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Vitali Klitschko hatte Juan Carlos Gomez in der siebten Runde nahe am K.o. © getty

Abbruch in Runde 9: Die WBC-Titelverteidung von Vitali Klitschko gegen Juan Carlos Gomez ist für den Weltmeister harte Arbeit.

Von Jürgen Blöhs

Stuttgart - Zwischen 15.30 und 17.15 Uhr hatte Mario Gomez in der Mercedes-Benz-Arena seinen großen Auftritt: Sein VfB Stuttgart besiegte den Bundesliga-Tabellenführer Hertha BSC nach 90 Minuten eindeutig nach Toren.

Siebeneinhalb Stunden später wollte Namensvetter Juan Carlos Gomez es in der nur wenige Meter entfernten Hanns-Martin-Schleyer-Halle dem Fußball-Profi gleichtun und den "Tabellenführer" des World Boxing Council (WBC), Vitali Klitschko, besiegen.82956(Die Bilder des Fights)

Mit "Hell's Bells" in den Ring

In einem Cowboy-Glitzerkostüm marschierte der 35-Jährige in den Ring, bevor die "Vitali-Glocke" ertönte und der Titelverteidiger zu den Klängen von "Hell's Bells" das Seilgeviert betrat.

Gegen den in 45 Kämpfen nur einmal besiegte Kubaner, der zu seinen besten Zeiten das Cruisergwicht beherrschte, brauchte der neun Kilo schwerere und zehn Zentimeter größere Ukrainer nur eine Runde, um sich auf die ungeliebte Rechtsauslage einzustellen.

Gomez von Gong gerettet

Auch wenn Gomez die phasenweise nicht vorhandene Deckung des 37-jährigen Titelverteidigers immer wieder für Treffer nutzen konnte, war die Schlaghand von "Dr. Eisenfaust" am Ende zu hart für den "Schwarzen Panther".

In der siebten Runde musste Gomez schwere Treffer einstecken und wurde erstmals angezählt. Nur der Gong rettete den Herausforderer, der sichtlich beeindruckt aus der Pause kam.

Klitschko Herr im Ring

Bereits als nach der vierten Runde laut WBC-Regeln erstmals der Zwischenstand verlesen wurde, hatten die Punktrichter Klitschko mit 40:36,39:37und 39:37vorn.

Nach der achten Runde,in der Klitschko nicht das Risiko einging, in einen "Lucky Punch" zu laufen, war der Vorsprung auf 80:71, 79:72 und 79:72 angewachsen, so dass klar war, dass Gomez nur noch ein K.o. zum Sieg verhelfen würde. (Der Head-to-Head-Vergleich)

Herz war zu wenig

Doch der Traum war schnell ausgeträumt: Obwohl Gomez das Herz eines Kämpfers bewies und alles versuchte, musste er in der neunten Runde erneut in den Ringstaub, und nach 1.29 Minuten hörte der Kubaner die "Glocken der Hölle" läuten.

Der Ringrichter brach den Kampf ab - aus dem "Panther" war ein "Kätzchen" geworden.

Die "große Überraschung", die Gomez in einem Interview mit Sport1.de angekündigt hatte (Gomez im Sport1-Interview) , blieb aus. An diesem Samstag durfte in Stuttgart nur ein Gomez feiern, der Fußballer.

Vierjährige Verletzungspause

Klitschko war erst im November 2008 nach einer fast vierjährigen Verletzungspause in den Ring zurückgekehrt und hatte sich den WM-Gürtel in Berlin durch einen Sieg gegen Samuel Peter (Nigeria) zurückgeholt.

Klitschko kann nun weiterhin davon träumen, alle vier ernstzunehmenden WM-Titel gemeinsam mit seinem Bruder Wladimir in die Familie zu holen. Wladimir ist Champion der Verbände WBO und IBF.

Kampf gegen WBA-Champion?

Vitali möchte nun den Weltmeister des Verbandes WBA boxen, der im Sommer zwischen Nikolai Walujew (Russland) und Ruslan Chagaev (Usbekistan) ermittelt wird.

Allerdings hat die WBC ihm als nächstes eine weitere Pflichtverteidigung gegen den Russen Oleg Maskajew vorgeschrieben. Klitschko hat dagegen vor dem internationalen Sportgericht CAS eine Klage eingereicht.

Wiedersehen mit ehemaligen Klitschko-Gegnern

In den Vorkämpfen kam es zum Wiedersehen mit alten Kampfgefährten der Klitschkos: Chris Byrd, der Vitali Klitschko am 1.April 2000 die erste Niederlage als Profi beigebracht hatte und anschließend zweimal gegen Bruder Wladimir verlor, ließ noch einmal seine Erfahrung aus 46 Profi-Fights mit 40 Siegen aufblitzen.

Der 38-jährige US-Profi besiegte, mittlerweile 16 Kilogramm leichter als zu Zeiten als Schwergewichts-Weltmeister, im Cruisergewicht den 20-jährigen Mathias Sandow aus Fürstenwalde in Brandenburg nach Punkten.

Thompson ohne Mühe Nur ein Jahr jünger ist Tony Thompson, der ebenfalls auf Klitschko-Erfahrung verweisen kann.

Am 12.Juli 2008 leistete der US-Schwergewichtler Wladimir Klitschko im Kampf um die IBF- und WBO-WM-Gürtel in Hamburg elf Runden erbitterten Widerstand, ehe er ausgeknockt wurde.

Am heutigen Abend zeigte dich Thompson seinem Gegner Adnan Serin klar überlegen. Aus der Ecke des Aacheners flog in der achten Runde das Handtuch.

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