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Skepitscher Blick: Vitali Klitschko beobachtet Juan Carlos Gomez' Show © getty

Vor dem WM-Kampf gegen Vitali Klitschko spuckt Herausforderer Juan Carlos Gomez große Töne - und vergisst ein böse Erfahrung.

Von Jürgen Blöhs

München - Am 21. März treffen in Stuttgart zwei alte Bekannte aufeinander.

Herausforderer Juan Carlos Gomez und WBC-Weltmeister Vitali Klitschko standen früher beim Hamburger Universum-Stall von Klaus-Peter Kohl unter Vertrag. Dabei knockte der 37-jährige Ukrainer den 35-jährigen Kubaner im Sparring sogar einmal aus.

Was Bernd Bönte, nicht vergessen hat. "Dieser Kampf ist in den USA nicht zu vermarkten", hatte der Klitschko-Manager in der "Bild" Gomez als zu schwach für so einen Fight bezeichnet und versucht, Gomez' Arena-Stall mit einem finanziellen Angebot zu bewegen, auf die Pflichtverteidigung zu verzichten.

"Es wird eine Überraschung geben"

Doch Promoter Ahmet Öner und der Boxer lehnten ab und bestanden auf das Duell.

Eine Antwort will Gomez im Ring geben: "Die Zuschauer werden einen großen Kampf erleben, und ich werde den Ring als Sieger verlassen", sagte der Herausforderer im Interview der Woche mit Sport1.de.

Und Gomez verrät ein weiteres großes Ziel: "Erst Vitali weghauen, und dann?"

Sport1.de: Herr Gomez, was erwartet uns am Wochenende?

Juan Carlos Gomez: Die Zuschauer werden einen großen Kampf erleben.

Sport1.de: Das Lager von Vitali Klitschko wollte den Kampf nicht. Manager Bernd Bönte hat sogar gesagt, Sie wären zu schwach für einen Schwergewichts-WM-Kampf.

Gomez: Da schauen wir mal. Ich werde ihm das Gegenteil beweisen. Es wird eine große Überraschung geben. Ich werde den Ring als Sieger verlassen.

Sport1.de: Wird der Kampf über die zwölf Runden gehen?

Gomez: Ich weiß nicht. Aber ich habe bewiesen, dass ich über zwölf Runden gehen kann. Ich hatte eine tolle Vorbereitung, bin gut drauf. Sicher ist, ich werde gewinnen.

Sport1.de: Sie kennen sich aus Ihrer Zeit bei Universum, haben schon miteinander trainiert und waren Sparringspartner? Ein Vorteil?

Gomez: Weder noch. Ein WM-Kampf ist was anderes als Sparring, und ich bin ein Fighter.

Sport1.de: Sie sind 35 Jahre alt. Vorausgesetzt, Sie gewinnen den Kampf, wie geht es dann weiter? Treten Sie als Weltmeister zurück?

Gomez: Nein. Ich möchte auf jeden Fall weitermachen. Mein Ziel ist klar: Erst hau' ich Vitali weg und dann Wladimir.

Sport1.de: Sie sind als sehr erfolgreicher Cruisergewichtler ins Schwergewicht aufgestiegen. Wo lagen die Gründe?

Gomez: Ich musste immer sehr hart abkochen. Nach der Sperre hatte ich 20 Kilo zu viel. Das wäre sehr hart geworden, aber ich hätte es geschafft. Nur hatte ich im Cruisergewicht auch gar keine Gegner mehr. Da hab' ich mir gesagt, ich geh? ins Schwergewicht und boxe die harten Jungs.

Sport1.de: Sie haben Ihr Leben genossen, sind bei Universum nach einer Sperre wegen Kokain-Genusses entlassen worden. Haben Sie noch Kontakt zu ihren alten Kollegen?

Gomez: Natürlich. Da gibt es kein böses Blut. Wir gehen normal miteinander um. Meinen alten Trainer Fritz Sdunek seh? ich natürlich häufiger, denn er ist Großvater meiner Tochter. Es stimmt, ich habe sehr viel Mist gebaut und bereue auch einiges, aber ich lebe jetzt gesünder und bin fitter denn je. Vitali wird's zu spüren bekommen.

Sport1.de: In ihrem Arena-Boxstall gibt es viele gute Kubaner, und man liest, dass Promoter Ahmet Öner sich auf Veranstaltungen in Florida mit den vielen Exil-Kubanern konzentrieren will. Ist das auch was für Sie als Kubaner?

Gomez: Nein, für mich nicht mehr. Ich habe meine Karriere in Deutschland begonnen und werde sie hier beenden. Ich habe in den USA und zuletzt auch in der Türkei geboxt, aber die meisten und besten Fans habe ich hier in Deutschland. Dafür bin ich dankbar.

Sport1.de: Was haben Sie für Pläne nach der Zeit im Ring? Können Sie sich vorstellen, als Trainer in der Ringecke zu stehen?

Gomez: Nein, das glaube ich nicht.

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