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Arthur Abraham hat seinen IBF-Titel bislang achtmal erfolgreich verteidigt © getty

Arthur Abraham musste vor dem Wiegen acht Kilo abspecken, nun darf er wieder reinhauen - auch im WM-Fight gegen No-Name Simon.

Kiel - Am Wochenende darf Arthur Abraham endlich wieder richtig reinhauen. Ab Freitagnachmittag am Buffet, Samstagabend (22.40 Uhr) in Kiel im Boxring.

Bis zum Wiegen musste der IBF-Weltmeister im Mittelgewicht wie immer hungern, um das Kampfgewicht von 72,574 Kilogramm für seine Titelverteidigung gegen den Amerikaner Lajuan Simon zu bringen. Danach gabs wieder Futter.

"Dann bekomme ich die Kraft zurück", erklärt der K.o.-König, der mit Powerdiät und Saunagängen innerhalb von drei Wochen acht Kilo Gewicht gemacht hat.

Kontrahent ist 48. im Ranking

Gegen Simon verteidigt der Deutsch-Armenier aus Berlin seinen WM-Titel bereits zum neunten Mal.

Es ist wieder eine freiwillige Titelverteidigung gegen einen in Deutschland weitgehend unbekannten Boxer, der im unabhängigen Computerranking nur an Position 48 geführt wird. 32066(DIASHOW: "König Arthur" zermürbt Marquez)

Sportlich bringt der Kampf den 29-Jährigen nicht weiter, aber es ist wieder ein Zahltag über rund 500.000 Euro und wieder eine WM beim TV-Partner ARD.

Schlüpfrige Fotostrecke

Um die Aufmerksamkeit zu erhöhen, gab es Abraham deshalb bereits gemeinsam mit der Norwegerin Cecilia Braeckhus, die am Samstag gegen Vinni Skovgaard (Dänemark) um die WM im Weltergewicht kämpft, auf einer schlüpfrigen Fotostrecke in einem Schlammbad zu bewundern.

Außerdem traf er "Knipser" Mladen Petric vom Hamburger SV zu einem Doppel-Interview, und nun kam auch noch heraus, dass auch Simon schon mal mit gebrochenem Kiefer geboxt hat.

Wie Abraham in Wetzlar im September 2006 gegen Edison Miranda, der Kampf, der ihn in Deutschland berühmt gemacht hat.

"Ich werde ihn müde machen"

"Dafür hat Simon meinen Respekt", sagt Abraham, "ein Mann muss Schmerzen ertragen können. Aber wenn ich ihn voll erwische, steht er nicht mehr auf."

Simon ist allerdings in bislang 24 Kämpfen gegen weitgehend unbekannte Konkurrenz ungeschlagen. Noch nie kämpfte der 30-Jährige um einen großen Titel.

Aber natürlich ist er gefährlich - sagt Abraham: "Er ist groß und hat eine lange Distanz. Ich werde ihn aber müde machen und auf den Körper schlagen."

"Abraham kennt hier kein Mensch"

Danach wird er aller Voraussicht nach seinen 29. Sieg errungen haben und ungeschlagen bleiben.

Wie lange Abraham aber noch im Mittelgewicht kämpfen kann, ist unklar. Er träumt von einer lukrativen Titelvereinigung mit WBC/WBO-Champion Kelly Pavlik in den USA, doch der Amerikaner denkt gar nicht daran, sich dem schlagstarken Berliner zu stellen. (Abraham will "der Superchampion" sein)

"Abraham kennt hier kein Mensch, das lohnt sich für mich nicht", ließ Pavlik mitteilen.

Wechsel ins Supermittelgewicht wahrscheinlich

Auch der deutsche Super-Fight gegen WBA-Champion Felix Sturm ist wohl endgültig geplatzt.

Nach einem wochenlangen Hin und Her zwischen den den Promotern Wilfried Sauerland und Klaus-Peter Kohl mit echten und falschen Angeboten, Herausforderungen und Vorwürfen hat Kohl nun Klartext gesprochen: "Dieser Kampf hat ein finanzielles Volumen, das in Deutschland nicht zu stemmen ist." (Abraham im Sport1.de-Interview)

Also wird Abraham über kurz oder lang ins Supermittelgewicht aufsteigen. Die Klasse ist mit starken Boxern wie Jermain Taylor, Mikkel Kessler oder Lucian Bute bestückt.

Das wären echte sportliche Herausforderungen für "König Arthur" - und er dürfte dann auch vor dem Wiegen richtig reinhauen.

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