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Raymond van Barneveld arbeitete vor seiner Profi-Karriere als Briefträger © getty

Raymond van Barneveld weiß, wie man den WM-Titel erobert. Im Interview nennt er ein Erfolgsrezept und spricht über seinen Reichtum.

Von Benjamin Bauer

München - Raymond van Barneveld ist so etwas wie der Johan Cruyff des Darts. Er machte die Sportart in den Niederlanden populär. Mittlerweile hat der 43-Jährige zahlreiche holländische Mitstreiter gefunden.

Auch Jelle Klaasen oder Vincent van der Voort gehören zur Weltspitze.

Van Barneveld gelang es außerdem als einer von wenigen Spielern, Dominator Phil Taylor in einem WM-Finale zu schlagen.

Im Januar 2007 besiegte "Barney" den 15-fachen Weltmeister im Endspiel mit 7:6.

Auch bei der diesjährigen WM (16. Dezember bis 3. Januar/LIVE auf SPORT1+ und im SPORT1-LIVESTREAM und ab 21. Dezember LIVE im TV auf SPORT1) gehört er wieder zu den Favoriten.

Im Interview der Woche mit SPORT1 erklärt er, was der Darts-Sport braucht, um noch populärer zu werden. Außerdem nennt er ein Erfolgsgeheimnis, um Phil Taylor zu schlagen und sagt, was den deutschen Spielern noch fehlt.

SPORT1: Mit 17 Jahren haben Sie angefangen, Darts zu spielen. Wann haben Sie gemerkt, dass aus dem Hobby ein Beruf werden könnte?

Raymond van Barneveld: 1995 im Alter von 28 Jahren habe ich als Einsteiger in Embassy gegen Ritchie Burnett verloren. Damals stieß Darts auf erstes Interesse der Sponsoren. Bis ich diese Sponsoren tatsächlich bekam, dauerte es aber noch mal drei Jahre.

SPORT1: In den Niederlanden haben Sie einen Darts-Boom ausgelöst. Auch in Deutschland wird Darts immer populärer. Welche Entwicklung wird der Dartssport in ihren Augen nehmen? Wäre eine Anerkennung als olympische Sportart ein Ziel?

Van Barneveld: Nein, ich denke nicht, dass das ein Ziel sein sollte. Denn der Einfluss der PDC ginge dann verloren.

SPORT1: Braucht es für die Popularität Ihrer Sportart noch mehr echte "Typen", so wie es Sie, Phil Taylor oder Simon Whitlock sind?

Van Barneveld: Auf jeden Fall. Denn die Fans zu Hause wollen ihre eigenen Helden.

SPORT1: Die Atmosphäre im Alexandra Place wird von vielen Sportlern gelobt. Was macht den besonderen Flair der WM-Spielstätte aus?

Van Barneveld: Die Atmosphäre im Ally Pally unterscheidet sich allein schon deshalb von den anderen Turnieren, weil es sich um die Weltmeisterschaft handelt. Außerdem findet die WM zur Weihnachtszeit statt und jeder Spieler versucht sein Bestes.

SPORT1: Wie lauten die Favoriten für den WM-Titel 2011? Wer könnte überraschen?

Van Barneveld: Neben den üblichen Verdächtigen könnte vielleicht Gary Anderson für eine Überraschung sorgen.

SPORT1: Sie haben Phil Taylor 2007 im Finale geschlagen. Was ist das Erfolgsrezept, um ihn zu besiegen?

Van Barneveld: (lacht) Man müsste ihm wohl den rechten Arm brechen, um ihn zu schlagen.48208(DIASHOW: Die Highlights der WM 2010)

SPORT1: Was trauen Sie den deutschen Teilnehmern bei der WM zu?

Van Barneveld: Die deutschen Spieler haben meiner Meinung nach ein Problem. Sie reisen meiner Meinung nach zu selten. Sie sind sehr talentiert, aber sie müssen mehr Erfahrungen sammeln. Ein gut ausgearbeiteter Sponsorenplan könnte den Deutschen helfen.

SPORT1: Haben Sie ein bestimmtes Ritual vor jedem Match?

Van Barneveld: Bestimmte Rituale habe ich keine. Gute Ernährung, Training und Fitness ist heutzutage das Wichtigste

SPORT1: Wie oft trainieren Sie?

Van Barneveld: Dreimal die Woche für jeweils zwei Stunden. Während der Premier-League-Saison erhöht sich der Trainingsaufwand.

SPORT1: Ihr Spitzname lautet "Barney", nach, dem uncoolen Nachbarn von Fred Feuerstein, der am Ende immer recht hat: Haben Sie Gemeinsamkeiten mit ihm?

Van Barneveld: Wir haben das gleiche Auto.

SPORT1: Phil Taylor hat in einem Interview mit SPORT1 betont, dass er Multi-Millionär sei. Haben Sie auch ausgesorgt?

SPORT1: Nein, aber es wird nicht mehr lange dauern.

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