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Wladimir Klitschko ist Weltmeister der Boxverbände IBF, WBO, WBA und IBO © getty

Wladimir Klitschko bereitet sich auf die Titelverteidigung gegen Mormeck. Über kommende Gegner wird bereits wild spekuliert.

Going - Ein wenig Entertainment durfte dann doch sein.

Mit geschlossenen Augen traktierte Wladimir Klitschko am Ende seiner Trainingseinheit den Speedball, verließ sich dabei ganz auf seinen Tast- und Gehörsinn und schnitt belustigt Grimassen. (NEWS: Alle Box-News)

Im Duell mit dem 39 Jahre alten Franzosen Jean-Marc Mormeck am 10. Dezember in Düsseldorf wird der Box-Weltmeister im Schwergewicht gewiss nicht ohne seine Augen auskommen, und der Ukrainer ist auch weit davon entfernt, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen.

Doch die Suche nach einer großen Herausforderung für die Klitschko-Brüder nahm am Rande des Trainingslagers im österreichischen Going am Wilden Kaiser bereits einigen Raum ein.

Sauerland muss sich bewegen

In Betracht kommt dabei weiterhin ein Duell mit einem Boxer des Sauerland-Stalls.

Zuvorderst sind die Namen des Russen Alexander Powetkin und des Finnen Robert Helenius zu nennen. Der deutsche Weltmeister im Cruisergewicht, Marco Huck, scheint dagegen noch keine echte Option darzustellen, obwohl er sich selbst in Stellung gebracht hat.

Für Manager Bernd Bönte muss aber zunächst im wichtigsten Punkt Klarheit herrschen: "Klitschko-Kämpfe finden bei 'RTL' statt. Das wird so bleiben, den Weltmeister haben wir. Es kann nicht sein, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt", sagte er neuerlich.

Das Sauerland-Management arbeitet mit der "ARD" zusammen und wird sich wohl bewegen müssen, wenn einer ihrer Kämpfer tatsächlich die Klitschkos stürzen möchte.

Lob für Powetkin

Doch wie groß gerade bei Powetkin der Wunsch nach einem solchen Fight ist, ist fraglich. "Sein Trainer Teddy Atlas wollte und will den Kampf nicht. Wir haben alles dafür getan", sagte Bönte: "Wir können jemanden nicht zum Jagen tragen".

Gleichwohl bleibt der Russe für Wladimirs Coach Emanuel Steward eine echte Alternative für 2012. "Powetkin war gegen Chagaev beeindruckend, er wäre sicher ein möglicher Gegner", sagte der 67-Jährige.

"Nonsens, so früh aufzuhören"

Eher noch kommt aber ein Duell mit Helenius in Frage. Doch der ungeschlagene 27-Jährige muss sich zuvor noch in mindestens zwei Kämpfen bewähren.

Dann aber hält Bönte alles für möglich. "Wenn sich jemand vom Durchschnitt absetzt, ist er immer ein Thema - für beide Klitschkos".

Wladimir lässt dagegen den Blick auch nach Großbritannien schweifen. Dort sind aus seiner Sicht Dereck Chisora und Tyson Fury denkbare Kandidaten. Und so ganz ist auch der verhasste David Haye nicht von der Bildfläche verschwunden. (425534DIASHOW: Klitschko gegen Haye)

"Es ist eigentlich Nonsens, so früh aufzuhören", sagte Klitschko über den 31-Jährigen, der an seinem letzten Geburtstag zurückgetreten war. (BERICHT: Haye-Comeback gegen Vitali?)

Klitschko vor K.o-Jubiläum

Konkretisieren will Klitschko seine Gedanken im Moment nicht, denn er will nicht vom Kampf gegen Mormeck ablenken.

"Ich werde nicht über diesen Fight hinausschauen. Das habe ich noch nie getan". Schließlich könnte Klitschko ja seinen 50. K.o.-Sieg der Karriere landen.

Manager Bönte warnte davor, den früheren Cruisergewichtler zu unterschätzen: "Wladimir hat dreimal diesen Fehler gemacht und jedes Mal die Rechnung dafür bezahlt. Das passiert ihm nicht mehr".

Bei jeder seiner drei Niederlagen wurde Klitschko überrascht, doch dass Mormeck zu einem solchen Coup in der Lage ist, wird weithin bezweifelt.

Respekt vor Mormeck

Der 35 Jahre alte Klitschko bezeichnet ihn zwar als "Kraftpaket" und einen, "der zwölf Runden Vollgas gibt".

"Als Mormeck mit ruhigem Blick gesagt hat, dass er erster französischer Weltmeister im Schwergewicht werden möchte, da war ich schon etwas besorgt und bin schnell ins Camp eingezogen", sagte Klitschko.

Der 1,81 m kleine Franzose hat jedoch im Schwergewicht nach bislang nur drei Kämpfen nicht den klangvollsten Namen.

Und deshalb hält die stete Suche nach der ultimativen Herausforderung an.

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