Box-Weltmeister Vitali Klitschko setzt sich für die inhaftierte ukrainische Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko ein. In einem "FAZ"-Interview bot der Schwergewichts-Champion dem Staatspräsidenten Wiktor Janukowitsch sogar an, für die ehemalige Regierungschefin zu bürgen.

"Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, aus ihr eine Jeanne d'Arc zu machen. Sie hat in ihrer Amtszeit als Premierministerin genauso Finanzgruppen und Oligarchen unterstützt. Aber ihr Schicksal berührt mich", sagte Klitschko.

Gegen Timoschenko war am 5. August Haftbefehl erlassen worden. Alle Berufungsanträge wurden bislang abgewiesen.

Vorgeworfen wird der Ex-Premierministerin, dass die Ukraine während ihrer Amtszeit durch nachteilige Gasverträge mit Russland Hunderte Millionen Euro verloren hat. Timoschenko drohen daher bis zu zehn Jahren Haft.

Der ältere der beiden Klitschko-Brüder ermahnte Präsident Janukowitsch zu mehr Demokratie in seinem Heimatland:

"Ich habe große Sorgen wegen der politischen Entwicklung in der Ukraine. Was dort passiert, entspricht nicht den Erwartungen des Volkes, nicht den demokratischen Ideen, nicht europäischen Werten. Der Präsident hat alle Macht auf sich konzentriert. Von den politischen Gegnern kommt einer nach dem anderen ins Gefängnis."

Am 10. September boxt Klitschko in Breslau gegen den Polen Tomasz Adamek um die Schwergewichtskrone des Verbandes WBC.

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