Knapp zwei Jahre nachdem sie von ihrem Stiefvater brutal niedergeschossen wurde, kehrt die ehemalige Box-Weltmeisterin Rola El-Halabi in den Ring zurück.

Die 27-Jährige kämpft am 12 Januar 2013 in Neu-Um gegen die Italienerin Lucia Morelli und schließt damit eine Comeback-Geschichte ab, die im Boxsport ihresgleichen sucht.

"Das ist mein Traum gewesen, ich wollte ihn weiterleben. Und ich wollte mich vor allem nicht so von diesem Sport verabschieden", sagte El-Halabi am Montag in Ulm: "Das war wie eine zweite Geburt. Das ist wie Geburtstag, Weihnachten und Ostern auf einmal."

Die Familientragödie am 1. April 2011 hatte deutschlandweit für Entsetzen gesorgt. El-Halabis Adoptivvater Hicham "Roy" El-Halabi war in die Kabine der damaligen Weltmeisterin gestürmt und hatte ihr vor einem Titelkampf in Berlin-Karlshorst in Hand, Fuß, Bein und Knie geschossen. Die Faustkämpferin musste mehrfach operiert werden und saß wochenlang im Rollstuhl.

"Ich musste immer den harten Weg gehen", beschrieb sie ihre Motivation: "Ich wollte immer auf dem Höhepunkt meiner Karriere aufhören. Und dieser 1. April war sicher nicht der Höhepunkt. Das hat mich voran getrieben und weiter kämpfen lassen."

Das Berliner Landgericht verurteilte Hicham El-Halabi, nachdem Rola als Nebenklägerin aufgetreten war, im November 2011 zu sechs Jahren Haft. Hintergrund der Tat war laut Gericht, dass die damals 26-Jährige sich im Januar von ihrem Adoptivvater als Manager getrennt hatte. Dieser hatte ihre Karriere bis dahin eng begleitet. Außerdem soll El-Halabi gegen die Beziehung seiner Adoptivtochter zu ihrem Freund gewesen sein.

Seitdem hat sich die gebürtige Libanesin wortwörtlich in ihr Leben zurückgekämpft. In Ulm führt sie ihre eigene Bar, mit ihrer Mutter und Schwester betreibt sie eine Boutique.

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