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Phil Taylor war von 1995 bis 2002 ununterbrochen Darts-Weltmeister © getty

Phil Taylor ist der Superstar des Darts. Vor der WM spricht er im Interview der Woche über das Turnier und ein großes Ziel.

Von Benjamin Bauer

München - Ginge es nach Ikonen-Status, müsste sein Name im selben Atemzug mit Roger Federer, Lance Armstrong oder Tiger Woods genannt werden.

Auch von den sportlichen Erfolgen kann sich der König der Dartsszene, Phil Taylor, mit den erfolgreichsten Sportlern der Welt messen.

14 Weltmeistertitel holte der 49-Jährige, genannt "The Power", bislang in seiner Karriere. Der nächste soll bei der aktuellen Darts-WM in London (ab 19.12. LIVE im DSF ) dazukommen. Bis zum 3. Januar kämpfen 64 Spieler um ein Gesamtpreisgeld von über 1,1 Millionen Euro.

Im Sport1.de-Interview spricht Phil Taylor über hohe Steuern, seine Zeit nach der Karriere und ein Ziel, das er als Erster erreichen will.

Sport1.de: Herr Taylor, was entgegnen Sie Leuten, die behaupten, dass Darts keine Sportart ist?

Phil Taylor: Ich würde mich freuen, weil ich dann keine Steuern zahlen muss, wenn es kein Sport ist. Also, kann ich bitte mein Geld wiederhaben! Leider lässt mich die Regierung Steuern zahlen, als ob es ein Sport ist und im Moment kostet es mich ziemlich viel Geld! Aber im Ernst, Darts hat alle Eigenschaften einer Sportart. Man braucht Können, Ausdauer, Talent, Konzentration und jede Menge Hingabe. Für mich ist es ein Sport, kein Zweifel.

Sport1.de: Die Weltmeisterschaft ist eine große Veranstaltung, bei der die Zuschauer viel feiern. Sehen Sie das in einem positiven Licht oder ist das für Sie eher ein negativer Aspekt, der dem Image der Sportart schadet?

Taylor: Die Leute sind da um Spaß zu haben, aber natürlich innerhalb von Grenzen. Für uns ist es großartig, unseren Sport vor solch einem begeisterungsfähigen Publikum auszuüben. Wie gesagt, sie kommen um Spaß zu haben, bezahlen und haben eine gute Zeit. In den letzten Jahren war das ein riesiges Plus für Darts, überall wohin wir kamen, waren jede Menge Zuschauer.

Sport1.de: Welcher Spieler ist Ihr größter Konkurrent bei den Weltmeisterschaften? Wer wird überraschen?

Taylor: Es gibt viele Spieler, die gewinnen können. Gary Anderson und Wayne Mardle habe haben kürzlich Turniere ausgelassen um sich vorzubereiten, Raymond van Barneveld war dieses Jahr gut in den Major-Turnieren und auch James Wade ist in Form. Aber da sind noch andere Spieler im Rennen, die es schaffen können: Mervyn King, Terry Jenkins und John Part sind immer dann am besten, wenn es drauf ankommt.

Sport1.de: Welche Ziele haben Sie noch in Ihrer Laufbahn als Sportler? Was folgt nach ihrer Darts-Karriere?

Taylor: Ich würde gerne so viele Titel gewinnen wie ich kann, egal ob 15, 16, 17 oder 20 Weltmeister-Titel. Ich will jedes Turnier gewinnen, bei dem ich dabei bin, weil ich es liebe zu gewinnen, genauso wie die Herausforderung besser zu werden und Spieler zu besiegen, die neu auftauchen. Ich habe noch nicht viel darüber nachgedacht, was ich machen werden, wenn ich aufhöre ? die Füße hochlegen und es mir gut gehen lassen, denke ich.

Sport1.de: Denken Sie, dass zwei Neun-Darter in Folge möglich sind?

Taylor: Ich denke ja. Ich hätte es ja fast geschafft ? ich hatte bereits einen Neun-Darter im Finale, dann 180 und 180 in der nächsten Runde, aber ich habe die 141 verpasst. Es sind nur die Nerven, die dich stoppen. Ich wäre schon gerne der Erste, der es schafft.

Sport1.de: Sie dominieren die Dart-Szene mehr als jeder andere. Wird das nicht früher oder später langweilig? Wie schaffen Sie es sich zu motivieren?

Taylor: Es ist nie langweilig. Es bedeutet ein sehr hartes Leben, weil ich sehr viel dafür opfern muss. Aber ich habe das Glück gehabt, meine Familie finanziell abzusichern zu können, und ich liebe es zu gewinnen. Es ist der beste Job in der Welt, und ich liebe, was ich mache.

Sport1.de: Wie trainieren Sie? Wie sieht ein normaler Trainingstag bei Ihnen aus?48208(DIASHOW: Die Highlights der WM 2009)

Taylor: In der Vorbereitung zur Weltmeisterschaft ging es darum sich zu erholen, um dort physisch und mental auf der Höhe zu sein. Mental bin ich seit November in Topform, aber an meiner körperlichen Verfassung muss ich noch arbeiten. Ich trainiere täglich ungefähr zwei bis drei Stunden, aber ich gehe auch viel mit meinem Hund raus. Seit Oktober bin ich viel gereist, demzufolge versuche ich mich so viel wie möglich auszuruhen.

Sport1.de: Wie viel Prozent ihres Könnens haben Sie sich durch Talent, wie viel durch harte Arbeit angeeignet?

Taylor: Ich würde sagen 60 Prozent sind Talent und 40 Prozent harte Arbeit.

Sport1.de: Darts-Wettbewerbe werden in Zukunft noch mehr außerhalb Großbritanniens ausgetragen. Auf der Insel sind Sie ein Star. Gefällt es Ihnen eigentlich im Ausland über die Straße zu gehen, ohne erkannt zu werden?

Taylor: Ab und zu kann ich das auch in Großbritannien, aber immer seltener! Es ist schön erkannt zu werden, und es zeigt wie weit Darts als Sport gekommen ist, genauso wie es meinen Erfolg reflektiert. Aber es ist auch gut im Ausland zu sein und einfach seinen Job zu machen.

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