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Wladimir Klitschko (l.) hat 56 seiner 60 WM- Kämpfe gewonnen, 49 davon durch K.o. © getty

Wladimir Klitschkopeilt gegen Jean-Marc Mormeck den 50. K.O. an. Die Favoritenrolle nimmt er nicht auf die leichte Schulter.

Düsseldorf - Wladimir Klitschko und Jean-Marc Mormeck lächelten sich an und reichten sich die Hände, doch am Samstag soll es mit der Freundlichkeit vorbei sein.

Der Schwergewichtsweltmeister Klitschko (35) peilt gegen den vier Jahre älteren und 17 cm kleineren Herausforderer in seinem 60. Profikampf den 50. K.o.-Sieg und die erfolgreiche Verteidigung seiner vier WM-Gürtel an.

"Ich bin bereit für diese Herausforderung. Ich habe immer noch den Hunger und nehme die Aufgabe nicht zu leicht", sagte Klitschko bei der offiziellen Pressekonferenz in einem Nobelhotel auf der Düsseldorfer Prachtmeile Königsallee.

Kampfansage von Mormeck

Der seit dem 10. April 2004 ungeschlagene Klitschko wirkt vor dem Fight am Samstag fest entschlossen.

Regungslos und konzentriert verfolgte er die Kampfansagen seines Herausforderers, der sich zum ersten französischen Schwergewichtschampion krönen will.

"Ich habe einen eisernen Willen und bin zäh. Ich habe die mentale Stärke. Hat er sie auch?", fragte Mormeck, der betonte, dass er keine Angst habe - vor niemandem.

Kein Vergleich zu Chisora

Trotz der großen Töne kommt der wegen seines Kampfstils im Klitschko-Lager als "Mini-Tyson" bezeichnete Mormeck sympathisch rüber.

Kein Vergleich zum britischen Box-Rüpel Dereck Chisora, der zuletzt nach Punkten gegen Wladimirs großen Bruder Witali verlor. Wladimir Klitschko traut dem Frieden allerdings nicht. (BERICHT: Klitschko verteidigt Titel - Eklat nach dem Kampf)

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"Wir haben erst Montag. So friedlich hat die PK zwischen Witali und Chisora auch angefangen. Ich bin gespannt auf das öffentliche Training und das Einwiegen", sagte Klitschko, der IBF- und IBO-Weltmeister sowie WBO- und WBA-Superchampion ist.

Klitschko ist gewarnt

Den Gegner will "Dr. Steelhammer", der sich traditionell in den Tiroler Bergen auf den Kampf vorbereitet hat, trotz seiner klaren Favoritenrolle nicht auf die leichte Schulter nehmen.

"Es ist wahnsinnig schwer, gegen einen Mann zu boxen, der viel kleiner ist als ich", sagte Klitschko, der höflich anfügte: "Er sieht ziemlich fit aus, er ist sehr athletisch."

Auch Klitschkos Trainer Emanuel Steward warnte davor, Jean-Marc Mormeck zu unterschätzen. "Wir erwarten einen engeren Ausgang als die Öffentlichkeit", ssagte Steward, der aber erklärte, Wladimir sei in "absoluter Topform".

Kein Gegner in Sicht

Für Klitschko ist es der 20. WM-Kampf und 60. Profikampf seiner Karriere. 56 Kämpfe hat er gewonnen, 49 davon vorzeitig.

Ein echter Gegner ist im Schwergewicht derzeit nicht in Sicht. Auch der Kampf zwischen Marco Huck und dem Russen Alexander Powetkin am vergangenen Samstag in Stuttgart, den Huck knapp nach Punkten verlor, konnte Klitschko nicht beeindrucken.

"Das war nicht viel", sagte Klitschko.

Mormecks großer Moment

Ob Mormeck mehr zu bieten hat, bleibt abzuwarten.

In seinen 40 Profikämpfen feierte er 36 Siege, 22 davon durch Knockout. "Wladimir ist ein großer Boxer - in jeder Hinsicht. Ich habe mich aber seit Jahren auf diesen Augenblick vorbereitet", sagte Mormeck.

Sein großer Augenblick sollte eigentlich schon früher kommen: Der Kampf sollte ursprünglich am 10. Dezember ausgetragen werden, aufgrund einer Nierenkolik Klitschkos musste er aber verschoben werden.

50.000 Zuschauer werden am Samstag in der Düsseldorfer Arena erwartet, derzeit gibt es noch 1400 Restkarten.

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