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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Wladimir Klitschko (l.) gewann 1996 olympisches Gold im Superschwergewicht © getty

Der Ukrainer könnte Olympia-Boxen ins Rampenlicht rücken, müsste sich aber anpassen. Der Weltverband AIBA ist gesprächsbereit.

München - Für Weltmeister Wladimir Klitschko rückt eine Teilnahme bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro immer näher.

Nachdem der Profi-Champion erklärte hatte, er wolle in drei Jahren unbedingt zum zweiten Mal nach 1996 Olympiasieger werden, zeigte sich nun auch der Weltverband der Amateurboxer (AIBA) sehr angetan von der Idee.

"Die AIBA hat den Traum von Wladimir Klitschko vernommen", sagte AIBA-Sprecher Sebastien Gillot.

Dass der 37 Jahre alte Mehrfach-Champion einige Kriterien für eine Olympia-Teilnahme nicht erfüllt, stelle kein Problem dar. Wichtig sei die Gesprächsbereitschaft.

AIBA signalisiert Gesprächsbereitschaft

"Die AIBA blickt nach vorne, um mit Wladimir weitere Gespräche zu führen", sagte Gillot.

Diese Bereitschaft macht deutlich, wie gern man "Dr. Steelhammer" dabei hätte. Jeder neue Glanz in der Hütte ist willkommen.

Bei Olympia in London sorgte das angestaubte Boxen lediglich durch katastrophale Punktrichter-Entscheidungen für Aufsehen. Allein der Auftritt des 1,98-m-Hünen würde den Faustkampf mit einem Schlag ins Rampenlicht holen.

Ausnahme für Klitschko

"Wladimir ist ein besonderer Botschafter seines Sports. Das weiß auch die AIBA", sagte sein Manager Bernd Bönte wenige Tage vor Klitschkos WM-Kampf am Samstag in Mannheim gegen Francesco Pianeta (Gelsenkirchen).

Nur zu gut passt es ins Bild, dass die AIBA bei der Auslegung seiner Regeln flexibel ist. Dies betrifft auch die vorgeschriebene Altersgrenze, die bei 40 Jahren festgelegt wurde.

"Wenn der Boxer einige Wochen vor den Spielen 40 geworden ist, ist er dennoch für das AIBA-Programm geeignet", teile der Verband mit. Klitschko wird am 25. März 2016 40, also einige Monate vor den Spielen.

"Olympiatod" entgehen

Andere Kriterein seien für den besten Boxer der Welt allerdings unumgänglich - ohne jedoch ein großes Problem zu sein. Dazu zählt, dass er sich dem neuen AIBA-Profi-Programm APB anschließen muss.

Hier drängt der Verband ein wenig auf Eile, "um an den Qualifikationskämpfen 2015 teilzunehmen", wie Gillot erklärte.

Auf dem APB-Programm ruhen die großen Hoffnungen der AIBA. Mit diesem Reformwerk hofft der Verband, dem "Olympia-Tod", wie er die Ringer getroffen hat, zu entgehen.

Kampf mit nur drei Runden

Schon in diesem Jahr laufen erste Promotion-Kämpfe. 2014 gibt es dann erste Sessions in allen olympischen Gewichtsklassen wohl auch mit Profis. Jeder Athlet bestreitet mindestens vier Kämpfe. Am Ende wird ein Weltmeister gekürt.

Klitschko müsste spätestens 2015 einsteigen. Die besten vier bzw. fünf Boxer aller Gewichtsklassen qualifizieren sich dann für Olympia. Geboxt wird zunächst über acht Runden, in den Finals schlägt der Gong dann zwölfmal.

Bei Olympia hingegen wird wieder nur über drei Runden geboxt. Anders ist ein solches Turnier zeitlich in 14 Tagen nicht auszurichten.

"Ein ganz anderes Boxen"

Für Präsident Michael Müller vom deutschen Boxsportverband (DBV) ist ein Profi-Boxer, der normalerweise zwölf Runden geht, nicht automatisch im Vorteil gegenüber einem Amateurboxer mit drei Runden Einsatz.

"Das ist technisch ein ganz anderes Boxen", sagt Müller und fügt selbstbewusst an: "Unser Amateurboxer Stefan Härtel braucht sich vor einem Arthur Abraham oder Robert Stieglitz nicht zu verstecken."

Kein Kopfschutz

Einen Kopfschutz muss Klitschko bei seinem Auftritt in Rio nicht tragen. Zum letzten Mal kommt dieser bei den Amateuren zu den Europameisterschaften ab Ende Mai im weißrussischen Minsk zum Einsatz.

Medizinische Studien des Verbandes hatten ergeben, dass für die Athleten bei Wegfall keine größere Verletzungsgefahr bestehe.

Das soll angeblich auch für die Kämpfe von Wladimir Klitschko gelten.

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