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Robert Stieglitz lässt sich nach seinem Sieg gegen Chomitski feiern

Nach Robert Stieglitz' kuriosem Triumph über Sergej Chomitski soll wieder ein deutsches Duell her. Fraglich ist nur gegen wen.

Dessau - "Geisterjäger" Robert Stieglitz brauchte keine Wunderwaffe, Sergej "The Ghost" Chomitski besiegte sich quasi selbst.

Wegen der taktischen Spielereien des Weißrussen wurde Supermittelgewichtler Stieglitz beim Profiboxkampf am Samstagabend in Dessau zum Sieger durch technischen K.o. in der zehnten Runde erklärt.

Das kuriose Kampfende eröffnet Stieglitz glänzende Perspektiven.

"Ich will meinen Gürtel zurück"

Der Magdeburger möchte nun Arthur Abraham zum insgesamt vierten WM-Duell vor die Fäuste bekommen, nachdem er den WBO-Titel im März an seinen Erzrivalen verloren hatte.

"Ich will meinen Gürtel zurück", betonte Stieglitz.

Seine zweite Option ist ein lukrativer Kampf gegen Felix Sturm. SES-Promoter Ulf Steinforth glaubt: "Das ist ein Kampf, der ganz Box-Deutschland interessiert."

Tapeverband lässt Stieglitz jubeln

Stieglitz' 47. Sieg im 51. Profikampf lockte immerhin 2,01 Millionen TV-Zuschauer an, die sich genau wie die Besucher in der Dessauer Halle über das Ende verwundert die Augen rieben.

In der Pause zur zehnten Runde blieb Chomitski (Kampfname "The Ghost") zunächst zu lange auf seinem Stuhl sitzen, danach lösten seine Betreuer den gelockerten Tapeverband der Boxhandschuhe komplett, um es neu festzuzurren (926797DIASHOW: Die Bilder des Kampfes).

Das ist jedoch nach WBO-Regularien verboten, der Ringrichter brach den Kampf folgerichtig ab.

Punktrichter pro Stieglitz

"Das war Doofheit, zu viel vor den Kopf bekommen", sagte Sat.1-Boxexperte Axel Schulz.

Der frühere Schwergewichtler meinte, Chomizki habe sich durch die Aktion aus dem offensichtlich verlorenen Kampf mogeln wollen.

"Der war einfach kaputt, der war fertig. Er hat sich dem Kampf nicht mehr gestellt, Robert hat ihn zermürbt", sagte Schulz.

Zum Zeitpunkt des Kampfabbruchs lag Stieglitz bei allen drei Punktrichtern vorne, obwohl er in den ersten zwei Runden erhebliche Probleme mit dem Europameister hatte. "Ich wollte die ersten Runden ein bisschen lockerer reingehen, den Gegner antesten", erklärte der frühere Weltmeister.

Titelverteidigung vor Neuauflage

Ab der dritten Runde setzten sich aber die boxerische Klasse und die konditionellen Vorteile des gebürtigen Russen durch. Als Lohn gab es den vakanten Intercontinental-Gürtel der WBO.

"Hut ab vor Robert, denn im Ring war es gigantisch heiß, gefühlte 50 Grad", sagte sein Manager Steinforth.

Im Oktober entscheidet der Weltverband, ob Stieglitz zum offizieller Pflichtherausforderer von Abraham aufsteigt.

Für eine vierte Auflage des Duells müsste Abraham jedoch zunächst seinen WBO-Titel am 27. September in Kiel gegen den Engländer Paul Smith erfolgreich verteidigen.

Management lockt Felix Sturm

Während Stieglitz auf eine Revanche gegen den Deutsch-Armenier brennt, rollt sein Boxstall dem früheren Mittelgewichts-Weltmeister Sturm den Roten Teppich aus.

"Gegen ihn würden wir sehr gerne noch in diesem Jahr antreten", sagte Steinforth.

Nach seiner bitteren Niederlage im Titelkampf gegen Sam Soliman hatte Sturm zuletzt wegen einer schmerzhaften Armverletzung auf einen WM-Ausscheidungskampf verzichtet.

Ob Sturm sich aber auf ein Duell gegen den auf dem Papier schwereren Stieglitz einlässt, ist fraglich.

Ähnliche Anfragen des Abraham-Lagers hatte Sturm stets abgeblockt.

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