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Nikolai Walujew (l.) verteidigte seinen Titel zuletzt gegen Evander Holyfield © imago

Die Klitschkos wollen unbedingt den 4. WM-Titel und attackieren Nikolai Walujew und seine Promoter. Wilfried Sauerland kontert.

Von Marc Ellerich

München - Sie sind die unangefochtenen Könige des Schwergewichts, doch genau diese Dominanz ist das Problem der Klitschko-Brüder Wladimir und Vitali.

Ernsthafte Gegner zu finden, die genügend Publicity versprechen, wird immer schwieriger für die beiden Ukrainer.

Der Markt im Schwergewicht ist eng - und fast jeden Gegner haben die Ukrainer inzwischen mindestens einmal besiegt 44416(Bilder: "Dr. Steelhammer" zerbröselt den Felsen) .

Suche nach dem Gegner

Seit die beiden ehrgeizigen Schwergewichte ihre Titel verteidigten - Vitali bei seinem Comeback im Oktober gegen den Nigerianer Samuel Peter, Wladimir besiegte im Dezember in einem harmlosen Kampf den müden Hasim "The Rock" Rahman (KOMMENTAR: Eines WM-Kampfs unwürdig) - sind sie auf der Suche nach einem Gegner, der ausreichend PR-trächtig ist.

Und Schlagzeilen würde der WM-Fight gegen den "russischen Riesen" Nikolaj Walujew garantieren (ob dies auch aufs Niveau eines solchen Kampfes zuträfe, sei dahingestellt).

Allein, weil die Ukrainer für den Fall eines Sieges die Titel aller vier großen Verbände inne hätten und entsprechend vermarkten könnten, wäre ein solcher Kampf für sie attraktiv.

Verbale Offensive

Für Walujew bzw. seine Promoter Don King und Wilfried Sauerland träfe genau das Gegenteil zu, vor allem da mit einem Sieg des 2,13-Meter-Giganten - er darf sich WBA-Weltmeister nennen - gegen die agilen und schlagkräftigen Klitschkos kaum zu rechnen wäre.

Für den Fall einer Niederlage verlören King/Sauerland ihren einzigen prominenten Weltmeister in der einstigen Königsklasse des Boxens, und so ist die Konstellation ähnlich wie im Fall der beiden Champions Artur Abraham und Felix Sturm.

Die Klitschkos haben die Hoffnung auf die geschichtsträchtige Chance offenbar dennoch noch nicht aufgegeben und gingen diese Woche verbal in die Offensive.

"Sind überrascht"

Nach Meinung der beiden Brüder verhinderte die andere Seite den Kampf durch überzogene Geldforderungen.

Die Börse müsse brüderlich 50:50 geteilt werden. Für den Fight stünde jeder der beiden Brüder zur Verfügung.

Bei Sauerland reagiert man verwundert über die Aussagen der beiden Brüder in Moskau.

"Wir sind etwas überrascht von diesen Äußerungen", sagt Geschäftsführer Karl-Heinz Sauerland gegenüber Sport1.de: "Wir würden ein Angebot der Klitschkos sehr interessiert zu Kenntnis nehmen. Aber wir haben in den letzten zwölf Monaten von beiden nichts gehört."

Dichter Terminkalender

Sauerland stellt klar: "Wir sind jederzeit bereit, mit Nikolaj Walujew gegen einen der beiden Klitschkos anzutreten."

Allerdings, so glaubt der Promoter, stünde der Terminkalender der beiden Ukrainer derzeit einem Kampf gegen einen der Brüder entgegen.

Vitali Klitschko wird am 21. März seinen WBC-Titel gegen den Kubaner Juan Carlos Gomez in Stuttgart verteidigen (Klitschko lässt Fäuste in Stuttgart sprechen) .

Wladimir kämpft zunächst entweder gegen den von der IBF als Pflichtherausforderer genannten Russen Alexander Powetkin, den britischen Shootingstar David Haye (Klitschko vs. Haye: Kampf scheint sicher!) oder den US-Aufsteiger Chris Arreola.

Ob das tatsächlich so bleibt , ist, wie so häufig im Boxgeschäft, eine Angelegenheit der Promoter - und vor allem der Börse.

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