vergrößernverkleinern
Dereck Chisora (r.) hat 15 seiner 17 Profi-Kämpfe gewonnen, neun davon mit K.o. © getty

Dereck Chisora spuckt vor dem Kampf gegen Vitali Klitschko wie viele vor ihm große Töne. Der Weltmeister lobt den Rivalen.

München - Vitali Klitschko wischte die Verbalattacken einfach lächelnd beiseite und blieb völlig entspannt.

Fünf Tage vor dem Kampf gegen Herausforderer Dereck Chisora um die WBC-Schwergewichtsweltmeisterschaft parierte der Box-Champion die starken Töne des Briten mit spielerischer Leichtigkeit.

"Du bist hart, wild und hungrig. Doch es gibt ein Aber: Du hast den falschen Gegner", entgegnete Klitschko Chisora während der Pressekonferenz in München.

Der Ukrainer gab zwar zu, beeindruckt vom Gegner zu sein.

Chisora sei der "stärkste Herausforderer im Moment", marschiere "ununterbrochen nach vorne", sei "frech und selbstbewusst", sagte Klitschko.

Den Gürtel werde der Brite am Samstag in der Olympiahalle dennoch nicht bekommen.

Klitschko "bereit wie noch nie"

Denn die Ansage des 27-Jährigen, Klitschko in der achten Runde ausknocken zu wollen, habe ihn nur zusätzlich angestachelt.

"Mit dem Eindruck von dir habe ich mich vorbereitet, ich bin bereit wie noch nie", sagte Klitschko, der klarmachte, dass niemand ihn aufhalten könne.

"Auch du kannst mich nicht stoppen", ließ er Chisora wissen.

Chisora-Manager verspricht Sensation

Der "Del Boy", der zuletzt eine umstrittene Niederlage gegen den Finnen Robert Helenius erlitten hatte, hatte zuvor angekündigt, es sei "Zeit für einen neuen König", die Klitschko-Brüder hätten "den Sport getötet, den ich liebe".

Sein Manager Francis Warren versprach ebenfalls das Ende der Klitschko-Ära: "Es wird eine der größten Sensationen in der Geschichte."

Chisora, der erster britischer Weltmeister im Schwergewicht seit Lennox Lewis werden will, legte am Montag noch einmal nach und behauptete, er rieche bei Klitschko "die Angst, etwas Großes zu verlieren".

[kaltura id="0_q10bju0d" class="full_size" title="Klitschko hofft auf "eine Schlacht" "]

Klitschko, ein "Jahrhundertmensch"

Dr. Eisenfaust ließ sich vor seinem 46. Profikampf aber auch davon nicht in Verlegenheit bringen.

"Es wäre gut, wenn Dereck überhaupt bis zur achten Runde stehen bleibt", sagte Klitschko, der bislang 40 K.o.-Siege auf dem Konto hat.

Ebenso wie der 40-jährige Titelverteidiger nahm auch sein Trainer Fritz Sdunek die Sprüche des Kontrahenten ohne Regung zur Kenntnis.

"Wir haben schon häufig große Worte gehört. Immer wieder gab es Boxer, die ihn in Rente schicken wollten", sagte der gebürtige Mecklenburger.

Geschafft habe es bisher keiner und auch diesmal "wird der alte und neue Weltmeister Vitali Klitschko heißen". Sdunek hatte seinen Schützling zuletzt gar als "Jahrhundertmensch" bezeichnet, der noch keinerlei Anzeichen der Schwäche erkennen lasse.

Haye als TV-Experte dabei

Der Kampf in der ausverkauften Olympiahalle, der erste Klitschko-Fight in München seit über acht Jahren, werde "einmalig", kündigte Vitali an.

Sein Manager Bernd Bönte erwartet ein "klassisches Duell des jungen Wilden gegen die lebende Legende", zu dem ein besonderer Gast erwartet wird.

Der britische Klitschko-Erzrivale David Haye, der im Juli 2011 gegen Wladimir verloren und die Brüder zuvor übel beleidigt hatte, soll als Experte für den übertragenden britischen TV-Sender anwesend sein.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel