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Phil Taylor holte sich zu Jahresbeginn auch den WM-Titel © getty

Phil Taylor setzt sich im Finale der European Championship ohne Probleme durch. Lediglich ein Leg gesteht er Wayne Jones zu.

Dinslaken- Phil Taylor hat sich in Dinslaken zum dritten Mal die Krone des European Champion aufgesetzt.

Das Endspiel gegen Wayne Jones war eine deutliche Angelegenheit.

Zuvor musste "The Power" aber einen beschwerlichen Weg beschreiten.

SPORT1 hat die Spiele vom Finaltag zusammengefasst:

Viertelfinale:

Phil Taylor ? Mark Walsh 10:4

In der Partie zwischen Phil Taylor und Mark Walsh wurde der Halbfinalgegner von Terry Jenkins ermittelt. Obwohl "The Power" nicht zu Topform auflaufen konnte, reichte es am Ende doch zu einem sicheren Erfolg über "Walshie". Mark Walsh nutzte den schwachen Start des Titelverteidigers und holte sich die ersten beiden Legs. Ein kleiner Zwischenspurt sorgte dann für eine 5:2 Führung von Taylor, der kleine Unsicherheiten seines Gegners sofort ausnutzte. Die zweite Hälfte der Partie verlief ähnlich, erneut holte Walsh zwei Legs, bevor Taylor mit fünf Durchgängen in Serie antwortete. Mit einem 128er Bullfinish warf sich Taylor in die nächste Runde. Mark Walsh war nach der Partie niedergeschlagen, er hatte durchaus Chancen gehabt, das Spiel offener zu gestalten.

Terry Jenkins ? Jamie Caven 10:6

Eröffnet wurde der Finaltag von Terry Jenkins und Jamie Caven, die vor einmal mehr ausverkauftem Haus das erste Halbfinale bestritten. Jenkins war nach seinem Erfolg gegen Simon Whitlock hoch motiviert und holte sich die ersten drei Legs. Jamie Caven merkte man schon etwas an, dass es für ihn erst das zweite Viertelfinale bei einem Major Turnier überhaupt war. Nach großartigen Leistungen in den ersten beiden Partien kam ?Jabba? etwas spät ins Spiel. Jenkins führte 4:2 und 6:4, Caven gab noch einmal alles und glich die Partie zum 6:6 aus. Im dreizehnten Leg warf "The Bul"? ein 161er Finish, das ihn wieder zurück in die Bahn brachte. Vier Legs in Folge gingen an Jenkins, der sich mit einer Doppel 20 den Platz im Halbfinale sicherte.

Colin Lloyd ? Ronnie Baxter 10:7

Ronnie Baxter hatte sich durch zwei Last Minute Erfolge in diese Runde spielen können und traf auf einen Colin Lloyd, der nach dem Sieg gegen James Wade zu alter Stärke zurückfand. Lloyd war es auch, der das erste Break der Partie schaffte und somit ging "Jaws" trotz eines 120er Finish von Baxter mit einem 3:2 in die erste Pause. Baxter kam nach der Unterbrechung besser ins Spiel und holte sich mit 5:4 erstmals die Führung. Als "The Rocket" dann drei Darts auf Doppel nicht nutzte, war Lloyd zur Stelle.

Er glich die Partie aus und legte mit einem 116er Finish zum 7:5 nach. Nach einem 90er Finish von Baxter zum 6:7 war der Engländer erneut nicht treffsicher genug und dies wurde einmal mehr von Lloyd bestraft. "Jaws" checkte 70 und war nicht nur in dieser Phase sehr zielsicher, wenn es auf die Doppel ging. Ein 146er Finish hielt Baxter ein weiteres Mal in der Partie, doch im anschließenden Leg traf Lloyd seinen ersten Matchdart zum Sieg.

Wayne Jones ? Raymond van Barneveld 10:8

Nun rechneten die meisten der Fans mit einem Erfolg von "Barney", doch das Halbfinale sollte von Wayne Jones komplettiert werden. Der "Wanderer" hat sich eine gute Gelegenheit ausgesucht, um zum ersten Mal in seiner Karriere gegen van Barneveld zu gewinnen. Lange Zeit war es eine sehr spannende und auch hochklassige Partie, die vom Niederländer mit einem 164er Finish im ersten Leg eröffnet wurde. Im Anschluss wechselte die Führung einige Male, bevor Jones mit einem 94er Bullfinish auf 8:6 davon zog. "Barney" verkürzte noch zweimal, doch ein 102er Finish zum 9:7 und ein 81er Bullfinish zum 10:8 brachten Wayne Jones zum zweiten Mal in seiner Karriere in das Halbfinale eines Major Turniers.

