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Phil Taylor gewann 1990 die Weltmeisterschaft der BDO ©

Bei der PDC European Championship triumphiert Phil Taylor. Im Finale lässt er Steve Beaton trotz 97er Durchschnitt keine Chance.

Hoofddorp - Volles Dartprogramm am letzten Tag der PDC European Championship.

Während in den Viertelfinalspielen kaum enge Partien zu verzeichnen sind kommt es beim Halbfinale zwischen Steve Beaton und James Wade zu einem wahren Krimi. Im Finale macht Phil Taylor dann gegen Steve Beaton kurzen Prozess

Jelle Klaasen ? Colin Lloyd 10:5

In den ersten Legs hatte besonders Klaasen Probleme mit den Doppeln und so konnte Lloyd mit 3:1 in Führung gehen. Im nächsten Leg hielt Klaasen erstmals seinen Vorteil, bevor er mit einem 140er Finish das Rebreak schaffte und ausglich. Nach vier weiteren Legs stand es 5:5 und man ging in die Pause.

Für Lloyd kam die Pause wohl zum falschen Zeitpunkt, denn nun bestimmte Klaasen die Partie und gewann Leg um Leg. Fünf Legs in Folge wurden es dann für den Matador, der erstmals das Halbfinale eines Major Turniers erreichen konnte.

Phil Taylor ? Gary Anderson 10:3

Gary Anderson hat erst ein Spiel in seiner Karriere gegen Phil Taylor gewinnen können, seitdem gab es für den Schotten nur noch Niederlagen. Hochklassig waren die Partien stets, doch das, was die beiden Spieler im Viertelfinale ablieferten, sah man bisher nicht oft bei einer solchen Veranstaltung.

Anderson hatte am Ende einen Average von über 106 und war eigentlich chancenlos gegen einen Phil Taylor, der mit 118,4 den höchsten Average in der Geschichte der Major Turnier werfen konnte.

Anderson begann die Partie mit einer 180 und setzte Taylor gleich unter Druck, doch dieser warf drei 100+ Scores und holte sich das erste Leg. Im zweiten Leg warf Taylor seine erste 180, dieses Mal ging das Leg mit einem 62er Finish an Anderson. Zum 2:1 checkte Taylor 62, bevor Anderson nach seiner zweiten 180 mit einem 116er Finish erneut ausgleichen konnte.

Was nun folgte, war nah an der Perfektion. Ein 13 Darter zum 3:2 eröffnete die Show des Phil Taylor, der trotz einer weiteren 180 von Anderson im nächsten Leg ein Break mit einem 11 Darter schaffte, wobei er selbst Scores von 171 und 180 hatte. Im nächsten Leg warfen beide Spieler eine 180, doch mit einem 13 Darter ging das Leg an Taylor, der mit einem 81er Finish en weiteres Break, erneut in 11 Darts und mit einer 180, nachlegen konnte.

Erneut warfen beide Spieler eine 180, doch Taylor war wieder zuerst auf Doppel und checkte mit dem zwölften Dart zum 7:2. Seit dem sechsten Leg warf Taylor in jedem Durchgang mindestens eine 180, so auch jetzt wo er zusätzlich noch ein 124er Finish zum 12 Darter werfen konnte.

Im elften Leg waren es dann zwei 180, als Taylor seinen dritten 11 Darter zum siebten Leg in Folge werfen konnte. Anderson wurde dann für seinen unermüdlichen Einsatz belohnt und er holte sich mit einem 14 Darter, nachdem beide Spieler natürlich eine 180 geworfen hatten, das zwölfte Leg.

Doch Taylor blieb unnachgiebig und sicherte sich nach seiner zehnten 180 mit seinem vierten 11 Darter den historischen Sieg. Wie schade, dass es von dieser Partie keine Fernsehbilder gibt.

Steve Beaton ? Mark Walsh 10:6

Mark Walsh konnte sich nur einen Tag über seinen Erfolg gegen Raymond van Barneveld freuen. Gegen Steve Beaton, den man getrost als den Spieler der Stunde bezeichnen kann, kam dann das Aus.

