Box-Trainer Uli Wegner will seinen schwer geschlagenen Schützling Arthur Abraham auf die "Ehrenrunde" schicken.

In einem Gespräch mit dem Supermittelgewichtler und Promoter Wilfried Sauerland habe er dem Ex-Weltmeister vorgeschlagen, vor dem Halbfinale im Super-Six-Turnier gegen den Amerikaner Andre Ward einen Aufbaukampf zu machen.

Abrahams Antwort war entlarvend: "Er fragte, was er dafür bekommt", sagte Wegner im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt": "Ich habe ihm geantwortet, an seiner Stelle würde ich umsonst boxen."

Auch die erfolgreiche Titelverteidigung von WBO-Weltmeister Marco Huck konnte Wegners Frust über Abrahams lustlose Vorstellung im WM-Kampf gegen den Briten Carl Froch nicht abbauen.

"Marcos Erfolg kann Arthurs Niederlage nicht erträglicher machen. Ich komme nicht damit klar, finde noch immer keine Worte für die beschämende Vorstellung", sagte der Inhaber des Bundesverdienstkreuzes.

Die Stachel der Enttschäuschung sitzt bei Wegner so tief, dass er auch drei Wochen nach Abrahams Pleite in Helsinki noch kein Gespräch unter vier Augen mit dem gebürtigen Armenier geführt hat.

"Arthur hat zwar immer gesagt, er hört auf seine Mutti und auf seinen Trainer, doch ich muss feststellen, dass ich offenbar keinen Einfluss mehr auf ihn habe", sagte der 68-Jährige.

Gänzlich will der Erfolgstrainer den Stab über seinen früheren Vorzeige-Athleten, der sich seinem Gegner Froch nahezu kampflos ergeben hatte, jedoch nicht brechen. "Ich mag den Jungen ja, ich würde ihn auch nie fallen lassen", sagte Wegner: "Doch nun ist er an seinem Scheidepunkt in seinem Leben. Jetzt zeigt sich, was er wirklich für ein Mensch ist."

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