Halbfinale:

Wayne Jones ? Colin Lloyd 11:10

Wayne Jones musste dann nach einer Pause auch als erster Spieler auf die Bühne zum Halbfinale gegen Colin Lloyd. Neben dem Finalticket stand für beide Spieler als weiterer Anreiz auch die sichere Teilnahme am nächsten Grand Slam of Darts auf dem Spiel. Und sie gaben alles, es wurde der Auftakt zu zwei legendären Halbfinalpaarungen. Colin Lloyd führte bereits mit 6:3, , wurde aber von Jones noch abgefangen. Beim Stand von 6:6 verpasste er alledings die Doppel 18 zur Führung und so holte sich Lloyd das Leg. Der "Wanderer" checkte anschließend 72 und nutzte dabei seltene Fehlwürfe seines Gegners zur ersten Führung seitdem er Leg 1 gewinnen konnte.

Lloyd meldete sich mit einem 104er Finish zurück und legte gleich noch eine Doppel 20 zum 10:9 nach. Mit einem 86er Finish brachte Wayne Jones das Spiel in das einundzwanzigste und letzte Leg. Beide Spieler gaben nun noch einmal alles und den ersten Dart auf Doppel hatte Colin Lloyd. Bei 122 Rest traf "Jaws" zweimal die Treble 18, doch die Doppel 7 verfehlte knapp ihr Ziel. Eine weitere Chance bekam er allerdings nicht, denn Jones hatte sich mit einer 140 einen Rest von 61 gestellt und traf sicher die Treble 15 und Doppel 8 zum Match. Wayne Jones spielte sich zum ersten Mal mit diesem Erfolg in ein Major Finale der PDC, nachdem er 1999 schon im Finale der BDO World Masters stand.

Phil Taylor ? Terry Jenkins 11:10

Nach diesem spannenden Auftakt der Abend-Session rechneten die meisten Fans nun mit einem deutlichen Ausgang des zweiten Halbfinals, doch da hatten sie die Rechnung ohne Terry Jenkins gemacht. "The Bull" hielt die Partie mit einer starken Leistung von Beginn an offen. Bis zum 4:4 war es komplett ausgeglichen, bevor Taylor mit Legs von 13, 11 und 15 Darts etwas Abstand gewinnen konnte.

"The Power" hielt dieses eine Break auch bis zum 9:6, doch Jenkins kam in seiner besten Phase noch einmal zurück. Mit einem 122er Bullfinish schaffte er das Rebreak und plötzlich stand es 9:9. Im nächsten Leg hatte Jenkins dann sogar die Chance zur Führung, doch dieses Mal verfehlte er das Bullseye und Taylor setzte seinen dritten Dart in die Doppel 16. Jenkins, der für seine Hartnäckigkeit bekannt ist, legte noch einmal nach und checkte 71 zum 10:10. "The Power" eröffnete das letzte Leg gleich mit einer 177 und die Partie war nach der folgenden 21 von Jenkins damit eigentlich schon entschieden. Taylor setzte nun konsequent nach und warf ein 105er Finish zum knappen Sieg.

Finale:

Phil Taylor ? Wayne Jones 11:1

Im Finale wurde es dann deutlich. Wayne Jones hatte einige Chancen, unter anderem im ersten Durchgang, zum Leggewinn. Besonders in einem Finale muss man jede Chance gegen einen Phil Taylor nutzen. "The Power" schaffte schnell drei Breaks und die Partie war zur ersten Pause beim 5:0 Zwischenstand bereits entschieden. Im achten Leg traf Jones dann die Doppel 18 zum 116er Finish, Taylor zeigte aber sofort, wer der Herr im Hause ist. Es folgte ein 12 Darter und ein 121er Finish zum 9:1. Der ?Wanderer? gab weiterhin alles und stellte sich auch mit einer 180 im nächsten Leg auf ein Finish, doch Taylor checkte 84 zum 11-Darter und stand kurz vor dem Erfolg. Mit einer Doppel 14 beendete Phil Taylor dann ein einseitiges Finale, der Erfolg brachte ihm den dritten Titel in Folge bei der European Championship.

Wayne Jones kann aber trotz der Finalniederlage mit seinem Abschneiden mehr als zufrieden sein.

"Ich bin begeistert", freute sich Phil Taylor hinterher. "Ein weiterer Titel, vor allem so kurz nach der World Matchplay in der letzten Woche."

"In Blackpool musste man aber nur ein Spiel pro Tag bestreiten, hier hat man drei Spiele am letzten Tag, da muss man körperlich und geistig in Topform sein", schätzt Taylor den Erfolg in Dinslaken höher ein und ist sich sicher: "Dies ist ein perfekter Sommer für mich."

Wayne Jones, der mit £20.000 den größten Zahltag in seiner Karriere hatte, kann auf ein beeindruckendes Turnier zurück blicken. Mit Erfolgen über Adrian Lewis, Robert Thornton, Raymond van Barneveld und Colin Lloyd hat er sich die Teilnahme am Grand Slam of Darts redlich verdient. Dieses Turnier bedeutet dem "Wanderer" sehr viel, denn es findet in seiner Heimat Wolverhampton statt. "Ein Finale so deutlich zu verlieren ist natürlich enttäuschend" fügte Jones an, "trotzdem ist es ein denkwürdiges Wochenende für mich. Phil war genial und ich konnte nicht viel daran ändern." "Ich habe aber einige Topspieler besiegen können und dies ist großartig, ich beginne, die Bühnenspiele zu genießen", fügte Jones hinzu.

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