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Marco Huck feierte bislang 34 Siege - 25 davon durch K.o. © getty

Vor seinem ersten WM-Kampf im Schwergewicht gegen Powetkin erhält Käpt'n Huck einen Drohbrief. Nun sorgt er sich um seine Familie

Stuttgart - Zuletzt Ohrfeige und Prügelei, nun sogar eine Morddrohung:

Nach den skandalösen Vorfällen rund um den WM-Kampf zwischen Vitali Klitschko und Dereck Chisora in der vergangenen Woche muss das Profiboxen erneut mit negativen Begleiterscheinungen kämpfen (BERICHT: Klitschko verteidigt Titel - Eklat nach dem Kampf).

Cruisergewichts-Weltmeister Marco Huck hat vor seinem Schwergewichts-Debüt am Samstagabend in Stuttgart gegen den Russen Alexander Powetkin eine Morddrohung erhalten.

Das bestätigten Huck und der Sauerland-Boxstall am Donnerstag.

Polizei sucht DNA-Spuren

"Ich war natürlich nicht erfreut darüber. Das ist eine böse Sache. Ich mache mir keine Sorgen wegen mir, aber natürlich wegen meiner Familie", sagte Huck, der bereits Anzeige erstattet hat, bei "Sky":

"Natürlich ist das nicht einfach für mich. Man muss sich nur mal in meine Lage versetzen. Ich bin eine Person des öffentlichen Lebens, habe viele Termine. Da weiß man nie, wer neben einem steht."

Nach Angaben Hucks hat die Polizei bereits die Ermittlungen aufgenommen. Dabei soll der Speichel, mit dem der Brief verschlossen wurde, untersucht werden.

"Die Polizei hofft, DNA-Spuren zu finden", äußerte Huck. (352172DIASHOW: Skandale im Boxsport)

[kaltura id="0_d4a3mojp" class="full_size" title="Eklat auf der Pressekonferenz"]

Drohbrief in der Fanpost

Laut Sauerland-Sprecher Frank Bleydorn ging der Brief an den Boxstall (INTERVIEW: BdB-Präsident Thomas Pütz bei SPORT1).

"Er war in Marcos Fanpost. Es ist richtig, dass wir die Sicherheitsmaßnahmen rund um den anstehenden Kampf erhöht haben", sagte Bleydorn.

Huck und sein Trainer Ulli Wegner haben sich in ein geheimgehaltenes Hotel zurückgezogen, die Anzahl der Sicherheitsleute wurde erhöht.

Umzug nach Berlin

In dem anonymen Drohbrief wird der gebürtige Serbe als Angeber mit großer Klappe bezeichnet, der nur schlagen und große Sprüche klopfen könne, und nun gejagt werde.

Huck solle dahin zurückgehen, wo er hergekommen sei, sonst sei dies sein Ende. Auch die Familie des 27-Jährigen und Coach Wegner werden in dem Schreiben bedroht.

Huck wohnt mit seinen Eltern, seiner Frau und seinen Geschwistern seit Anfang des Jahres in einer Berliner Villa.

Der Boxer, der 34 seiner 35 Profikämpfe gewonnen hat, war unter anderem deshalb von Bielefeld nach Berlin gezogen, weil in seine Wohnung in Ostwestfalen während eines Kampfes eingebrochen worden war.

Debüt gegen unechten Weltmeister

Huck wird am Samsag sein Debüt im Schwergewicht feiern.

Gegen Powetkin geht es um einen WM-Titel zweiter Klasse. Der Russe ist zwar Olympiasieger von Athen und hat alle seine bisherigen 23 Profikämpfe gewonnen, er ist aber nicht der wahre Weltmeister.

Powetkin wird im Weltverband WBA nur unter diesem Titel geführt, weil Wladimir Klitschko (Champion bei WBA, IBF und WB0) als Super-Weltmeister bezeichnet wird.

Powetkin nur Zwischenstopp

Sollte Huck den Kampf gegen Powetkin gewinnen, will er gegen einen der Klitschkos um einen echten Titel kämpfen.

"Eigentlich sehe ich Powetkin nur als Zwischenstation auf dem Weg zu den Klitschkos. Ich respektiere die Leistungen von Vitali und Wladimir. Aber ich bin mir auch sicher, dass ich beide schlagen kann", sagte der extrovertierte Huck.

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