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Wladimir Klitschko holte 1996 Olympia-Gold für die Ukraine © getty

Wladimir Klitschko will 2016 in Rio in den Ring steigen - auch für seinen verstorbenen Trainer. Noch gibt es aber Hindernisse.

Going/München - 20 Jahre nach seiner Goldmedaille in Atlanta will Wladimir Klitschko seine Karriere 2016 mit einem zweiten Olympiasieg krönen.

"Es ist mein Traum, bei den Spielen in Rio teilzunehmen und dort zu gewinnen", sagte der 37 Jahre alte Weltmeister im Schwergewicht am Mittwoch während einer Pressekonferenz in seinem Trainingscamp im österreichischen Going:

"Das war ein gemeinsamer Traum von mir und meinem verstorbenen Trainer Emanuel Steward, und ich hoffe, dass ich den erfüllen kann."

In London 2012 durften noch keine Profi-Boxer starten, dies soll sich aber in Rio ändern.

Der Amateurbox-Weltverband AIBA hat im August 2011 auf einer Tagung des Exekutiv-Komitees die Weichen für einen Start der Profis in Rio gestellt.

Alter als Hindernis?

Momentan gibt es in der bereits mehrfach angepassten Regelung noch Haken für Klitschko.

"Die Altersgrenze wurde bereits von 35 auf 40 Jahre erhöht, wo genau der Stichtag liegt, ist mir nicht genau bekannt", sagte Jürgen Kyas, Präsident des Deutsche Boxsport-Verbandes (DBV) und Mitglied in mehreren AIBA-Gremien.

Klitschko wird mehr als vier Monate vor Beginn der Spiele in Rio 40 Jahre alt.

DBV-Boss hofft auf Ausnahmeregelung

Zudem müsste Klitschko sich offiziell der AIBA-Profisparte anschließen und dürfte nicht mehr für seinen eigenen Boxstall in den Ring steigen.

Auch dürfen nach den derzeit angedachten Olympia-Regeln Boxer in Rio nicht mehr als 15 Profikämpfe bestritten haben.

"Ich bin mir aber sicher, dass es für Klitschko da Ausnahmeregelungen geben würde", sagte Kyas.

Klitschko holt Gold in Atlanta

Der jüngere der beiden Klitschko-Brüder, der 1996 in Atlanta für die Ukraine die Goldmedaille im Superschwergewicht gewonnen hatte, trat mit seiner Ankündigung auch Spekulationen entgegen, er sei des Boxens müde geworden.

"Das Gegenteil ist der Fall, ich habe jede Menge trockenes Pulver in meinen Fäusten und noch einige Jahre und Herausforderungen vor mir. Obwohl ich gerade 37 Jahre alt geworden bin, fühle ich mich besser als mit 27."

Karriereende noch kein Thema

Das Ende seiner erfolgreichen Karriere ist für Klitschko noch kein Thema.

"Ich habe noch viele Jahre vor mir. Nach meinem 40. Geburtstag werde ich mir Gedanken über andere Dinge machen", sagte Klitschko.

Grundsätzlich bereite er sich aber schon "auf das Leben nach dem Sport" vor.

Respekt vor Pianeta

Derzeit macht sich Klitschko in Tirol mit seinem Trainer Johnathon Banks, Nachfolger des im vergangenen Oktober gestorbenen Steward, fit für den nächsten Kampf am 4. Mai in Mannheim gegen den Deutsch-Italiener Francesco Pianeta.

Er habe großen Respekt vor dem noch ungeschlagenen 28-Jährigen, der Ende 2009 an Hodenkrebs erkrankt war, sagte Klitschko: "Ich werde ihn definitiv nicht unterschätzen, denn Francesco hat den härtesten Kampf in seinem Leben bereits gewonnen."

Der WBA-, IBF-, IBO- und WBO-Champion Klitschko erwartet "eine große Herausforderung", strotzt aber vor Selbstbewusstsein: "Er trifft auf den besten im Schwergewicht. Ich werde meine Titel verteidigen. Es wird hart für Pianeta", kündigte der Wahl-Hamburger an.

Klitschko: "Ich bin nervös"

Klitschko absolviert gegen Pianeta seinen 63. Profi- und 23. WM-Kampf.

Vor dem vierten Auftritt in Mannheim steigt allmählich die Anspannung. "Ich bin nervös", gibt Klitschko zu.

Dies sei aber völlig normal. "Wenn ich nicht nervös wäre, würde etwas nicht stimmen."

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