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Paul Nicholson scheiterte bei der WM 2009 im Viertelfinale © getty

Die Players Championship erleben eine Sensation. Ein australischer Außenseiter stoppt den Top-Star und gewinnt das Turnier.

London - Paul Nicholson gewinnt sensationell die Players Championship in der Circus Tavern und beendet die Regentschaft von Phil Taylor.

Der an 21 gesetzte Australier, der ein 80:1-Außenseiter bei den Buchmachern war, gewann das Finale gegen Mervyn King, nachdem er zuvor im Spiel seines Lebens gegen Phil Taylor gewinnen konnte.

Paul Nicholson - Adrian Lewis 9:7

Der Arbeitstag von Nicholson fing aber am Nachmittag mit dem Viertelfinale gegen Adrian Lewis an. "Jackpot" ging aufgrund seiner Leistungen in den letzten Monaten als Favorit in die Partie, Nicholson konnte man aber durchaus Chancen zurechnen. Wie in den anderen beiden Partien zuvor eröffnete Lewis auch dieses Mal das Spiel mit einer 180, doch er vergab seine Chancen auf Doppel und Nicholson war zur Stelle. Mit einem 101er Finish erhöhte der Australier, bevor Lewis mit einem 104er Finish verkürzen konnte.

Nicholson führte dann mit 5:3, vergab dann aber Möglichkeiten zum 6:3 und Lewis verkürzte erst, bevor er mit einem 106er Finish ausgleichen konnte. Die nächsten beiden Legs gingen erneut an Nicholson, doch dieses Mal checkte Lewis 124 und glich mit einem 64er Finish wieder aus. Zum 7:6 konnte sich Lewis dann erstmal die Führung erspielen, doch Nicholson war sofort zur Stelle und gewann drei Legs in Folge.

Mit seinem letzten Dart traf er schließlich die Doppel 8 zum Matchgewinn und zu diesem Zeitpunkt freute er sich erst einmal über sein erstes Halbfinale bei einem Majorturnier. Adrian Lewis hingegen muss weiter auf seinen ersten großen Erfolg warten. 48208(DIASHOW: Die Highlights der WM 2010)

Colin Osborne - Wes Newton 9:8

Und es ging gleich spannend weiter, denn in der nächsten Partie ging es mal wieder über die komplette Distanz. In den ersten sieben Legs konnten die Spieler jeweils ihren Vorteil halten, Osborne spielte dabei unter anderem ein 141er Finish zum 2:2. Im achten Leg schaffte Newton dann das erste Break und zog dann auf 6:3 davon.

Mit zwei 180er in Folge eröffnete Osborne dann seine Aufholjagd, die mit fünf Legs in Folge auch sehr erfolgreich war. Im fünfzehnten Leg hatte der Wizard dann auch schon Matchdarts, doch er vergab drei Darts auf Doppel und Newton konnte sich mit einem 96er Finish retten, bevor er die Partie mit einem 124er Finish in das letzte Leg brachte.

Dieses durfte Newton dann eröffnen, doch er spielte nicht stark genug und so konnte Osborne doch noch mit einer Doppel 8 das Spiel gewinnen.

Phil Taylor - Colin Lloyd 9:7

Nachdem Phil Taylor in den ersten beiden Partien nicht ganz an die Form der WM heran kommen konnte, musste er gegen einen Colin Lloyd in Bestform alles geben, um in das Halbfinale einziehen zu können. Die ersten beiden Legs gingen in 11 und 14 Darts an Taylor, doch nach der vergebenen Chance zum 3:0 meldete sich Lloyd in der Partie an.

Jaws glich die Partie aus, wobei er im vierten Leg sogar mit 2x180 in Folge eröffnen konnte. Die nächsten beiden Legs wurden geteilt, bevor Lloyd nach Scores von 140, 180 und 145 mit einer Doppel 18 einen 10 Darter zum Break spielen konnte. Lloyd führte dann sogar mit 5:3, bevor Taylor erst ein 124er Finish warf und dann im nächsten Leg erneut ausgleichen konnte. Auch die nächsten beiden Legs gingen an The Power und nun schien alles seinen Weg zu gehen.

Doch Lloyd warf ein 130er Bullfinish und zwei Legs später ein 121er Finish zum 7:8, als Taylor nach 12 Darts 40 Rest hatte. Lloyd hatte dann auch im sechzehnten Leg den Vorteil, beginnen zu können, doch nach einer 177 gewann Taylor das Match mit einem 14 Darter. Beide Spieler erzielten einen Average von über 100, der Average von Taylor sollte der höchste in diesem Turnier bleiben.

Mervyn King - Wayne Jones 9:2

Nachdem Mervyn King schon in der Runde zuvor Jelle Klaasen deutlich besiegen konnte, wurde auch Wayne Jones für ihn nicht zum Stolperstein und er erreichte als einziger Spieler ohne große Probleme das Halbfinale.

Wayne Jones spielte nicht schlecht, vergab aber zu viele Darts auf Doppel und machte es einem Gegner dadurch leichter.

Mervyn King - Colin Osborne 10:8

Etwas knapper wurde es dann im ersten Halbfinale, zu dem Mervyn King dann nach einer Pause von zwei Stunden wieder auf die Bühne musste. Nach einer 4:1 Führung bestimmte King eigentlich immer die Partie, auch wenn Osborne alles versuchte, um dran zu bleiben.

