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Klaus-Peter Kohl (l.) veranstaltet seit 1984 professionelle Boxkämpfe © getty

Klaus-Peter Kohl hat erheblichen Anteil daran, dass das Boxen in Deutschland populär wurde. Nun bekommt er einen Ehrenpreis dafür.

Hamburg - Am Montagabend wird Klaus-Peter Kohl im Rahmen der Hamburger Sportgala im noblen Börsensaal der Handelskammer mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Die Laudatio hält Regina Halmich, die Frau, die in Kohls Universum Box-Promotion zum ersten weiblichen Superstar und Quotengaranten des Faustkampfes in Deutschland wurde.

Eine große Ehre für den Kaufmann und Selfmade-Millionär am Vorabend des 25-jährigen Jubiläums seines Box-Unternehmens.

Weg vom Schmuddel-Image der Ritze auf der Reeperbahn hat Kohl das Boxen in der Hansestadt höchst gesellschaftsfähig gemacht.

Kohls Anfänge

Am 24. Februar 1984 ließ Kohl durch zwei Strohmänner seine erste Profi-Boxveranstaltung in Hamburg ausrichten.

Als Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer und Vizepräsident des europäischen Verbandes durfte er selbst schließlich nicht tätig werden.

Jean Andre Emmerich und Erwin Heiber kämpften um die deutsche Meisterschaft im Halbmittelgewicht, und Kohl machte bei 500 verkauften Karten einen Verlust von 150.000 Mark.

Durch Misserfolg zum Erfolg

Diese Enttäuschung war im Grunde die Geburtsstunde von Universum. "Mit fremden Boxern bekommt man kein Geld zurück", erzählt der 64-Jährige, "da sagt jeder andere Manager nur dankeschön."

Also begann er, selbst Boxer unter Vertrag zu nehmen. Markus Bott war 1993 der erste Weltmeister für Universum, ein Durchbruch.

Der zweite Glücksfall war der TV-Vertrag mit Premiere Anfang der 90er Jahre: "Das hat mir die Möglichkeit zu zwölf Veranstaltungen jährlich gegeben. Dadurch konnte ich den Boxstall richtig aufbauen."

Glücksgriff Sdunek

Dariusz Michalczewski, Vitali und Wladimir Klitschko, Halmich und Felix Sturm sind als herausragende Champions aus dem Hause Universum zu nennen.

Ein Glücksfall und ganz entscheidend für den Erfolg war aber auch die Verpflichtung von Cheftrainer Fritz Sdunek, der im März 1994 nach Hamburg ins Profilager wechselte und zahlreiche Boxer zu Weltmeistern formte.

Halmich als Ringgirl

Mittlerweile hat Universum insgesamt 23 männliche und neun weibliche Weltmeister herausgebracht.

Halmich und die amtierenden Champions Susi Kentikian, Alesia Graf und Ina Menzer werden am Dienstag als Ringgirls bei einem Showkampf von Ex-Weltmeister Artur Grigorian glänzen.

Das soll einer der Höhepunkte der großen Feier mit 400 geladenen Gästen im Universum-Gym werden. 274 Veranstaltungen stehen mittlerweile insgesamt zu Buche.

Kohl hat zu seinem Kontrahenten Wilfried Sauerland längst aufgeschlossen, wenn er nicht sogar vorbeigezogen ist.

Kohl ist nicht müde

An Ruhestand aber denkt er keinesfalls. Der Ehrenpreis vom Montag ist für ihn eher Ansporn, getreu dem Motto von Udo Lindenberg: "Hinterm Lebenswerk geht es weiter".

Der Boxstall ist neu aufgestellt, Schwiegersohn Dietmar Poszwa absolviert schon die "Chefausbildung" im Tochterunternehmen Spotlight.

"Mir ist vor der Zukunft nicht bange", sagt Kohl, "man muss immer etwas machen, damit die Zuschauer sagen, das war Weltklasse. Entscheidend ist dafür ein starker Stall - und den haben wir."

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