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Der 30-jährige Ruslan Chagaev (l.) boxt seit 2003 für den deutschen Universum-Boxstall © getty

Ruslan Chagaev zieht sich im WBA-Titelfight gegen Drumond eine Wunde zu und darf nicht weiterboxen. Doch er landet den Punktsieg.

Rostock - Das Blut lief ihm übers Gesicht, das linke Auge war völlig zugeschwollen: Wie ein strahlender Weltmeister sah Ruslan Chagaev nicht gerade aus, als er nach dem Abbruchsieg mit klaffender Wunde im Ring stand.

"Es tut mir wirklich sehr leid. Ich hätte gerne weitergeboxt und den Zuschauern noch etwas geboten", sagte der usbekische Schwergewichtler mit trauriger Stimme über das Hallenmikrofon in Rostock.

Statt des erwarteten 12-Runden-Spektakels hatten die Boxfans nach nur sechs Runden mit einem technischen Punktsieg Chagaevs über Herausforderer Carl Davis Drumond (Costa Rica) Vorlieb nehmen müssen.

Blutung nicht zu stoppen

Doch auch so verteidigte der Wahl-Hamburger den WM-Gürtel des Weltverbandes WBA erfolgreich. Nach einem unbeabsichtigten Kopfstoß von Drumond in der dritten Runde hatte der Ringarzt die Blutung über der Augenbraue des 30 Jahre alten Champions nicht mehr stoppen können, der Ringrichter musste den Kampf schon nach der Hälfte abbrechen.

Chagaev, der unmittelbar nach dem Kampf ins Krankenhaus gefahren wurde, musste mit insgesamt elf Stichen an zwei Rissen über dem linken Auge genäht worden. Noch in der Nacht war er jedoch wieder entlassen worden.

Da der Fight länger als vier Runden dauerte, wurde der Kampf bis zum Zeitpunkt des Abbruchs gewertet.

Dem Herausforderer tut es leid

Für Chagaev war es der 24. Sieg im 25. Profikampf (ein Unentschieden), für Drumond die erste Niederlage überhaupt.

Der Herausforderer war entsprechend enttäuscht: "Ich bin nach Deutschland gekommen, um Weltmeister zu werden. Nun muss ich mit der Niederlage leben. Ich hatte mit meinem Kopf Kontakt mit meinem Gegner. Das tut mir leid", sagte der 33-Jährige.

Von der WBA wird Chagaev, der nach einer Achillessehnen-OP erstmals seit Januar 2008 im Ring stand, nun als Co-Weltmeister geführt, da während seiner Zwangspause der Titel auch dem Russen Nikolai Walujew zugesprochen worden war.

Klarheit spätestens im Juni

Zwar hatte sich Chagaev im Duell mit dem russischen Riesen im April 2007 durchsetzen, doch aufgrund seiner Verletzung nicht zum geplanten Rematch am 5. Juli vergangenen Jahres antreten können.

Walujew wird seit dem Sieg gegen den US-Amerikaner John Ruiz im vergangenen August ebenso als WBA-Weltmeister geführt. Ein Kampf zwischen den beiden Co-Weltmeistern bis spätestens 28. Juni soll nun Klarheit über die Rangordnung im Schwergewicht nach WBA-Version bringen.

Chagaevs Trainer Michael Timm hat diesen Kampf schon im Hinterkopf. "Sobald der Fight angesetzt ist, wird sich Ruslan konzentriert wie immer darauf vorbereiten, um zu zeigen, dass niemand außer ihm der Weltmeister ist."

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