Bis zum 3:3 konnte sich keiner der beiden Spieler absetzen und Beaton glich stets die Partie aus. Im siebten Leg schaffte Beaton dann mit einem 15 Darter das erste Break und er baute die Führung mit einem 16 Darter aus. Ein 13 Darter brachte das zweite Break und nach einem 14 Darter hatte Beaton vier Legs in Folge zum 7:3 gewonnen.

Nun ging die Partie wir in den ersten Legs weiter und beide Spieler holten abwechselnd ein Leg. Da Mark Walsh aber kein Break schaffte, reichte Beaton am Ende der Zwischenspurt und er holte sich nach seiner fünften 180 mit einem 92er Finish den Sieg.

James Wade ? Mervyn King 10:6

Der Halbfinalgegner von Steve Beaton wurde in der letzten Partie am Nachmittag ermittelt. James Wade hatte den besseren Start in die Partie und schaffte gleich ein Break, bevor er ein 90er Finish zum 2:0 nachlegen konnte.

Mervyn King holte sich sein erstes Leg im dritten Durchgang, doch dann legte Wade ein Gang zu und warf 4x180 in den nächsten drei Legs zu einer 5:1 Führung. Dabei war The Machine kurz vor dem perfekten Spiel, als er im sechsten Leg knapp die Doppel 12 zum 9 Darter verpasste.

Mit einem 110er Finish baute Wade dann seine Führung gar auf 5 Legs aus, bevor King den Lauf stoppen konnte. King gewann zwar das nächste Leg, doch Wade stellte den alten Abstand wieder her. Die Aufholjagd von King wurde nun mit zwei 11 Dartern hochklassig. Doch Wade konnte mit einem 12 Darter dazwischen und einem anschließenden 106 er Finish dagegen halten und sicherte sich letztendlich sicher das Halbfinale.

Phil Taylor - Jelle Klaasen 11:3

Gleich im ersten Leg fielen drei 180er und diese zeigten sofort, dass es hochklassig weiter gehen würde. Klaasen eröffnete die Partie mit einer 180, konnte sie aber nicht bestätigen. Taylor antwortete gleich mit 2x180 in Folge und schaffte mit einem 11 Darter gleich ein Break.

Im zweiten Leg verpasste der Engländer vier Darts auf Doppel und so glich Klaasen in 18 Darts und legte einen 11 Darter zum 2:1 nach. Die Fans hofften nun auf eine Sensation, doch dafür war Taylor nicht zu haben. Er schaltete wie gewohnt einen Gang höher und ließ seinen Gegner wie alle anderen zuvor hinter sich zurück. Taylor gewann neun Legs in Folge zum 10:2, wobei er sieben weitere 180er warf und Legs zwischen 12 und 15 Darts werfen konnte.

Ein 14 Darter brachte Klaasen dann das umjubelte 3:10, doch im nächsten Durchgang ließ der Niederländer zwei Darts zum Break ungenutzt und Taylor sicherte sich nach seiner zehnten 180 und mit einem Average von knapp 109 das Finale.

Steve Beaton ? James Wade 11:10

Das zweite Halbfinale sollte das spannendste Spiel des Tages werden und besonders die Fans von Steve Beaton werden ein paar graue Haare bekommen haben.

Beaton eröffnete die Partie mit einem 109er Finish, doch die nächsten vier Legs gingen allesamt an James Wade, der damit genauso gut in das Spiel kam wie zuvor gegen Mervyn King. Mit einem 10 Darter nach Scores von 174 und 177 schaffte Wade dann auch zum 2:1 das beste Leg des Turniers und er ließ einen 14 und einen 12 Darter folgen.

Doch in diesen Tagen sieht man einen komplett anderen Steve Beaton, einen der an sich und seine Stärken glaubt. Beaton holte sich vier der nächsten fünf Legs und schaffte dabei mit einem 11 Darter den Ausgleich zum 5:5. Auch die nächsten beiden Legs gingen mit jeweils einer 180 an Beaton, der nun mit 7:5 führte und die Partie gedreht hatte. Das Spiel blieb aber weiterhin hochklassig, denn auch Wade gab noch einmal alles.

