieger des WM-Kampfes hörte später von dem tragischen Unglück, war gerührt und spendete 10.000 Dollar seiner Gage für die Hinterbliebenen.

Boxen im Fernsehen war als Liveübertragung nicht immer selbstverständlich.

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Die großen Kämpfe zwischen Muhammad Ali und dem am Dienstag verstorbenen Joe Frazier waren nicht nur Box-Spektakel, sondern in der damaligen Zeit auch Medienereignisse.

Als die beiden Megastars am 8. März 1971 in den USA aufeinandertrafen, waren die Fans in Deutschland und Europa froh, dass sie von dort aus Livebilder sahen.

Denn erst rund drei Jahre zuvor waren solche interkontinentalen Übertragungen durch die ins All geschossenen TV-Satelliten möglich. Livebilder aus den USA - das war etwas Besonderes. Und so waren nicht nur unsere Väter, sondern auch wir auf die Übertragungen gespannt.

Klappt das mit dem Satelliten, oder schauen wir wieder in die Röhre, wenn der Satellit im Erdschatten verschwand?

Also doppelte Spannung - sportlich und medientechnisch nach dem Theater, das im Vorfeld des Duells zwischen Ali und Frazier veranstaltet wurde.

Der Wecker stand auf 3.45 Uhr, Vater schmiss einen aus dem Bett. Um 4.00 Uhr deutscher Zeit hieß es "Get ready for Rumble". Die deutschen Fans fieberten vor allem mit Ali. Sie waren in tiefer Nacht hellwach.

Doch das Daumendrücken half nichts. In der letzten Runde wurde der "Größte" von "Smokin' Joe" gnadenlos mit einem Haken erwischt. Ali ging zu Boden, rappelte sich wieder auf, aber verlor den Kampf nach Punkten.

Es war die erste Niederlage für Ali. Für uns Fans waren die großen Fights ein Erfolg - eine Box- und TV-Delikatesse.

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eines bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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