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Andree Welge war Deutscher Einzelmeister im Jahr 2002 und 2008 © getty

Bei der Darts-WM trennt sich langsam die Spreu vom Weizen. Ein Deutscher muss die Koffer packen. Ein Favorit siegt sicher.

London - Am zweiten Tag der World Darts Championship (Die., ab 22 Uhr LIVE im DSF ) wurde erstmals in zwei Sessions gespielt.

Obwohl keiner der Top 20 am Start war, tat dies der ausgelassenen Stimmung im "Alexandra Palace" keinen Abbruch.

Die Spiele wurden mit der Vorrundenpartie zwischen dem Finnen Jarkko Komula und dem russischen Qualifikanten Roman Konchikov eröffnet.

Komula nutzte seinen Vorteil, das Spiel beginnen zu dürfen und hielt stets seinen Aufschlag. Konchikov konnte zwar stets ausgleichen, doch im siebten Leg musste er sich dann geschlagen geben.

"Muffin Man" fordert "The Power"

In der nächsten Partie wurde dann der Zweitrundengegner von Phil Taylor ermittelt. Roland Scholten, der vor zwei Jahren noch an Nr. 8 gesetzt war, ging dieses Mal nach langer Verletzungspause als Nr. 32 an den Start.

Das "Tripot" aus den Niederlanden konnte aber gegen den "Muffin Man? Steve Hine nicht an alte Leistungen anknüpfen und musste sich nach einer 2:1 Satzführung doch noch geschlagen geben.

Stompe weiter

Als erster Niederländer spielte sich dann Co Stompé in die zweite Runde. Der erste Satz wurde von beiden Spielern leicht nervös geführt und die erste Chance, ihn sich zu sichern hatte Steve Maish, doch er traf die Doppel 12 nicht.

Dafür nutzte Stompé seine Chance und sicherte sich den ersten Durchgang. Maish spielte nun besser und konnte mit einem 3:1 im zweiten Satz ausgleichen. Nun legte der German Darts Champion von 2008 einen Gang zu und Stompé holte sich sechs der nächsten sieben Legs zu einem dann doch sicheren Auftaktsieg.

Shepherd marschiert weiter

Anschließend setzte sich mit Kirk Shepherd der Sensationsfinalist von 2008 gegen den US-Amerikaner Scott Burnett durch.

Zum Abschluss der Session musste Jarkko Komula noch einmal zu seinem Match der ersten Hauptrunde auf die Bühne und unterlag dem an 25 gesetzten Wes Newton.

Selbstbewusster King

Die Abendsession wurde dann von Mervyn King und Matt Clark eröffnet und King zeigte bei seinem Sieg die beste Leistung des Tages. King zeigt anschließend äußerst selbstbewusst: "Natürlich wäre es mein Traum, dieses Event zu gewinnen. Wenn ich mein Spiel spielen kann, dann kann ich jeden Spieler schlagen."

Bates lässt aufhorchen

Wie auch Roland Scholten ist auch Barrie Bates in den letzten zwei Jahren wegen gesundheitlicher Probleme weit abgerutscht in der Rangliste und so war die ehemalige Nr. 13 in diesem Jahr ungesetzt. Trotzdem ist Bates bei der WM immer zu beachten, wie man im letzten Jahr bei seinem Viertelfinaleinzug sehen konnte.

Auch in diesem Jahr scheint es laufen, denn der Waliser gewann zum Auftakt gegen den ehemaligen Weltmeister der BDO mit 3:1. Jelle Klaasen gewann zwar den ersten Satz, musste sich dann aber im zweiten und vierten Satz jeweils im entscheidenden Leg geschlagen geben.

Lewis erzielt Bestmarke

Das Highlight des Abends setzte dann Adrian Lewis, der Aodhagan O?Neill keine Chance ließ und mit 106,51 den bisher besten Average des Turniers spielen konnte.

Nach der Galavorstellung sagte Lewis: "Ich möchte im Viertelfinale gegen Phil Taylor spielen. Wir hatten vor kurzem in Deutschland ein knappes Spiel auf höchstem Niveau und ich fühle, dass ich ihn in diesem Jahr schlagen kann."

Manley siegt mit Mühe

Der Tag wurde dann mit der Partie zwischen Peter Manley und Andy Jenkins beendet. Manley, der in den letzten beiden Jahren aus den Top 10 gefallen ist und nun als Nr. 20 wieder an alte Tage anknüpfen möchte, tat sich gegen Jenkins allerdings schwer. 48208(DIASHOW: Die Highlights der WM 2009)

Jenkins führte bereits mit 2:1 Sätzen, bevor "One Dart? Manley doch noch einmal die Wende schaffen konnte und durch ein knappes 3:2 die zweite Runde erreichen konnte.

Welge fordert "Flash"

Am dritten Tag der WM wurde mit Spannung das Spiel des zweiten Deutschen Andree Welge erwartet und auch der Österreicher Mensur Suljovic hatte seinen ersten Auftritt.

Andree Welge traf auf Mark Dudbridge und ging mit durchaus guten Aussichten in die Partie, denn der ehemalige Finalist zeigte in den letzten Jahren immer wechselhafte Leistungen.

Doch an diesem Tag hatte der "Flash? einen seiner gute Tage und er beeindruckte besonders durch sichere Checks.

Nur eine 180 von Welge

Der Engländer holte sich das erste Leg, doch Welge glich sofort aus. Mit einem 85er Bullfinish ging Dudbridge erneut in Führung und er sicherte sich dann auch den ersten Satz mit 3:1.

