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Koji Sato (r.) hat von 14 Profikämpfen 13 durch K.o. vorzeitig beendet © getty

Koji Sato zeigt sich vor seinem Kampf gegen den Weltmeister erstaunlich bescheiden. Sturm hält das allerdings für reine Taktik.

Krefeld - Ein Weltmeister in Top-Form, ein Herausforderer ohne Selbstvertrauen: Profibox-Champion Felix Sturm trifft nach der längsten Vorbereitung seiner Karriere am Samstag in Krefeld auf einen Gegner, dem offenbar der Glaube an die eigenen Stärken fehlt.

"Ich habe das Gefühl, dass meine Chancen nicht besonders groß sein werden. Felix ist ein großer Champion. Aber ich habe hart trainiert, will soviele Schläge wie möglich ins Ziel bringen und verspreche einen spektaktulären Kampf", sagte der unbekannte und unbesiegte Japaner Koji Sato auf der Pressekonferenz in einem Krefelder Kaufhaus.

Gute 30 Minuten saß der 1,80 Meter große und etwas schmächtig wirkende Herausforderer aus Tokio auf einem Stuhl im Auditorium und wartete geduldig auf den WBA-Weltmeister im Mittelgewicht.

Sato zollt Respekt

Nachdem Sturm eingetroffen war und alle Beteiligten auf dem Podium saßen, verbeugte sich Sato bei seiner Vorstellung der japanischen Tradition getreu aus Respekt tief, nahm sich ein Japanisch-Deutsch-Wörterbuch und begrüßte die Besucher in der Sportabteilung mit den Worten: "Guten Tag. Ich freue mich, Sie zu sehen."

Felix Sturm vernahm die Aussagen seines Gegners ungerührt.

Sturm ist "beeindruckt"

"Das kann Taktik sein", sagte Sturm zu der Bescheidenheit seines Gegners und fügte an: "Jede Titelverteidigung ist schwierig. Ich habe Videos von ihm gesehen. Und ich kann Ihnen nur sagen: ich bin beeindruckt, was er mit einem Schlag ausrichten kann."

Koji Sato ist beim Weltverband WBA an Nummer 14 notiert und hat seine bislang 14 Profikämpfe allesamt gewonnen.

Bemerkenswert ist dabei seine K.o-Quote, 13 Duelle beendete er vorzeitig.

Sparring ohne Ende

Der 30 Jahre alte Weltmeister hat sich 14 Wochen auf seine sechste Titelverteidigung vorbereitet, solange wie noch nie.

Mit seinem Fitnesscoach Clive Salz bolzte der Boxer mit bosnischen Wurzeln acht Wochen lang Kondition.

Täglich beinhaltete das Programm laut Salz "15 Runden boxspezifisches" Konditionstraining und "10 Runden Intervall-Läufe".

In den vergangenen vier Wochen ging es dann zu seinem Trainer Michael Timm nach Hamburg, wo insgesamt 90 Runden im Sparring absolviert wurden.

Sturm ist hochkonzentriert

In den letzten Tagen vor dem Fight muss Sturm nur noch ein Kilogramm bis zu seinem Kampfgewicht verlieren.

"110 Prozent" werde er für den Sieg gegen seinen 35. Gegner im Profilager investieren. Doch auch nach erledigten Hausaufgaben wirkte der Mustersportler angespannt.

Fragen nach Titelvereinigungen mit Arthur Abraham oder Kelly Pavlik wiegelte er unwirsch ab.

Bescheidenheit pur

Offenbar behagten Sturm auch die Atmosphäre in dem Kaufhaus und die vielen Menschen nicht. Vielleicht war es auch die Bescheidenheit Satos.

Der hatte am Wochenende in einem TV-Interview einen K.o.-Sieg gegen Sturm angekündigt, was ihm jetzt aber sichtlich peinlich war.

"Das war ein Witz. Ich hoffe nicht, dass Sturm sauer ist."

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