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Angelo Dundee (r., 1975 mit Muhammad Ali) ist seit 1994 in der World Boxing Hall of Fame © imago

Angelo Dundee war das Herz und die Seele hinter dem Boxer Ali. Er trainierte 15 Box-Weltmeister und liebte doch nur den einen.

München - Er wollte so gerne 100 werden, trainierte mit 90 noch regelmäßig Kinder und stand beim 70. Geburtstag von Muhammad Ali vor knapp drei Wochen fast ebenso im Rampenlicht wie der Größte selbst.

Das mit den 100 hat Angelo Dundee nicht mehr geschafft, am 1. Februar hat der legendäre kleine Mann, der 15 Box-Weltmeister trainierte und doch stets nur den einen liebte, den Ring verlassen.

Für immer.

Angelo Dundee starb im Kreise seiner Familie und seiner Freunde in Tampa an einem Herzinfarkt.

"Er war bis zuletzt glücklich", sagte sein Sohn Jimmy Dundee: "Er liebte das Leben und seine Boxer, und er liebte Ali."

Ali hält zu Dundee

Vor allem Ali. Nur Ali. Angelo Dundee war das Herz und die Seele hinter den legendären Kämpfen, hinter dem Menschen und dem Boxer Ali.

Und der Größte hielt zu seinem Freund und Mentor, auch in Zeiten, in denen die Black Muslims Ali vehement aufforderten, einen schwarzen Trainer zu verpflichten.

"Fifth Street Gym"

Angelo Dundee kam am 30. August 1921 als Angelo Merena in Philadelphia zur Welt, später ging er nach New York, wo er Ende der 40er Jahre im "Stillman's Gym" alles lernte, was das Boxen ausmacht.

Er und sein älterer Bruder Chris änderten ihren Familiennamen später in Dundee, eine Hommage an den damaligen US-Meisterboxer Johnny Dundee.

Die Brüder zogen weiter nach Miami und eröffneten 1950 mitten im Herzen von Floridas Partymeile ihr legendäres "Fifth Street Gym".

Dort traf Angelo auf einen jungen Boxer namens Cassius Clay. "Er ließ mich immer genau der sein, der ich sein wollte, und er war loyal. Dewegen liebe ich Angelo", schrieb Ali viel später als Vorwort in Dundees Buch "Axis of Greatness".

"Groß" ist nur Ali

Ali, Ali und noch einmal Ali - für Angelo Dundee gab es nie einen Zweifel, wer der größte Boxer aller Zeiten ist.

"Bitte verwenden Sie im Zusammenhang mit Boxen nie das Wort groß, größer oder Größter. Weil dieses Attribut nur einem zusteht: Muhammad Ali", sagte er einst der "Welt am Sonntag".

Mit den Klitschkos hatte er es nicht so, sein Traum war es bis zuletzt, einen jungen Boxer zu finden, der die Brüder K.o. schlägt und so das Schwergewicht wieder spannend macht.

Ali der kompletteste Fighter

Neben Muhammad Ali, den er von 1960 bis zum Karriereende 1980 trainiert hatte, führte Angelo Dundee 14 weitere Boxer zum WM-Titel, darunter Stars wie Sugar Ray Leonard und George Foreman.

Sein Herz aber schlug stets für Ali. "Muhammad war der kompletteste Fighter, er konnte einfach alles. Zudem war er extrem willensstark und selbstbewusst.

Er war der Erste im Gym und ging als Letzter. Er war einfach unglaublich, auch als Mensch. Er ist so herzensgut wie kein Zweiter", sagte er über seinen einstigen Zögling.

Freunde fürs Leben

Bis zuletzt hatte er regelmäßigen Kontakt zu Ali.

"Wir sind Freunde fürs Leben", sagte Angelo Dundee. Nur schwer verkraften konnte er, dass Muhammad Ali von der Parkinson-Krankheit so schwer gezeichnet ist.

"Es tut wahnsinnig weh, es bricht mir das Herz. Ich könnte heulen, weil ich ihm auch nicht helfen kann."

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