Ich-AG Sturm: Große Ziele ohne Box-Stall
München - Über leere Auftragsbücher kann sich die Ich-AG Felix Sturm momentan nicht beklagen.
Das Großprojekt Titelvereinigung ist noch gar nicht abgeschlossen, da winken bereits die nächsten lukrativen Geschäfte.
WBA-Weltmeister Sturm ist sein eigener Chef. Seit 2009 vermarktet sich der 33-Jährige selbst - und hat größere Pläne denn je.
"Mein langfristiges Ziel ist es, alle Titel der vier großen Weltverbände einzusammeln", hatte Sturm unlängst betont.
Sturm träumt von Titelvereinigung
Im Falle eines Sieges gegen den australischen IBF-Champion Daniel Geale am 1. September in Oberhausen will er auch noch die anderen beiden Gürtel erobern und sich damit zum alleinigen König im Mittelgewicht krönen.
Doch sein derzeitiger Fokus liegt allein auf dem kommenden Fight:
"Zunächst muss ich Geale schlagen." Danach sei er jedoch für alles offen.
Sturm spuckt große Töne
Vor wenigen Tagen heizte Sturm zudem einen möglichen anderen Kampf an. Den Sieger des Supermittelgewichts-Duells zwischen Arthur Abraham und dem derzeitigen Weltmeister Robert Stieglitz wolle er vor die Fäuste bekommen, sagte er der "Bild"-Zeitung.
Die beiden Aufgeforderten, die am Samstag in den Ring steigen, nahmen die Einladung dankend an.
"Er soll einen Termin mit meinem Management machen", forderte Stieglitz umgehend. "Ich kämpfe jeder Zeit gegen ihn", erklärte Abraham.
Bereits in den Jahren 2008 und 2009 hatte Abraham Sturm mehrfach ein Millionenangebot für das Mega-Duell unterbreitet, doch Sturms damaliger Manager Klaus-Peter Kohl hatte stets abgelehnt und die Offerte als unseriös bezeichnet.
Bruch mit Universum
Doch mittlerweile ist der gebürtige Leverkusener bosnischer Abstammung nicht mehr abhängig vom Universum-Promoter - 2009 machte sich Sturm nach einem langen Gerichtsstreit selbstständig.
"Kein Boxkampf mehr für Universum. Das Vertrauen ist zerstört", hatte Sturm damals gewettert. Der Grund: Sein Boxstall pochte auf eine einseitige Vertragsverlängerungsoption über drei Jahre.
Beim ausgehandelten Vergleich musste sich Sturm mit rund einer Million Euro Abfindung freikaufen. ( NEWS: Alles zum Boxen)
Anschließend beauftragte Sturm das Sportmarketingunternehmen UFA Sports, das unter anderem Vertriebsdienstleister des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist, für die Vermarktung der TV-Rechte, des Sponsorings und der Organisation der Kämpfe.
Sturm angelt sich Top-Vertrag
Ein lukrativer Fernsehvertrag für den technisch wohl versiertesten Boxer im Mittelgewicht ließ nicht lange auf sich warten: Seit 2010 werden Sturms Kämpfe von "SAT.1" übertragen.
Aufgrund guter Quoten wurde der Kontrakt mit dem Privatsender ein Jahr später um sechs Fights verlängert.
An den üppigen Kampf-Börsen der Klitschkos, die sich bereits seit 2004 selbst vermarkten und ihre Duelle bei "RTL" inszenieren lassen, reichen Sturms Einnahmen zwar noch nicht heran - doch mit jedem Sieg wird die "Ich-AG Sturm" wertvoller.