Dudbridge blieb weiter sicher und holte sich auch das erste Leg im nächsten Satz mit einem 117er Finish. Nun kam Welge besser in die Partie und er holte sich die nächsten beiden Legs, leider sollten es die letzten für ihn bleiben.

Im vierten Leg vergab der Bremer dann zwei Darts auf Doppel 4 zum 68er Finish und er ließ dann auch im fünften Leg Chancen zum Ausgleich ungenutzt. So ging es dann mit einem 0:2 in den dritten Satz und dort setzte es dann den nächsten Nackenschlag, als sich Dudbridge das erste Leg mit einem 146er Finish sichern konnte.

Welge gab noch einmal alles und warf auch die einzige 180 in dieser Partie, doch gegen den dieses Mal zu sicher auf Doppel werfenden Dudbridge musste er sich dann geschlagen geben.

Aus für Suljovic

Mensur Suljovic eröffnete dann später die zweite Session und er hatte mit Kevin Painter eine sehr schwere Hürde in der ersten Runde gelost bekommen.

Der erste Satz ging zwar mit 3:0 an Painter, doch Suljovic hatte durchaus seine Chancen. Doch der "Artist? warf Finishes von 145 und 164 und holte sich den Durchgang. Im zweiten Satz wurde Suljovic dann sicherer, dich er vergab vier Darts auf Doppel zum Satzgewinn im vierten Leg und Painter konnte noch einmal ausgleichen.

Im fünften stellte er sich dann aber 24 Rest und traf das Doppel dann auch zum Ausgleich. Den dritten Satz holte ich Painter dann erneut mit einem 3:0 profitierte dabei aber davon, dass Suljovic regelmäßig seine Chancen auf Doppel nicht nutzen konnte. So lief es dann leider auch im vierten Satz, wo der Österreicher zwar führte, in den folgenden Legs aber erneut Schwächen auf Doppel zeigte.

Damit musste sich Mensur Suljovic in diesem Jahr bereits in der ersten Runde von der WM verabschieden.

"Barney" ganz souverän

Mit Spannung wurde auch der erste Auftritt von Raymond van Barneveld erwartet, der in diesen Tagen sein Jubiläum für 25 Jahre als Dartspieler feiert und mit einem entsprechenden Trikot auf die Bühne kam. Die Partie gegen den Neuseeländer Warren Parry gewann Barney souverän und er gab dabei kein Leg ab.

Mit dieser Leistung scheint der Niederländer bereit für mehr zu sein, obwohl der Gegner kein wirklicher Prüfstein war.

Andersons Plan funktioniert

Spannend wurde es jedoch in der Partie zwischen Jamie Caven und Gary Anderson. Anderson hatte in den letzten Wochen bewusst pausiert, um in der Rangliste auf Platz 34 zu bleiben und somit Phil Taylor in einer frühen Partie aus dem Weg zu gehen.

Als Nr. 32 der Rangliste wäre er gesetzt gewesen und bei einem Sieg in der ersten Runde hätte er gegen "The Power" spielen müssen. Sein Plan ging komplett auf, denn er wurde in die untere Hälfte gelost und er kann nun erst im Finale auf den Titelverteidiger treffen.

Hochklassiges Duell

Doch dazu musste er erst einmal die erste Runde überstehen und da hatte Anderson mit Jamie Caven keinen leichten Gegner, den "Jabba? konnte in diesem Jahr immerhin zwei Pro Tour Events gewinnen.

Das Spiel hielt dann auch alles, was man sich im Vorfeld davon erhofft hatte und es wurde spannend und hochklassig. Jamie Caven konnte zum 1:1 und 2:2 in Sätzen ausgleichen. Anderson hatte bereits im vierten Satz drei Matchdarts, konnte die Enttäuschung aber verdrängen und sich den letzten Durchgang mit 3:0 sichern.

Alle Ergebnisse:

Jarkko Komula 4-3 Roman Konchikov

Steve Hine 3-2 Roland Scholten (1-3, 3-1, 2-3, 3-1, 3-0)

Co Stompe 3-1 Steve Maish (3-2, 1-3, 3-1, 3-0)

Kirk Shepherd 3-0 Scott Burnett (3-1, 3-1, 3-0)

Wes Newton 3-0 Jarkko Komula (3-0, 3-2, 3-2)

Mervyn King 3-0 Matt Clark (3-2, 3-0, 3-0)

Barrie Bates 3-1 Jelle Klaasen (1-3, 3-2, 3-0, 3-2)

Adrian Lewis 3-0 Aodhagan O'Neill (3-1, 3-0, 3-0)

Peter Manley 3-2 Andy Jenkins (3-0, 1-3, 2-3, 3-1, 3-0)

Brendan Dolan 3-1 Tony Eccles (3-1, 3-0, 1-3, 3-1)

Mark Dudbridge 3-0 Andree Welge (3-1, 3-2, 3-0)

Mark Webster 3-2 Mark Walsh (1-3, 3-0, 3-2, 1-3, 3-1)

Alan Tabern 3-2 Ken MacNeil (1-3, 3-2, 3-2, 2-3, 3-1)

Kevin Painter 3-1 Mensur Suljovic (3-0, 2-3, 3-0, 3-1)

Phillip Hazel 2-4 Osmann Kijamet

Jamie Caven 2-3 Gary Anderson (3-0, 2-3, 3-2, 2-3, 3-0)

Raymond van Barneveld 3-0 Warren Parry (3-0, 3-0, 3-0)

Andy Hamilton 3-0 Osmann Kijamet (3-0, 3-0, 3-0)

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