Trotzdem führte Beaton dann mit 10:7 und stand kurz vor dem Sieg. Nun wurde es dramatisch, denn Beaton wollte einfach nicht seine Matchdarts verwandeln. Im achtzehnten Leg warf Beaton seine siebte 180, verpasste dann aber einen Dart auf Doppel und Wade verkürzte mit einem 14 Darter.

Im nächsten Leg verpasste Beaton 144 zum Match und vergab dann noch drei weitere Matchdarts bei 12 Rest zum Sieg. Als Beaton dann auch noch bei 60 Rest zwei weitere Darts zum Finaleinzug nicht nutzen konnte, blieb Wade gelassen und glich zum 10:10 aus. Beaton hatte den Vorteil, das Leg eröffnen zu dürfen und führte auch. Bei 94 Rest traf er dann die Treble 18, vergab dann aber zwei weitere Matchdarts und blieb auf 10 Rest.

Wade erhöhte den Druck und hatte nach Scores von 140 und 120 einen Rest von 20. Der zehnte Matchdart von Steve Beaton saß dann in der Doppel 5 zum 16 Darter und zum Finaleinzug. Damit verhinderte Steve Beaton auch die Rückkehr von James Wade auf Platz 2 in der Order of Merit.

Phil Taylor ? Steve Beaton 11:3

Im Finale zeigte Steve Beaton mit einem Average von knapp 97 eine sehr starke Leistung, doch dies reicht nicht, um einen Phil Taylor gefährlich zu werden. Taylor erreichte auch im Finale einen Average von über 109 und beendete als erster Spieler überhaupt ein Turnier mit einem Gesamtaverage von über 100.

Gleich im ersten Leg warf Taylor eine 180 auf dem Weg zum ersten Break, wobei er mit 17 Darts verhältnismäßig lange brauchte. Es folgte ein 13 Darter, bevor Beaton mit einem 18 Darter und trotz der zweiten 180 von Taylor erstmals punkten konnte.

Das war es jedoch für Erste, denn die nächsten acht Legs gingen allesamt an "The Power". Nach 2x180 warf Taylor einen 11 Darter zum 3:1 und schaffte ein Vorentscheidendes Break im Anschluss mit einem 140er Finish zum 12 Darter, nachdem Beaton nach einer 180 auf seine Chance wartete.

Es folgten zwei 13 Darter zum 6:1, wobei Beaton im siebten Leg auch mal wieder einen Dart auf Doppel hatte. Nach einer weiteren 180 folgte der nächste 12 Darter von Taylor und nach 3x15 und einmal 16 Darts führte die Nr. 1 sicher mit 10:2.

Steve Beaton zeigte kurz vor Schluss noch einmal, warum er im Finale stand und sicherte sich sein drittes Leg mit einem 12 Darter. Das letzte Leg des Turniers wäre fast der perfekte Abschluss gewesen. Taylor eröffnete mit einer 180, gefolgt von einer 180 von Beaton. Taylor legte eine 177 nach, Beaton schaffte "nur" eine 100.

Nun wurde es still, sollte Taylor als erster Spieler überhaupt ein Turnier mit einem 9 Darter beenden können? Die ersten beiden Darts saßen in der Treble 20, doch der neunte Dart ging knapp neben die Doppel 12. Beaton ließ noch eine weitere 180 folgen und hatte nach 9 Darts einen Rest von 41, doch Taylor blieb konzentriert und gewann das Finale mit einem weiteren 11 Darter.

Phil Taylor konnte somit seinen Titel aus dem Vorjahr in Frankfurt erfolgreich verteidigen und zeigte dabei eine selten zuvor gesehene Leistung. Das Finale war der würdige Abschluss einer hochklassigen und schönen Veranstaltung. Für Steve Beaton war es das erste Major Finale seit 1996.

Mit nun insgesamt 26.000 Pfund in Nuland und bei der European Championship hat sich Beaton auch von Platz 28 auf Platz 19 in der Order of Merit vorspielen können. Als Bonus erhält er auch noch die Teilnahme an den nächsten beiden Grand Slam of Darts, wirklich ein geglücktes Comeback den ?Bronzed Adonis?

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