Weltmeister Witali Klitschko will mit seiner Oppositionspartei Ukrainische Demokratische Allianz (Udar) die dritte politische Kraft im Lande werden, glaubt aber nicht an faire Parlamentswahlen.

"Natürlich wird die Wahl im Oktober weder frei noch gleich sein", sagt der ältere der beiden Klitschko-Brüder "Welt Online", und fordert deswegen "viel mehr nationale und internationale Beobachter".

Der 40-Jährige forumliert für die Wahlen sein klares Ziel: "Heute sind wir die viertgrößte Partei des Landes. Bei den Wahlen im Oktober wollen wir die drittstärkste Kraft werden. Und irgendwann die zweitstärkste."

Witali Klitschko ist in seiner Heimat Ukraine politisch schon seit langem engagiert. Anfang 2010 hatte er die Udar gegründet.

Zuvor war er 2002 und 2006 jeweils bei der Wahl zum Bürgermeister der Hauptstadt Kiew gescheitert.

Als Udar-Vorsitzender hat Witali Klitschko große Pläne. "Unser Reformprogramm ist lang und kurz zugleich: Einerseits sind Gesundheitsversorgung, Bildung, Soziales, Justiz und Polizeiapparat dringend reformbedürftig."

Es sei aber "unmöglich, auch nur einen dieser Punkte anzugehen, wenn wir nicht zuvor den Kampf gegen die Korruption gewinnen", so der verheiratete Familienvater.

Er lese, die Ukraine sei "das korrupteste Land der Erde", sagt Klitschko. "Das macht mich traurig. Das will ich ändern."

Die konservative Udar - das bedeutet Schlag - lebe vom Engagement vieler. Für internationale Aufmerksamkeit aber sorgt vor allem der Box-Champ. Klitschko strebt eine klare Annäherung der Ukraine an Europa an.