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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Wladimir Klitschko (l.) will in Rio noch einmal Olympiasieger werden © getty

"Dr. Steelhammer" will sich von der höchsten Siegprämie seiner Karriere nicht ablenken lassen und lobt seinen Gegner.

Mannheim - Auf dem Weg zum ganz großen Geld möchte Wladimir Klitschko nicht leichtsinnig werden.

Der Schwergewichts-Weltmeister hat vor dem WM-Kampf gegen Außenseiter Francesco Pianeta am Samstag in der Mannheimer Arena jeden Gedanken an den Mega-Fight gegen den Russen Alexander Powetkin verboten.

"Ich beantworte keine weiteren Fragen zu diesem Thema. Das wäre respektlos gegenüber Francesco", sagte der ukrainische Boxprofi am Montag spürbar genervt, nachdem er zuvor zu Protokoll gegeben hatte, dass Geld für ihn nie Motivation gewesen sei und er nur sein "Ego befriedigen" müsse.

Es geht um 17,25 Millionen

Im Fall eines Sieges am Samstag wird der Champion der Weltverbände WBA, IBF und WBO am 31. August in Moskau auf Powetkin treffen. Für seinen Auftritt in der 60.000 Zuschauer fassenden Moskauer Olympiahalle wird Klitschko eine Börse in Höhe von 17,25 Millionen Dollar kassieren - die höchste seiner Karriere.

"Wir konzentrieren uns auf den Pianeta-Kampf. Denn wenn Wladimir verliert, wird es keinen Fight gegen Powetkin geben", sagte Klitschkos Manager Bernd Bönte: "Das Geld ist ein interessanter, aber nicht der ausschlaggebene Faktor."

Klitschkos Olympia-Traum

Mit Blick auf den Olympia-Traum Klitschkos geht Bönte davon aus, dass die Regularien nicht im Weg stehen werden. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich der Weltverband AIBA diese Chance des Marketings entgehen lässt", sagte der Manager. "Das Ganze ist eigentlich viel zu weit nach vorne gedacht, aber der AIBA hat uns bereits signalisiert, dass man sich zusammensetzen kann, wenn es soweit ist."

Klitschko will bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro antreten und dort seine zweite Goldmedaille nach 1996 holen. Der Weltverband, der eine Zulassung von Profiboxern bei Olympia plant, hat die Altersgrenze für Olympiateilnehmer allerdings auf 40 Jahre festgelegt.

Zu viele Profi-Kämpfe

Klitschko wäre bei Olympia 40 Jahre und ein paar Monate alt. Zudem darf ein Olympiaboxer nur 15 Profikämpfe hinter sich haben, "Dr. Steelhammer" hat bereits 62 Fights (59 Siege) absolviert.

Im 63. Kampf soll nach dem Willen Klitschkos, der sich in Tirol mit 143 Sparringsrunden (so viele wie noch nie zuvor) auf den Fight vorbereitet hat, der 60. Sieg her.

"Ich werde Pianeta definitiv nicht unterschätzen. Er ist ein hungriger Bursche, es ist die Chance seines Lebens und er hat seinen härtesten Kampf ja schon gewonnen. Er hat den Krebs besiegt", sagte der 37-Jährige über seinen früheren Sparringspartner, bei dem vor drei Jahren Hodenkrebs diagnostiziert worden war.

Segen vom Papst

Nach einer Chemotherapie kämpfte sich der 28 Jahre alte Deutsch-Italiener aus Gelsenkirchen, der für den Magdeburger SES-Boxstall antritt, zurück in den Leistungssport.

"Ich bin gut vorbereitet und hochmotiviert", sagte der gläubige Katholik, der für den Kampf sogar den päpstlichen Segen von seinem Namensvetter Franziskus eingeholt hat: "Vor allem will ich aber meinem Sohn Luciano Alessio, der vier Tage später sieben Jahre wird, den Gürtel als Geschenk mitbringen."

"Ich bin euphorisiert"

Pianetas Manager Ulf Steinforth geht fest von einem Sieg seines Schützlings in der noch nicht ausverkauften Arena aus: "Ich bin euphorisiert. Wir wollen die Boxwelt erschüttern. Das sind keine leeren Worthülsen, wir haben einen Plan", äußerte Steinforth mit Blick auf den Kampf, der in 150 Länder übertragen wird.

Klitschko konterte mit einem Zitat von Mike Tyson: "Jeder hat einen Plan - bis er zum ersten Mal getroffen wird."

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