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Phil Taylor gewann in diesem Jahr auch die PDC Premier League © getty

James Wade bekommt die besonderen Gesetze der UK Open schmerzlich zu spüren. Top-Favorit Phil Taylor dagegen siegt souverän.

Auch bei den UK Open hat Phil Taylor einmal mehr seine Ausnahmestellung dokumentiert. Für die größte Sensation sorgte aber Tony Ayres, der im Viertelfinale überraschend die Nummer drei der PDC, James Wade, aus dem Turnier warf.

Ayres, der vor dem Turnier die Nr. 62 der PDC war, schaffte damit seinen größten Erfolg als professioneller Dartspieler und am Ende gab es für ihn mit £10.000 den größten Zahltag seiner Karriere.

Mit 3:0 und 7:4 führte Ayres gegen James Wade, der selten zu seiner Bestform in dieser Partie fand. Trotzdem schaffte "The Machine" noch die Wende und führte mit 9:8.

"Pokal hat seine eigenen Gesetze"

Wade hatte dann auch drei Matchdarts, die er vergab und Ayres behielt die Nerven und checkte 152 zum Ausgleich und ließ einen 13 Darter zum sensationellen Sieg folgen.

Solche Partien machen den Reiz der UK Open aus, bisher kaum bekannte Spieler nutzen das Fehlen einer Setzliste und können dann im entscheidenden Moment ihre Chance nutzen.

"Der Pokal hat eigene Gesetze", nicht umsonst wird die UK Open auch der FA Cup des Darts genannt, in Anlehnung an die Überraschungen in Fußball-Pokalwettbewerben.

Gary Anderson ? Andy Hamilton 10:6

Der Halbfinalgegner von Ayres wurde in der nächsten Partie ermittelt und bereits im ersten Leg zeigte Gary Anderson mit Scores von 177 und 180, dass er an diesem Wochenende in einer bestechenden Form ist. Der Schotte führte mit 3:2, als er fünf Legs in Folge gewinnen konnte und damit seinen Grundstein zum Erfolg legen konnte. Hamilton verkürzte in 14 und 11 Darts, doch dies beeindruckte Anderson wenig. Nachdem er am Vortag live dabei war, wie Mervyn King gegen ihn einen 9 Darter warf, war er nun auf dem besten Weg, dies ebenfalls zu schaffen. Acht perfekte Darts warf Anderson, doch die Doppel 12 blieb ihm verwehrt. Es wurde dann ein 11 Darter und kurze Zeit später stand das Halbfinale mit einem Average von 106,49 sicher. Das hohe Niveau dieser Partie zeigt auch der Average von Andy Hamilton, der auf 101,10 kam.

Denis Ovens ? Wes Newton 10:3

Denis Ovens ist schon knapp 25 Jahre auf der Tour unterwegs, ein Halbfinale bei einem Major Turnier blieb The Heat allerdings bis jetzt verwehrt. Doch in diesen Tagen in Bolton zeigte sich Ovens von seiner besten Seite und da hatte Wes Newton nicht viel entgegen zu setzen. Ovens führte schnell mit 2:0 und 6:2 und mehr als ein 120er Finish zur Ergebniskosmetik schaffte Newton nicht. Nachdem Ovens zwei 180er auf dem Weg zum 7:2 werfen konnte, schaffte er dieses Kunststück auch im letzten Leg und er sicherte sich mit einer Doppel 16 den bisher größten Erfolg seiner Karriere.

Phil Taylor ? Adrian Lewis 10:2

"Irgendwann wird mich Adrian Lewis auch auf Dauer besiegen können, doch nicht im Moment. Er scheint da eine Blockade im Kopf zu haben". Diese Aussage von Phil Taylor nach dem Spiel gegen Adrian Lewis beschreibt die Situation, wenn Adrian Lewis in diesen Tagen auf Phil Taylor trifft. Egal wie gut er in den Spielen zuvor unterwegs war, gegen The Power läuft nicht viel zusammen. Taylor führte schnell mit 2:0, trotzdem hatte Lewis kurz die Chance, zum 2:2 auszugleichen. Er nutzte seine Chance nicht und so zog Taylor auf 6:1 davon, wobei Taylor drei 180 in den letzten drei Legs werfen konnte. Lewis verkürzte noch einmal, doch das war es dann auch schon. Taylor ließ einen 12 Darter zum 7:2 folgen und schaffte kurze Zeit später mit einem 100er Finish die Halbfinalteilnahme. Taylor spielte mit 108,52 erneut einen brillanten Average.