Der "Wizard" kam auf 3:4 heran, doch King zog sofort wieder mit drei Legs in Folge auf 7:3 davon. Diesen Vorsprung konnte King dann auch bis zum 9:5 halten, wo er kurz vor dem Matchgewinn stand. Osborne konnte zwar noch einmal verkürzen, doch King traf dann im achtzehnten Leg mit seinem dritten Matchdart und er stand damit als erster Finalist fest.

Paul Nicholson ? Phil Taylor 10:9

Nun folgte das Spiel des Abends, das Phil Taylor zum ersten Mal seit der Premier League im letzten Jahr eine Final-Teilnahme kostete.

Der Titelverteidiger holte sich das erste Leg, doch im zweiten Durchgang deutete Nicholson schon einmal an, was Taylor blühen sollte. Mit einem schönen 104er Finish glich der Australier aus und zeigte schon einmal seine Sicherheit auf Doppel. Mit einem 79er Finish und einem Break in 14 Darts zog Taylor erwartungsgemäß davon, doch Nicholson glich mit Finishes von 121 und 130, beide mit Bullseye, zum 3:3 aus.

Auch zum 4:4 glich Nicholson sofort mit einem ersten Dart auf Doppel aus. Im neunten Leg wurde Taylor dann schmerzhaft bewusst, dass dort ein junger Spieler heiß auf seinen ersten großen Sieg ist.

"The Power" wartete auf 32 Rest, doch er bekam keine Chance, denn Nicholson traf ein 170er Finish zum Break und baute die Führung mit einem 13 Darter weiter aus. Taylor gewann die nächsten beiden Legs zum Ausgleich, nutzte dann aber zwei Chancen auf Doppel 16 nicht zur erneuten Führung und Nicholson nutzte seine Chance.

"The Asset" baute die Führung dann erneut auf zwei Legs aus, wobei er erstmals zwei Darts auf Doppel brauchte. Zwei Legs später führte Nicholson dann sogar mit 9:7 und Taylor stand mit dem Rücken zur Wand. Zum 8:9 konnte Taylor verkürzen, doch dann hatte Nicholson zwei Matchdarts, die er, nachdem er vorher so sicher war, dann aber vergab.

Taylor traf dann die Doppel 20 zum 64er Finish und so ging die Partie in das letzte Leg.

Normalerweise kennt man so etwas nur von Taylor, doch der Australier scheint keine Probleme mit den "Mind Games" vor und während einer Partie zu haben. Doch zum Erschrecken seiner Fans war Phil Taylor im letzten Leg nicht in der Lage, konstant hohe Scores zu werfen und er hatte nach 18 Darts noch kein Doppel stehen.

Nicholson hatte 40 Rest, verpasste die ersten beiden Darts deutlich, bevor er mit dem dritten Dart sicher die Doppel 5 zum Match treffen konnte. Taylor zeigte, dass er auch ein fairer Verlierer ist und gratulierte seinem Gegner zu seiner beeindruckenden Leistung: "Er war an diesem Tag einfach der bessere Spieler. Beim 9:9 hätte sich das Spiel eigentlich gewinnen müssen, aber Paul hat sich den Sieg redlich verdient." Paul Nicholson, der das Image das Bad Boys richtig auslebt, zeigte sich nach der Partie von einer komplett anderen Seite und musste teilweise mit den Tränen kämpfen.

Paul Nicholson ? Mervyn King 13:11

Damit stand also fest, dass es in den Geschichtsbüchern der PDC einen neuen Titelträger bei Majorturnieren geben würde. In den letzten Jahren konnten ja außer Phil Taylor nur James Wade, Raymond van Barneveld und John Part mal gewinnen. Man durfte gespannt sein, wie Nicholson den Erfolg über Phil Taylor verkraften würde, denn in der Vergangenheit hat der Taylor-Bezwinger selten das Turnier gewinnen können.

Zuletzt musste dies Mervyn King bei der Premier League am eigenen Leib erfahren. Doch der Australier machte gleich da weiter, wo er kurz zuvor aufgehört hatte und checkte 105 zum ersten Break der Partie. King konnte aber sofort ausgleichen und er ging dann auch mit einem 3:2 in die erste Pause. Mit wechselnden Führungen ging es dann mit einem 5:5 in die zweite Pause, bevor King auf 7:5 davon ziehen konnte.

Nicholson gab aber nicht nach, er schaffte erst ein Rebreak und glich dann mit einem 109er Finish erneut aus. Nun gingen wieder zwei Legs an King, der damit mit 9:7 führte, doch die Antwort des Aussies kam postwendend. Mit Finishes von 76, 90 und 68 holte sich Nicholson die Führung zurück und dieses Mal war es King, der umgehend ausgleichen konnte.

Beim Stand von 10:10 holte sich Nicholson dann in 14 und 11 Darts zwei Legs in Folge und er stand kurz vor dem Titel. Mit einem 80er Finish rettete sich King noch einmal, doch im nächsten Leg traf er kaum hohe Scores und so checkte Paul Nicholson mit einer Doppel 8 zu seinem ersten großen Titel.

Durch seinen Sensationserfolg kletterte Nicholson nun in die Top 16 der PDC, die für ihn aber nur eine Durchgangsstation zu den Top 10 sind, die sein nächstes Ziel sind. "Es ist absolut unglaublich", sagte Nicholson nach dem Finale. "Dieser Titel bedeutet so viel für mich. Ich hatte viel Energie im Halbfinale gegen Phil verspielt, doch ich wollte diesen Titel unbedingt."

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