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Jürgen Brähmers (li.) Bilanz kann sich sehen lassen. 43 Siege in 45 Kämpfen © imago

Für Jürgen Brehmer soll Roberto Bolonti nur eine Durchgangsstation werden. Denn ein Kampf mit Bernhard Hopkins wartet.

Schwerin - Eigentlich verteidigt Jürgen Brähmer am Samstag seinen WM-Gürtel im Halbschwergewicht gegen den Argentinier Roberto Bolonti.

Doch schon vor dem Kampf in seinem Schweriner "Wohnzimmer" wurde der 35 Jahre alte Champion immer wieder auf Box-Legende Bernard Hopkins angesprochen.

Gegen den ältesten amtierenden Profiweltmeister aus den USA soll Brähmer antreten, wenn er Bolonti besiegt hat.

"Man soll die zweite Hürde nicht vor der ersten nehmen. Mein Gegner am Samstag heißt Roberto Bolonti", sagte Brähmer und musste selbst schon die Begeisterung um einen Hopkins-Fight bremsen.

Brähmer heizt Gerüchte an

Den Südamerikaner will der gebürtige Greifswalder auf keinen Fall unterschätzen: "Diese schwere Aufgabe muss ich erstmal aus dem Weg räumen. Darauf liegt meine ganze Konzentration."

Brähmer hatte den Trubel um einen Hopkins-Fight allerdings selbst in Gang gebracht.

Nach seinem letzten Sieg gegen den Waliser Enzo Maccarinelli hatte das "Jahrhunderttalent" verkündet: "Ich würde mich riesig freuen, wenn ich jetzt Bernard Hopkins boxen könnte."

Der 49 Jahre alte IBF-Champion Hopkins ist eine lebende Legende.

Selbstbewusster Gegner

Auch Brähmers Promoter Wilfried Sauerland stand einem solchen Kampf aufgeschlossen gegenüber: "Wir würden den Kampf am liebsten hier in Deutschland machen. Aber erst nach der Sommerpause. "

Doch zuvor muss Brähmer den nicht ungefährlichen Bolonti abservieren.

Der ebenfalls 35 Jahre alte Argentinier hat einen Profi-Kampfrekord von 35 Siegen (24 Knock-outs) bei nur zwei Niederlagen.

"Ich bin perfekt austrainiert, und das soll jeder sehen", sagte Bolonti nach dem öffentlichen Training und schickte klare Ansagen an das Lager des Ttitelverteidigers: "Brähmers Trainer ist bestimmt schon angst und bange geworden."

Brähmer-Lager unbeeindruckt

Der Angesprochene ließ sich jedoch nicht sonderlich beeindrucken: "Das wird eine schwere Prüfung für Jürgen", sagte Karsten Röwer, fügte aber auch nach dem Training von Bolonti hinzu: "Ich habe jetzt nichts gesehen, was mich überrascht hat. Wir sind super auf Bolonti eingestellt. Mehr als die Glückwünsche für einen guten Kampf wird er nicht mit nach Südamerika nehmen."

Brähmer, dessen verheißungsvolle Karriere wegen einiger Gefängnis-Aufenthalte in der Vergangenheit mehrmals ins Stocken geraten war, blickt auf eine Bilanz von 43 Siegen (32 K.o.) bei zwei Niederlagen zurück.

Vor der sportlichen Rückkehr in seine Heimatstadt Schwerin strotzte er vor Selbstvertrauen.

Oberbürgermeisterin erwartet Sieg

"Ich fühle mich hervorragend und freue mich, daheim den Gürtel zu verteidigen - und dort wird er nach meinem Sieg auch bleiben", sagte er.

Dass in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern keiner an einem Sieg von Brähmer zweifelt, das machte Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow klar.

Das Stadtoberhaupt gab vor dem Kampf selbst die gebotene Neutralität auf: "Ich erwarte nicht nur einen tollen Kampf für die Zuschauer, sondern einen klaren Sieg von Jürgen Brähmer."

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