Der Kopfschutz fällt, das Zählsystem "10-Points-Must" kommt.

Das deutsche Amateurboxen erfährt derzeit einschneidende Veränderungen. Die deutschen Meisterschaften werden von Mittwoch bis Samstag in Oldenburg erstmals unter den neuen Bedingungen ausgetragen.

"Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Veränderungen für die deutschen Boxfans darstellen", sagte Präsident Jürgen Kyas vom Deutschen Boxsport-Verband (DBV).

Grund für die Reform ist die Angleichung an das internationale Format. Der Weltverband AIBA will das olympische Boxen populärer machen und setzt bei seiner Reform vor allem auf die Nähe zum Profiboxen.

In allen nationalen und internationalen Wettbewerben soll auch das neue Zählsystem benutzt werden, um die anhaltende Kritik an den Punktmaschienen endlich verstummen zu lassen.

Dabei wird jede Runde stärker einzeln bewertet, zudem muss in jeder Runde mindestens einer der beiden Boxer 10 Punkte erhalten.

"Die neuen Regeln gelten in Deutschland seit dem 1. Juni 2013. Die DM ist der erste große nationale Wettkampf unter diesen Bedingungen", sagte DBV-Sportdirektor Michael Müller.

Ohne Kopfschutz traten deutsche Boxer bei nationalen Titelkämpfen letztmals in der Nachkriegszeit an.

Die Kämpfe in Oldenburg bilden für den DBV den Schlusspunkt einer langen Sichtungsreihe für die Weltmeisterschaften ab Mitte Oktober in Kasachstan.

"Die Nominierungs-Kommission wird am Sonntag darüber beraten, wer nach Almaty fährt. Am liebsten wäre es uns, wenn wir für jede Gewichtsklasse einen Boxer stellen könnten", so Müller.

In den zehn Gewichtsklassen werden an den vier Tagen in Oldenburg über 100 Boxer aus 17 Landesverbänden in den Ring steigen.

Zu den Top-Favoriten gehören Stefan Härtel (Berlin) im Mittelgewicht und Erik Pfeifer (Lohne) im Superschwergewicht. Sportsoldat Härtel war bei Olympia in London erst im Viertelfinale ausgeschieden.

Auch Pfeifer, der in Oldenburg fast ein Heimspiel hat, war bei Olmpia dabei, unterlag aber bereits in der ersten Runde dem Kasachen Iwan Dytschko nach Punkten klar mit 4:14.

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