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In seinem letzten Kampf gegen Mannie Pacquiao war de la Hoya ohne Chance © getty

Oscar de La Hoya beendet wieder einmal seine Karriere. In Zukunft will er sich um seine zweite Karriere als Promoter kümmern.

Los Angeles - Für Oscar De La Hoya schloss sich der Kreis dort, wo einst alles begonnen hatte. Auf dem Parkplatz des Staples Center von Los Angeles, nur wenige Meilen von seinem Geburtshaus entfernt, verkündete der 36 Jahre alte Boxer am Dienstag nach viermonatiger Denkpause seinen Rücktritt vom Leistungssport.

Auslöser war die vernichtende Niederlage gegen den Filipino Manny Pacquiao am 6. Dezember 2008 41858(Bilder): "Da habe ich gemerkt, dass ich nicht mehr auf dem höchsten Niveau mithalten kann. Eine Fortsetzung meiner Karriere wäre meinen Fans gegenüber unfair", sagte De La Hoya, der dank seiner sportlicher Klasse und seines blendenden Aussehens zum erfolgreichsten Boxer der letzten 20 Jahre aufstieg.

Bescheidener Star

Rund eine Hundertschaft Journalisten und eine Heerschar von Schaulustigen, darunter Hollywood-Star Mickey Rourke, machten dem "Golden Boy" zur Mittagszeit noch einmal ihre Aufwartung. Enttäuscht wurden sie nicht.

Wie in seiner langen, schillernden Karriere erwies sich De La Hoya als der gewohnt bescheidene Superstar zum Anfassen, frei von Allüren, die Personifizierung des amerikanischen Traums. Wie es für ihn bei sämtlichen seiner Kämpfe zur Gewohnheit geworden war, verabschiedete sich De La Hoya auf Englisch und auf Spanisch von seinen Fans.

Olympiasieg 1992

Dass ihm die Anwesenheit seines mexikanischen Vaters Tränen in die Augen trieb, war verständlich. Joel De La Hoya war in seinen jungen Jahren selbst ein respektierter Boxer, der seinem fünfjährigen Sohn einst die ersten Boxhandschuhe schenkte.

Das Training zahlte sich schnell aus. Oscar De La Hoya krönte seine Amateur-Karriere 1992 in Barcelona mit dem Olympiasieg im Leichtgewicht und erfüllte damit ein Versprechen, das er zwei Jahre zuvor seiner an Krebs erkrankten Mutter Cecelia auf dem Sterbebett gegeben hatte.

Volksheld

Nach dem anschließenden Wechsel ins Profilager bestätigte De La Hoya die vielen Vorschusslorbeeren. Zwischen 1992 und 1999 blieb er ungeschlagen, sein linker Haken und seine überdurchschnittlichen Nehmerqualitäten machten ihn in den USA und in Mexiko zum Volkshelden.

Dank seines früheren Promoters Bob Arum zahlte sich der sportliche Erfolg auch finanziell aus. Sagenhafte 696 Millionen US-Dollar Einnahmen aus Boxkämpfen und 14,1 Millionen Bestellungen im Bezahlfernsehen sind Rekorde, die in absehbarer Zeit kaum gebrochen werden dürften.

In Zukunft will sich De La Hoya vornehmlich um seine Agentur "Golden Boy" kümmern, die namhafte Fighter wie Shane Mosley oder Ricky Hatton unter Vertrag hat.

"Ein Phänomen"

Mit zehn WM-Titeln in sechs Gewichtsklassen schrieb De La Hoya Sportgeschichte. "Boxen war die Liebe meines Lebens, meine Leidenschaft und das, wozu ich geboren wurde", lautete seine Bilanz nach 39 Siegen (30 durch K.o.) und sechs Niederlagen.

Der berühmte amerikanische Sportjournalist Steve Springer (Los Angeles Times) formulierte es so: "Oscar war ein Phänomen. In den letzten zehn Jahren hat er den Boxsport im Alleingang gerettet."

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