Sturm ledert gegen Comebacker Abraham
Essen - Ohne Trainer, dafür mit großen Tönen: Box-Champion Felix Sturm hat fünf Tage vor seinem Vereinigungskampf gegen Daniel Geale bereits zum nächsten Schlag ausgeholt und erneut Arthur Abraham herausgefordert.
"Ich wäre bereit, aber der hat in der Weltspitze eigentlich gar nichts zu suchen", sagte der 33-Jährige bei einer Pressekonferenz in Essen:
"Mein Angebot steht, aber ich glaube eher, dass man Abraham beschützen wird. Die bei Sauerland reden viel, wenn der Tag lang ist."
Sdunek bei Klitschko
In der Vorbereitung auf den "Kampf seines Lebens" gegen IBF-Weltmeister Geale am Samstag in Oberhausen muss Sturm zunächst ohne seinen Trainer Fritz Sdunek auskommen.
"Ich habe mich größtenteils alleine vorbereitet, bin aber fit wie nie zuvor", sagte der WBA-Mittelgewichts-Weltmeister.
Erfolgscoach Sdunek wird erst in der Nacht auf Samstag zu Sturm reisen, da der 65-Jährige derzeit bei Vitali Klitschko weilt. Der Schwergewichts-Champions steigt am 8. September gegen Manuel Charr möglicherweise zum letzten Mal in den Ring, um sich anschließend auf seine politische Karriere zu konzentrieren.
"Macken gnadenlos ausnutzen"
"Vitali hat Priorität, denn es könnte sein letzter Kampf sein", hatte Sdunek bereits vor einigen Wochen gesagt: "Aber Felix weiß ganz genau, was er zu tun hat." Auch seinen Schützling scheint Sduneks Abwesenheit nicht zu verunsichern.
Gewohnt selbstbewusst präsentierte sich Sturm am Montag. "Ich werde mir meinen großen Traum erfüllen", sagte er.
Er wolle Geale "seinen eigenen Kampfstil aufzwängen und dessen Macken gnadenlos ausnutzen. Ich bin sehr, sehr sicher, dass ich ihn schlagen werde", betonte Sturm.
Abraham-Lager glaubt an PR-Gag
Zuletzt hatte er souverän das Hass-Duell gegen den Erzrivalen Sebastian Zbik gewonnen und damit seinen 37. Sieg im 41. Kampf (16-mal durch K.o.) gefeiert.
Sturm hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, den Sieger des Duells zwischen Abraham und Robert Stieglitz boxen zu wollen. Abraham stellte nach dem Punktsieg am Samstag erneut klar, dass er bereit stünde ( Sturm spuckt neue Töne: Boxe Abraham oder Stieglitz).
Sein Management hielt Sturms überraschende Aufforderung dagegen für einen reinen PR-Gag.
"Wir hatten ihm zweimal ein Angebot gemacht, das letzte sogar über zwei Millionen Euro. Er hat immer abgelehnt", erklärte Abrahams Promoter Kalle Sauerland (DIASHOW: Stieglitz gegen Abraham).
Schroffer Konter
Sturm konterte am Montag schroff: "Die wollen doch nur Stimmung gegen mich machen. Mich ausnutzen, um mit meinem Namen Werbung für Arthur zu machen."
Es habe sich niemand bei ihm gemeldet und ein Angebot gemacht, widersprach er: "Das ist einfach nur ein Witz von Sauerland. Die wissen auch, dass ich der Stärkere bin."
Geale kein Unbekannter
Sturms Gegner Geale ist in Deutschland kein Unbekannter. Im Mai 2011 hatte der 31 Jahre alte Australier in Neubrandenburg Sebastian Sylvester (Greifswald) den IBF-Titel durch einen knappen Punktsieg abgenommen.
"Ich mag es einfach, hier zu boxen", sagte ein äußerst locker wirkender Geale: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich ihn schlage. Meine Chancen sind extrem gut. "
Insgesamt gewann er 27 seiner 28 Kämpfe, bereits 15-mal schlug er seinen Gegner k.o. ( NEWS: Alles zum Boxen)