Halbfinale:

Gary Anderson ? Tony Ayres 10:3

Tony Ayres war im Halbfinale gegen Gary Anderson wohl noch etwas benommen von seinem Sensationserfolg über James Wade. Auf jeden Fall konnte der Engländer selten an seine Leistung aus der Runde zuvor anknüpfen und stand gegen einen erneut stark spielenden Anderson auf verlorenem Posten. Anderson führte schnell mit 4:1, nachdem er ein 121er Finish gefolgt von einem 11 Darter schaffte. Ayres verkürzte noch einmal, doch der Schotte zog sicher auf 7:2 davon. Damit war die Partie vor entschieden und Anderson spielte sich souverän in sein erstes Major Finale nach dem Wechsel zur PDC. Während sich Ayres nun an die Top 50 der PDC heran spielen konnte, steht Anderson auf dem Sprung in die Top 16. 48208(DIASHOW: Die Highlights der WM 2010)

Phil Taylor ? Denis Ovens 10:5

Die Fans rechneten nun mit einem noch schnelleren Halbfinale, denn Taylor war zu dominant bisher im Reebok Stadium und man gab Ovens keine Chance. Das Staunen war groß, als The Heat sofort ein Break schaffte und mit einem 90er Bullfinish die 2:0 Führung herstellte. Diese Führung konnte Ovens dann auch bis zum 4:2 halten, doch danach zog The Power scheinbar mühelos die Zügel an und holte sich fünf Legs in Folge in 14,12,11,13 und 14 Darts. Damit standen die Zeichen auf eine erneute Finalteilnahme von Phil Taylor und Denis Ovens, der immerhin einen Average von über 101 werfen konnte, musste die Überlegenheit seines Gegners anerkennen. Taylor warf am Ende einen Average von 113,05 und fügte noch hinzu: "Ich habe Denis noch nie so gut vor laufenden Kameras spielen sehen und ich freue mich für ihn. Er hatte auf alles eine Antwort parat und ich brauchte schon einen so hohen Average, um ihn besiegen zu können."

Phil Taylor ? Gary Anderson 11:5

Das Finale wurde dann nicht ganz so spannend, wie es die Zuschauer erhofft hatten. Dies war ja auch schon die dritte Partie an diesem Tag und so langsam merkte man beiden Spielern die Anstrengungen des Tages an. Taylor konnte noch am Besten damit umgehen und führte schnell mit 5:1, nachdem er bereits im ersten Leg mit einem 161er Finish den Weg ebnete. Anderson gewann zwei der nächsten drei Legs und verkürzte auf 3:6, doch Taylor behielt weiter die Oberhand. Er schaffte mit 167 ein weiteres hohes Finish, die 170 zum 11:4 blieben ihm dann aber doch verwehrt. Anderson, der schon 110 zum 4:9 checken konnte, verkürzte noch einmal, doch im nächsten Leg holte sich Taylor mit einem 121er Bullfinish seinen nächsten großen Titel und seinen insgesamt vierten Erfolg bei der UK Open. Anderson sagte nach dem Finale: "Ich bin natürlich enttäuscht, das Finale verloren zu haben. Die Ehre gehört aber Phil, der einfach unglaublich spielt. Er hat den Standard für alle anderen gesetzt und ich weiß nun, was ich machen muss, um Major Titel gegen ihn gewinnen zu können." Die Averages lagen am Ende bei 97,71 für Taylor und 92,41 bei Anderson, nach einem so langen Tag noch exzellente Werte für ein Finale.

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