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David Haye kassierte in seiner Profikarriere nur zwei Niederlagen © imago

Comeback-Pläne des Briten werden konkreter, Klitschko aber hat das Interesse an ihm verloren - ein Indiz, dass er aufhören will?

Von Martin Hoffmann

München - Das Comeback des Erzrivalen naht, doch das Traumduell ist weiterhin weit weg.

"In den nächsten sieben bis zehn Tagen", will der frühere Schwergewichts-Weltmeister David Haye verkünden, wie es für ihn weitergeht, berichtet sein Trainer Adam Booth bei "Sport Bild plus".

Und es scheint ausgemacht, dass Haye wieder in den Ring steigt: "Ich denke, dass er sich bereits entschieden hat."

Im Juli, so kolportieren es britische Medien seit längerem, will der "Hayemaker" seinen nächsten Kampf bestreiten, um einen WM-Fight mit Vitali Klitschko zu erzwingen.

Champion hat offenbar Interesse verloren

Den Fight, an dem der WBC-Champion aus der Ukraine offenbar das Interesse verloren hat - zum Frust des Haye-Lagers.

"Im September wollte Witali gegen David boxen. Warum will er es jetzt nicht mehr?", fragt sich Booth: "Es sind doch nur sechs Monate vergangen. Damals wollte er das Duell unbedingt und jetzt nicht mehr. Das ergibt keinen Sinn."

"Zug ist abgefahren"

Tatsächlich hat sich Klitschko zuletzt von der Idee eines Kampfes gegen den Briten distanziert.

"David Haye hatte die Möglichkeit, gegen mich am 10. September in Moskau zu kämpfen", hatte Klitschko gegenüber polnischen Medien erklärt:

"Alle nötigen Unterlagen wurden ihm zugeschickt, er hätte nur mehr den Vertrag unterschreiben müssen. Leider hat sich David geweigert. Das bedeutet, dass sein Zug abgefahren ist."

Mails ohne Antwort

Klitschko scheint das ernst zu meinen.

"Ich habe Klitschko-Manager Bernd Bönte ein paar E-Mails geschickt, aber da kam nichts zurück", berichtet Booth.

Auch eine SPORT1-Anfrage, sich zu Hayes Comeback-Plänen zu äußern, wurde von Bönte abgelehnt.

Genug von der Taktiererei?

Es sieht so aus, dass Klitschko einen Kampf gegen Haye, der 2011 seinem Bruder Wladimir unterlag, nicht mehr will - obwohl der weiterhin der finanziell zugkräftigste Kontrahent auf dem Markt wäre.

Womöglich hat er Hayes Vertrags-Taktierereien satt, womöglich ist es aber auch ein Indiz für etwas Anderes:

Dass der 41 Jahre alte Klitschko, der seit vergangenem Jahr im ukrainischen Parlament sitzt, schon ganz mit dem Sport abgeschlossen hat.