vergrößernverkleinern
Felix Sturm musste 2005 nach einer Parkhaus-Schlägerei 12.500 Euro Buße zahlen © getty

Für Felix Stum ist Koji Sato trotz hoher K.o.-Quote nur eine Zwischenstation: Der WBO-Champion will Arthur Abraham.

Köln - Den Herausforderer vor Augen, das Prestigeduell im Hinterkopf:

Vier Wochen vor seiner Titelverteidigung gegen den Japaner Koji Sato am 25. April in Krefeld hofft Box-Weltmeister Felix Sturm weiter auf einen Vereinigungskampf gegen IBF-Champion Arthur Abraham.

"Ich würde gerne gegen ihn boxen. Das war auch schon immer so", sagte Sturm am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Köln.

Allerdings sitzt bei dem 29 Jahre alten Mittelgewichtschampion des Weltverbandes WBO die Enttäuschung über das Verhalten von Abraham-Promoter Wilfried Sauerland immer noch tief: "Wie das alles damals abgelaufen ist, war unsportlich und unprofessionell."

Unter den Top 3 der Welt

Ende des vergangenen Jahres hatte es hitzige Diskussionen über einen Kampf der beiden herausragenden Faustkämpfer gegeben, die zu den besten Boxern in einer der klassischen Gewichtsklassen gehören.

Beide stehen im angesehen "Ring Magazin" unter den Top 3 der Welt. Sauerland hatte Sturm 2,5 Millionen Euro Gage für das Duell angeboten, allerdings gleichzeitig mit einem Ultimatum versehen.

Als Sturm-Promoter Klaus-Peter Kohl das Angebot als unseriös ablehnte, wurde Sturm aus Reihen des Sauerland-Boxstalls Feigheit vorgeworfen.

Sato schlägt gern hart

Zusätzliche Probleme hatten die TV-Verträge der Boxer gemacht. Abrahams Kämpfe werden von der ARD übertragen, Sturm kooperiert mit dem ZDF.

Doch bevor es wieder Diskussionen über den aus sportlicher Sicht überfälligen Kampf geben kann, muss Sturm erst einmal Koji Sato bezwingen.

Kein Selbstläufer, immerhin gilt Sato, der erstmals in Europa boxt, in seiner Heimat als Shootingstar. Der unbesiegte Japaner beeindruckt dabei mit einer für die Gewichtsklasse

ungewohnt hohe K.o.-Quote: 13 seiner 14 Profikämpfe beendet Sato vorzeitig.

"Eine Schippe draufgelegt"

"Er ist ein gefährlicher Mann, der auf den entscheidenden Schlag wartet", sagt Sturm über seinen Gegner.

Doch nicht nur deshalb hat der in 34 Profikämpfen 31-mal siegreiche Leverkusener in der bisherigen Vorbereitung "noch einmal eine Schippe draufgelegt." Seit knapp zehn Wochen bereitet sich Sturm zusammen mit Konditionstrainer Clive Salz in Köln auf den Kampf vor.

Von der auf das Gramm abgestimmten Ernährung bis zur professionellen Leistungsdiagnostik überlassen die beiden nichts dem Zufall. "Das ist wie die Feinabstimmung bei einem Formel-1-Wagen", erklärt Salz: "Das funktioniert aber nur, wenn der Sportler mitzieht."

Zehn Kilo abgespeckt

Vor allem auf Ernährung legt der Trainer besonderen Wert. Immerhin muss Sturm innerhalb der 14 Wochen dauernden Vorbereitung von knapp 82 Kg auf sein Kampfgewicht von etwa 72 kg kommen, ohne an Substanz zu verlieren.

"Einmal hat mich Felix aus dem Supermarkt angerufen, weil er keinen Kabeljau bekommen hat und er wissen wollte, ob er auch anderen Fisch essen kann", erzählt Salz, der genau weiß, wie es seinem Schützling derzeit geht: "Er führt eigentlich 24 Stunden am Tag einen Kampf gegen sich selbst."

Ab Montag ins Sparing

Ab kommenden Montag steht dann in Hamburg das Sparring auf dem Programm.

Und Sturm lässt keine Zweifel aufkommen, wozu die brutale Quälerei dienen soll: "Ich fühle mich jetzt schon topfit. Doch das Einzige, was am Ende zählt, ist das Ergebnis."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel