vergrößernverkleinern
Es braucht kein martialisches Sturm-Abbild, um Koji Sato Respekt einzuflößen © getty

Zwar strebt Felix Sturm nach Größerem, doch erst mal muss er Koji Sato schlagen. Der hofft, "dass Sturm nicht sauer ist".

München - Sato, Urlaub, Titelvereinigung: Profibox-Weltmeister Felix Sturm hat die Ziele vor seinem zwölften WM-Kampf klar definiert.

"Zunächst möchte ich gewinnen und danach Urlaub machen. Und dann habe ich noch einiges vor, ich möchte irgendwann einmal die Titel vereinigen", sagte der 30 Jahre alte WBA-Champion im Mittelgewicht.

Am Samstag (22 Uhr) tritt er in Krefeld gegen den unbesiegten, unbekannten und offenbar wenig selbstbewussten Japaner Koji Sato an.

Kampfansage ist Sato peinlich

Der Reihe nach: 14 Wochen bereitete sich Sturm auf den Herausforderer aus Fernost vor, intensiv wie nie zuvor.

Das hätte er sich getrost sparen können - glaubt man den Worten Satos. "Ich habe das Gefühl, dass meine Chancen nicht besonders groß sein werden. Felix ist ein großer Champion. Aber ich habe hart trainiert und verspreche einen spektaktulären Kampf", sagte der 28-Jährige, der alle seine 14 Kämpfe gewann - 13 davon vorzeitig.

Regelrecht peinlich schien dem Japaner die von Medien verbreitete Ankündigung, er werde den Champion in Runde eins ausknocken: "Das war ein Witz. Ich hoffe nicht, dass Sturm sauer ist." (Sturms Gegner fast unterwürfig)

Sturm vermutet Understatement

Sturm ging damit gelassen um und ist auf der Hut. "Das kann Teil seiner Taktik sein. Ich habe Videos von ihm gesehen. Und ich kann nur sagen: Ich bin beeindruckt, was er mit einem Schlag ausrichten kann", meinte der Weltmeister. (29713DIASHOW: Abreibung für Sylvester)

Sturm hatte unlängst angekündigt, noch fünf Jahre boxen zu wollen. Eine Niederlage in seinem 35. Profikampf (Bilanz bisher: 31 Siege, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen) würde ihm im Streben nach universeller Anerkennung einen Strich durch die Rechnung machen.

"Da gibt es einen großen Weltmeister Kelly Pavlik. Er hält die Titel der WBC und WBO. Der WBO-Titel wurde mir gestohlen, den will ich mir zurückholen."

"Es liegt nicht an Arthur oder mir"

Sturm spielte auf die umstrittene Punktniederlage gegen Oscar de la Hoya an. An den Golden Boy verlor er am 5. Juni 2004 in Las Vegas seinen WBO-Gürtel.

Kelly Pavlik, der Champion aus Youngstown/Ohio, erscheint für eine Titelvereinigung die wahrscheinlichste Lösung.

Ein Duell mit IBF-Weltmeister Arthur Abraham hingegen ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit. "Es liegt nicht an Arthur oder mir. Es liegt an den Promotern und den TV-Sendern", sagte Sturm.

Als Model für Unterwäsche

Sein Promoter Klaus-Peter Kohl kooperiert mit dem ZDF, Konkurrent Wilfried Sauerland mit der ARD.Beide Sender pochen verständlicherweise in einem solchen Fall auf eine Übertragung.

Ein Dilemma, das Sturm auch die fetten Börsen verwehrt. 750.000 Euro sollen es diesmal sein, viel mehr wird es bei Gegnern der Marke Sato auch nicht werden.

Seiner Popularität hat dies aber keineswegs geschadet. Sturm hat de la Hoya geboxt, ist pfiffig und geschäftstüchtig. Zukünftig wird er für Unterwäsche von Calvin Klein werben.

Liegestützen und des Champions Augen

Und am Donnerstag präsentierte er sein erstes Buch. Dabei handelt es sich nicht etwa um die Memoiren des Stilisten, sondern um "Fitness-Boxen mit Felix Sturm".

Eine Kostprobe erhielten beim Schau-Training im übrigen Kinder, die in einem Kaufhaus unter den kritischen Augen des Champions Liegestütze machten.

Zum Forum - jetzt mitdiskutierenZurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel