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Jürgen Brähmer gewinnt nach 43 Sekunden
Jürgen Brähmer musste über zwölf Runden gegen den argentinischen Herausforderer gehen © getty

Brähmer bändigt die argentinische "Bestie" und bleibt Weltmeister. Nun fiebert er einem Fight gegen eine US-Legende entgegen.

Schwerin - Her mit der lebenden Legende:

Nachdem Jürgen Brähmer die wenig furchteinflößende "Bestie" Roberto Bolonti gebändigt hatte, schwirrte dem Box-Weltmeister nur noch ein verlockender Gedanke durch den Kopf: Der mögliche Kampf seines Lebens gegen Bernard Hopkins.

"Er ist ein Weltstar", sagte der Halbschwergewichtler mit leuchtenden Augen: "Wer gegen ihn nicht boxen will, dem fehlt irgendwas."

Hausaufgaben erledigt

Der WBA-Champion aus Schwerin hat durch den einstimmigen Punktsieg Samstagnacht in seiner Heimatstadt seine Hausaufgaben erledigt, jetzt ist der Sauerland-Boxstall gefragt.

Ein Mega-Fight zwischen Brähmer und dem mit 49 Jahren ältesten amtierenden Weltmeister wäre auch für das kriselnde deutsche Profiboxen ein Segen.

"Hopkins ist natürlich ein Traumgegner", sagte Brähmers Promoter Kalle Sauerland und machte den Boxfans Hoffnungen: "Wir sind zuversichtlich, dass wir diesen Kampf liefern können - am liebsten natürlich in Deutschland."

Machtkampf um Hopkins-Fight

Die anfangs positiven Verhandlungen mit Hopkins und dessen Management sind etwas ins Stocken geraten, weil in der Box-Szene der USA gerade ein Machtkampf tobt.

Bei den Golden Boy Promotions, an denen IBF-Champion Hopkins einen Anteil hält, trennte man sich vom höchst erfolgreichen Geschäftsführer Richard Schaefer.

Superstar Floyd Mayweather, der beste Pound-for-Pound-Boxer der Welt, gab daraufhin seinen Abschied von Golden Boy bekannt. Wie sich Hopkins nun verhält, ist offen. Einfacher macht es die Sache für Brähmers Management aber nicht.

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Lukratives Duell

"Wir werden die Verhandlungen weiterführen", versicherte Sauerland. Auch aus Eigeninteresse, denn ein Duell Brähmer versus Hopkins ist äußerst lukrativ.

"Das ist ein Kampf, mit dem wir jede Halle, ja sogar Stadien mit 20.000 Leuten füllen könnten", sagte Sauerland.

Auch die Einnahmen durch das US-Bezahlfernsehen würden die Kasse klingeln lassen.

Großer Reibach für Brähmer?

Natürlich auch bei Brähmer selbst. Der 35-Jährige weiß, dass ihm nicht mehr viel Zeit für große Kämpfe und dicke Börsen bleibt.

Der früher als "Jahrhunderttalent" gepriesene Rechtsausleger, dessen Karriere wegen Gefängnisaufenthalten ins Stocken geraten war, sei aber noch nicht an seinem Zenit angelangt, meinte Sauerland: "Der wird einfach besser und besser."

Brähmers 44. Sieg im 46. Profikampf gegen den überforderten und mutlosen Bolonti, genannt die "Bestie", geriet jedenfalls zu keiner Zeit in Gefahr.

Kopf- und Körpertreffer

Der WBA-Champion deckte den Argentinier immer wieder mit Kopf- und Körpertreffern ein, der Herausforderer reagierte mit unsauberen Mitteln.

In der achten Runde kassierte der frühere Gefängniswärter sogar einen Punktabzug wegen Schlagens auf den Hinterkopf.

Einzig in der hektischen Schlussrunde kassierte auch Brähmer Wirkungstreffer, weil er etwas übermotiviert jede taktische Vorgabe von Trainer Karsten Röwer über den Haufen warf und auf einen K.o. drängte.

Taktik verworfen

"Ich wollte mal gucken, was geht", sagte Brähmer grinsend: "Ich habe das Publikum zu später Stunde noch mal wachgerüttelt."

Die Gefahr des Einschlafens wäre bei einem Kampf gegen die lebende Box-Legende Hopkins ungleich geringer.

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