Box-Weltmeister Witali Klitschko hat auf politischer Bühne zugeschlagen. Der 41-Jährige, der in seiner ukrainischen Heimat an der Spitze der von ihm gegründeten Partei Udar (Schlag) steht, forderte EU-Sanktionen für Beamte und Justizmitarbeiter, die politische Verfolgung und Rechtsbeugung verantworten. Dadurch könne gleichzeitig die Ratifizierung des Assoziierungsabkommens zwischen der Ukraine und der Europäischen Union in Kraft treten.

"Die Ukraine soll die EU-Assoziation bekommen, und die höheren Beamten, Richter, Staatsanwälte, die für Verletzungen der Bürgerrechte verantwortlich sind, für selektive Justiz und politische Verfolgungen, sie sollten persönlich mit Sanktionen belegt werden" sagte Klitschko im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt".

Brüssel hat die Ratifizierung des Abkommens, das Handelserleichterungen und eine Perspektive auf EU-Mitgliedschaft vorsieht, wegen der Verfahren gegen Ex-Premierministerin Julia Timoschenko auf Eis gelegt. Timoschenko wurde im November 2011 wegen Missbrauchs öffentlicher Gelder zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt.

Klitschko hielt seine Zukunftsplanung auf politischer Bühne weiter offen. Eine Entscheidung, ob er als Bürgermeister der Hauptstadt Kiew kandidieren will, macht er von einem konkreten Wahltermin abhängig. "Da die Machthaber diese Wahl derzeit definitiv verlieren würden, wollen sie keinen Termin nennen. Vorher hat es keinen Sinn, eine Kandidatur bekannt zu geben", sagte Klitschko.

Auch zur Frage, ob er bei der Präsidentenwahl im Jahr 2015 antreten wolle, wollte sich der ältere der beiden Klitschkos nicht konkret äußern: "Erst einmal müssen wir dafür kämpfen, dass diese Wahl stattfindet. Und dass sie in einer Art stattfinden, dass einzig und allein die Bürger der Ukraine ihr Ergebnis bestimmen, nicht die Machthaber, der Amtsvorteil, Druck auf die Wähler oder Fälschungen."

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